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Obrawatal sogar in halbruderalen Beständen die Herrschaft erlangen. Als Eisenbahnpflanze hat sie ihrVerbreitungsgebiet längs kiesiger Dämme im Schweizer Mittelland und im Jura nicht unwesentlich erweitert.
Der systematische Wert der Art ist umstritten. Von den neueren Autoren wird die Pflanze nichtselten als Unterart (subsp. rosmarinifolium), mit dem nachfolgenden E. Fleischen coordiniert, der GesamtartE. Dodonaei untergeordnet. — Sie gilt dabei als Rasse der niederen Lagen, während E. Fleischen einevorwiegend subalpine Verbreitung besitzt. Auch sollen Uebergänge vorkommen. Nach Haussknecht,der E. Fleischen als klimatisch bedingte Form des wasserreichen Hochgebirges betrachtet, sollen herab«geschwemmte Exemplare in der Tiefe ihre alpine Tracht (niedrigen Wuchs und kahle, oft verbreiterte, stumpfeund deutlich gezähnte Laubblätter) verlieren und sich dann nur noch durch den kurzen Griffel von E. Dodonaei,der Form der wärmeren, trockenen Niederungen mit Staubblättern von der Länge des Griffels, unterscheiden.Ob eine solche Umbildung tatsächlich vor sich geht, ist z.T. noch sehr fraglich. So wachsen nach Bertschz. B. bei Mengen auf der oberschwäbischen Ebene beide Arten in völlig typischer Ausbildung nebeneinander.Im Berner Oberland hingegen gehen nach A. Thellung beide Arten ineinander über. Kulturversuche zurLösung der strittigen Frage erscheinen jedenfalls sehr angebracht. Bis dahin dürfte es sich empfehlen, denArtwert von E. Dodonaei noch aufrecht zu erhalten.
1974. Epilobium Fleischen') Hochstetter (= E. rosmarinifolium Haenke var. alpi'num Lam.et DC., = E. angustissimum Rchb., = E. Dodonaei Vill. var. Fleischen Hausskn.). Kies»Weidenröschen. Taf. 188, Fig. 5; Fig. 2205 und 2206.
20 bis 40 cm hoher Halbstraudi mit mehrköpfiger Grundachse und unterirdischen,dicken, fleisdiigen, rotüberlaufenen Ausläufern (Fig. 2205b). Stengel zahlreich, ausgebreitet oderbogig aufsteigend, etwas holzig,glänzend, kahl oder oberwärtsmit sehr kurzen, krausen Haarenspärlich besetzt, in den Laubblatt»achseln häufig noch unentwickelteAestchen tragend. Laubblätterstarr, dicklich, lanzettlich bis lineal»lanzettlich, meist unterhalb derMitte verbreitert, sitzend, beider»seits gleichfarbig freudig »grün,deutlich (in der Regel schwielig)gezähnt. Blütentraube endständig,
± armblütig. Blüten gross, auf»recht abstehend, ungefähr 1,5 cmlang, als Knospen eiförmig,dunkelgrün oder rötlich, kahl.
Kelchblätter tief purpurn bis braun»rot. Staubblätter rötlich; Staub»beutel grau. Griffel dick, um dieHälfte kürzer als die Staubblätter,in der unteren Hälfte (bis zumKrümmungsansatz) weiss = filzig;
Narbe 4 »teilig (Fig. 2205 d). Kap»s eln dicht weissfilzig, späterhinrötlich, angedrückt behaart, 3 bis5 cm lang. — VII bis IX.
Trupp» oder herdenweise im Fluss» und Bachkies, auf Steingeröll, Moränen, selten in Kies»gruben. Vorzugsweise in der subalpinen Stufe: in Graubünden bis 2530 m, in Tirol bis 1830 m,
') Benannt nach dem Pharmazeuten Fl eisch er in Esslingen (Württemberg), der 1825 eine botanischeReise durch Tirol ausführte und das fragliche Epilobium am Ortler sammelte.
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Fig. 2205. Epilobium Fleischen Höchst, a Blühende Pflanze, b Junge Pflanzemit Ausläufern, c Blüte, d Griffel mit Narbe.