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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Ueber die Heimat des Baumes gehen die Ansichten sehr auseinander. Da er in Südeuropa seit alten Zeitenvielerorts verwildert auftritt (durch den Menschen und durch Vögel verbreitet) und dadurch den Eindruck einesursprünglichen Vorkommens madit, wird öfters die Meinung vertreten, er sei ursprünglich in Nordafrika beheimatetgewesen und von dort aus nach Südeuropa, nach dem Orient und nach Ostindien verpflanzt worden. Ebenso wurdeschon Punica protopunica mit dem einfacher gebauten Fruchtknoten als Stammpflanze angesehen. Botanische,historische und linguistische Argumente stimmen darin überein, dass Westasien (Persien und angrenzende LänderKurdistan, Afghanistan, Beludschistan) als Heimat des Baumes zu betrachten ist, wo derselbe schon frühzeitigin Kultur genommen wurde. Zweifelsohne ist die letztere Heimat als prähistorisch zu bezeichnen, da der Baumbereits im Sanskrit alsDarimba" bekannt war, während er im Hieroglyphischen tet, teb, tep, arabischrumän oder rumin, koptisch erman heisst. Diesem letzteren Worte liegt das hebräische rimmön zugrunde, mitwelchem Namen die Granate im Alten Testament bezeichnet wird. Nach China wurde der Baum anderthalbJahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung von Samarkand durch Schang.kien gebracht.

Als eines der ältesten Arznei» und Kulturgewächse spielt der Baum alsKullpflanze" eine grosseRolle und zwar bereits im syrisch=phönikischen Götterdienste, dann alsrimmön" im Gebiete der West»

semiten und alsahrmani" bei denAegyptern, wo er schon 2500 vorChristus bekannt und gebräuchlich war.Granatäpfel sind nach G.Schwein»furth, der 1881 (ein Jahr nach B. Bai»four) Punica protopunica auf der InselSokotra auffand, nicht nur häufigin den gemeisselten und farbigen Dar.Stellungen der ältesten Tempel zu sehen,sondern pflegen auch unter den Toten»opfern in den Grabkammern der ver»schiedensten Epochen aufzutreten. Dieälteste Erwähnung bezieht sich auf dieWand der Grabkammer des SchreibersAnna, der unter Thutmosis I. (1547 bis1501 vor Chr.) starb, während dieälteste Darstellung des Granatapfels ausder Zeit des erfolglosen Reformatorsder ägyptischen Staatsreligion Amen»hotep IV. am Ende der 18. Dynastie(1375 bis 1358 vor Chr.) in einemGrabe bei seiner damaligen Residenz,dem heutigen Teil el Amarna nördlichvon Theben, stammt. Die ältestenGranatfrüchte wurden unter den Toten»beigaben eines Grabes der 20. Dynastiezur Zeit Ramses IV. (1167 bis 1148 vorChr.) aus der Totenstadt Theben fest»gestellt. Die im Berliner ägyptischenMuseum aufbewahrten Früchte aus derPassalacqua'schen Sammlung sind etwaskleiner und einfacher gebaut (statt 4 bis8 zeigen sie nur 4 bis 6 Fächer) alsdie heutigen. Blüten des Baumes sind

Fig. 2172. Punica Granatum L. Blühender Zweig und aufgesprungener Apiel.

zum ersten Male 1884 indem von Masp^ro entdeckten Grabe bei Schech«Abd»el»Quarnah (20. bis 26. Dynastie)aufgefunden worden. Aus dem säuerlichen, durstlöschenden Fruchtfleisch stellte man eine Art Limonadeher, die in den altägyptischen Texten als schedech=it erwähnt wird. Das gleiche taten später die Juden, diesich auf ihrer Wüstenwanderung unter Moses, wie im Pentateuch berichtet wird, nach den Granatäpfeln undWeintrauben Aegyptens zurücksehnten. Ihre Priester trugen, wenn sie ins Heiligtum eintraten, ein Kleid, andessen Saum Granatäpfel hingen. Motive der Granatäpfel finden sich an dem salomonischen Tempel;besonders trugen die Säulen Kapitale, ein Netzwerk von 200 aufgeschichteten, vergoldeten Granatäpfeln. Wieder»holt wird der Baum alsrimmön" im alten Testament (5. Buch Moses 8,8) erwähnt, ebenso in dem ums Jahr 800vor Chr. entstandenen Hohen Liede (Deine Lippen sind wie eine rosinfarbene Schnur, und deine Rede