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wintern. An den unteren Stengelknoten entstehen bei allen Formen 1 bis 1 mit den Laubblättern abwechselndeAdventivwurzeln. Die Verzweigung erfolgt meist durch seriale Beisprosse, die unter den Blüten entspringen.Bei Landformen ist kaum eine Blüte ohne Beispross zu finden und diese tragen schon in den Achseln ihrerersten beiden, rechts und links stehenden Laubblätter wieder Blüten, so dass bei der ausserordentlichen Kürze derStengelglieder eine fast unentwirrbare Häufung von Laubblättern, Blüten und Zweigen entsteht. In anatomischerBeziehung ist bemerkenswert, dass die Stengel (Fig. 2163 b) von 4 Luftkanälen (Anpassung an das Wasserleben)durchzogen sind, die bei den Wasserformen oft */« des Stengelquerschnittes einnehmen, während sie bei denLandformen sehr eng werden und teilweise kaum noch nachweisbar sind. Die sehr kleinen, unscheinbarenBlüten besitzen am Grunde des Fruchtknotens ein kleines Nektarium, das in nur geringer Menge Honigabscheidet. Die bis 6 mm langen Kronblätter sind hinfällig, fehlen bisweilen auch gänzlich. Während desBlühens ist die Blume weit geöffnet und ihre 6, den Kelch nicht überragenden Staubblätter sind ein wenig nachinnen gebogen, jedoch das vorderste und hinterste infolge der seitlichen Zusammendrückung der Blüte nichtso weit abgespreizt wie die 4 anderen. Die Narbe ist fast sitzend undwird kurze Zeit vor der Reifung der Staubbeutel empfängnisfähig, so-dass zunächst Fremdbestäubung eintreten kann. Als Bestäuber wurdedie Hemiptere Sälta pällipes Fabr. festgestellt. Infolge der Stellungdes vordersten und hintersten Staubblattes ist später Selbstbestäubungunvermeidlich. Auch kann der Pollen der anderen Staubblätter leichtauf die tieferstehende Narbe herabfallen. Sdiliesst sich die Blüte, sowerden alle Staubbeutel an die Narbe gedrückt. Der Fruchtansatz beiPeplis ist infolgedessen stets reichlich. Unter Wasser geratene Blütenbleiben geschlossen und werden, da sie Luft enthalten, durch spontaneSelbstbestäubung pseudokleistogam befruchtet. Die Blütezeit ist vonden Wasserstandsverhältnissen abhängig und erstreckt sich vom Junibis zu den ersteren stärkeren Frosttagen im Herbst (bis November).
Die ausserordentlich kleinen, bräunlichen Samen besitzen eine ungleichstark verdickte Samenschale, deren dickste Stelle in der Mitte dergewölbten Samenseite liegt und von dort allseitig abnimmt. Die Epi.dermiszellen sind dünnwandig, vielkantig, in der Richtung der Samen,achse gestreckt und mit Schleim erfüllt. Ausserdem entspringt von derInnenseite der Aussenwand und zwar an dem der Samenspitze zuge»wandten Ende in das Innere einer jeden Zelle ein schwach gekrümmter,schlauchförmiger, verkorkter und ebenfalls mit Schleim erfüllter Körpervor, der in der Richtung der Samenachse liegt. Beim Befeuchten stülpensich diese Körper haarartig hervor und lassen die trocken glatte Samen»
Oberseite rauh erscheinen. Diese eigenartige Erscheinung ist von Kiärskou(in Willkomm et Lange. Prodomus florae Hispanicae. III, 1, 1874)beobachtet und später von anderen Forschern — auch bei anderenLythraceen — angetroffen und untersucht worden. In den Epidermis,zellen der Samenanlage fehlen die Haargebilde noch vollständig undentstehen erst, wenn die Epidermiszellen der Samen ihre fertige Grösse erreicht haben, dann aber sehr rasch.An der Innenseite der Aussenwand in der Gegend der Chalaza bildet sich dabei zunächst eine dünne, Scheiben»artige Verdickung von auffallend lichtbrechender Beschaffenheit. Sie wächst rasch fadenförmig in der Richtungder Längsachse aus und bildet zunächst einen sich mit Jod färbenden, festen Körper, dessen innere Teile späterzu Schleim verquellen, während die äusserste Schicht kutinisiert wird. Bei der Benetzung mit Wasser tritt diesesGebilde aus der Epidermiszelle aus und zwar ist nach Koehne (Ueber das Genusrecht der Gattung Peplisin Botanische Zeitung, 1878) in der Regel eine Zeitspanne von etwa 10 Stunden notwendig; doch kann derVorgang bei Behandlung mit warmem oder kochendem Wasser sehr beschleunigt werden. Zunächst schwellendie Epidermiszellen infolge ihres Schleimgehaltes leicht an, so dass sich die Aussenwände schwach nach aussenbiegen. Dann platzt infolge des inneren hohen Druckes seines eingeschlossenen Schleimgehaltes die Aussen,wand über der Ansatzstelle des schlauchartigen Körpers und der Schleim tritt aus, so dass der Körper selbstdann als leeres, langes, haarartiges Gebilde erscheint, das in der Schleimmasse der Epidermiszellen eingeschlossenist. Durch den innen herrschenden Druck erfolgt darauf von der Basis aus die Ausstülpung, wobei das Ge.bilde anfangs kürzer, später sich verlängernder, offener Zylinder erscheint, bis es schliesslich nach dervölligen Umstülpung einen geschlossenen Haarkörper darstellt. Dieser von Otto Ohlendorf dargestellteVorgang ist bereits von W. Grüttner (Ueber den Bau und die Entwicklung der Samenschale einiger Lythra.Tineen, 1893) in demselben Sinne erklärt worden, während Correns (Berichte der Deutschen Botan. Gesellschaft,
Fig. 2164. Lythrum Salicaria L. a undb Wasserformen, c Frucht, d Samen. —Peplis Portula L. e Wasserform (/na-tans Borb.) (Fig. a , b und e nach Glück).