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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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1975. Epilobium hirsütum 1 ) L. (= E. amplexicaüle Lam., = E. grandiflörum Weber, = E.villösum, Thunbg., = E. aquaticum Thuill.). Zottiges Weidenröschen. Franz.: Nerietteamplexicaüle, epilobe herisse; engl.: Codlins=and=cream; ital.: Garofanini d'aqua, violine dipalude. Taf. 189, Fig. 3; Fig. 2193 und Fig. 2207 bis 2209.

Samenpflanze mit einfacher, im Alter am Wurzelhals gedrehter Wurzel; Innovations*pflanze mit schief aufsteigendem, weitkriechendem, dickem Rhizom, meist schon zur Blütezeitstark verlängerte, fleischige, mit Niederblättern besetzte, wurzelnde Stocksprosse treibend;Niederblätter am Grunde scheidenförmig verbreitert, gegen die Spitze zu lang verschmälertund zugespitzt, an den an das Licht gelangenden Sprossenden ± rosettig angeordnet, etwas laub=artig, breiter, stark verlängert, an der Spitze abgerundet. Stengel 50 bis 150 cm hoch, inder Regel ästig, steif aufrecht, unten etwas kantig, oben völlig stielrund, mit langen, einfachen,abstehenden Haaren, nur im oberen Teile mit kürzeren Drüsenhaaren, seltener filzig odernur drüsig oder aber ganz kahl. Laubblätter stengelumfassend, sitzend, die mittleren kurz blatt=artig herablaufend, länglich bis schmallanzettlich, seltener eiförmig oder stumpflich=eiförmig,fast kahl, drüsig=zottig oder filzig, stark gesägt odergezähnt; Blattzähne meist nach vorn gebogen. Blüten*knospen sehr kurz bespitzt oder stumpflich, kahl, zottigoder filzig, wie zur Blütezeit aufrecht. Blüten bis 2 cmlang, purpurrot. Kelchzipfel lanzettlich, kurz zugespitzt.

Kronblätter herzförmig, stumpf ausgerandet, am Grundemit einem starken Haarring, stark aderig. Narbe ziem=lieh gross, 4=teilig; Narbenzipfel vor dem Aufblühenaufrecht=zusammengeneigt, erst später schneckenförmigeingerollt. Kapseln an der Spitze etwas scheibenförmigerweitert, fast kahl oder drüsig, seltener filzig. Samenverkehrt=eiförmig, mit dichtstehenden, verlängertenPapillen (Fig. 2207 c und d). VII und VIII.

Trupp*, bisweilen auch herdenweise, an Ufern,in Gräben, Sümpfen, auf sehr feuchten Wiesen, inGebüschen, in Bruchwäldern, vereinzelt auch an trocke»nen Hängen, auf Kies, auf Ruderalplätzen, bisweilen inGärten gepflanzt und daraus verwildernd. Von derEbene bis in die Bergstufe: in Südtirol bis 1650m,im Schanfigg (Graubünden) bis 1380 m (vielleichtsubruderal), im Wallis bis 1200 m, im Jura bis 950 m;

(im Himalaya bis gegen 4000 m); auf Urgesteinscheinbar seltener als auf Kalk.

In Süd« und Mittel.Deutschland in tieferenLagen verbreitet oder doch häufig, nur auf Urgesteinseltener, wie z. B. im Bayerischen Wald und im Oberpfälzer Wald, in den Allgäuer Alpen nur zwischenFischen und Obermaiselstein, in den Berchtesgadener Alpen bei Reichenhall, Berchtesgaden und Lützelbachtal,In den Mittelgebirgen meist wenig häufig (z. B. im westfälischen Bergland); in Norddeutschland meist nur

') Die Pflanze soll der oiyod-ijpaf [oinoth^ras] des Theophrast und der oenotheris des Pllniusentsprechen. Im Herbar von H. Härder (1576 bis 1595) liegt sie unter dem Namen Centaureum aquaticumaliis Lysimachium siliquosum oder Wasser Centaur. Bei Ruellius heisst sie Lysimachion flore rufo, bei C.Gesner Filius ante patrem, bei Fuchs Lysimadiia purpurea, bei Caesalpinus Onagra campestris, beil^odonaeus Pseudolysimachium purpureum, bei Tabernaemontanus Lysimadiia siliquosa, beiTournefort Chamaenerion villosum, bei Buxbaum Chamaenerion hirsutum.

Fig. 2207. Epilobium hirsutum L. a BlühenderSpross. b Blüte im Längsschnitt, c Samen von der Breit-seite, d von der Schmalseite (c u. d nach Haussknecht).