720
Vorwiegend im obersten Nadelwald 5 und im Krummholz=Gürtel, vereinzelt bis fast an dienivale Stufe steigend, spärlich auch tiefer hinabsteigend: im Allgäu (Vordere Heidach, Salz),in Südtirol bei Völs bis gegen 900 m, in Graubünden zwischen Filisur und Jennisberg bei1200 m. In Bayern von 1690 m bis 2200 m, in Tirol bis über 2500 m (Solstein bei Innsbruck),in Graubünden bis 2864 m (Sass Corviglio bei Celerina). Namentlich auf Kalk und Dolomit,doch auch auf Granit und anderen Urgesteinsunterlagen.
In Deutschland nur in den Alpen von Bayern, in den Allgäuer Alpen an den Gottesacker,wänden, Oytal, Schattenberg, Nebelhorn, Koblat und Daumen, Sdiochen, Willersalpe, Himmelschrofen, Iseler,Kempterkopf, Kugelhorn, Hochvogel, Aggenstein und Füsser Joch, im Mittelstock (östlich bis zum Trainsjoch beiOberaudorf) ziemlich verbreitet; in den Berchtesgadener Alpen ganz fehlend. — In Oesterreich in Tirolin den nördlichen und südlidien Kalkalpen verbreitet, in den Zentralalpen seltener, mit nordöstlicher Ver«breitungsgrenze Guffert — Sonnwendjoch—Stalleralpe—Patscherkofel—Vals—Gebirge östlich vom Brenner—Burgumeralpe — Meransen^—Reintal—Virgen—Kais; in Kärnten bei Heiligenblut auf der Pasterze, LessaditalerAlpen, Reisskofel und Sattelnock bei Weissbriach, Reppwiesen und Gartnerkofel bei Tröpolach, Watschiger
Alm, Kanaltaler Alpen, Raibl amKönigsberge, Villacher Alm, Ortazha,Seleniza, Baba, Obir, VelladierKotschna und Kleiner Grintouz; inSteiermark in den Sanntaler Alpenauf dem Steiner Sattel, an der Merz«lagora und aufwärts bis zum Rinkatorund bis zum Sanntaler Sattel, imSattel zwischen Veliki vrh und Cernivrh; in Krain in den Steineralpen,Karawanken und den Julischen Alpep iSteinsattel, Mokrica, Kanker Kocna,Storzic, Kosuta, Korosica, Loibl, Ze.lenica, Begunjscica, Stol, Belscica,Golica, Mittagskuppe, Prisanek,Ponca, Steiner, Rjovina, Krmasattel,Crno jezero unter Ticarca. — In derSchweiz in den Bündner Alpenziemlich verbreitet, besonders in denKalk« und Dolomitgebirgen des süd»östlichen Teiles, selten im Säntisgebiet(Kragalp [hier 1907 von A. Rothentdeckt], Unterstrich gegen Meglisalp,Oberkellen), in den St. Galler Ober«länder Alpen (Fooalp, Gämsli aufValtura, Sardonaalp, Calveis, Graue Hörner usw.), in den Glarner Alpen (Klöntal, Ochsenkopf, Wiggis, Schilt,Mürtschenalp, Rosslöcher am Krantlistockgrat), in den Urkantonen, im nördlichen und mittleren Tessin.
Allgemeine Verbreitung: In den Westalpen in den Hautes Alpes und Savoyen;in den östlicheren Alpen in der östlicheren Schweiz, in Bayern, Tirol, in den mittleren undöstlichen Italienischen Alpen, in Kärnten, Krain, Steiermark.
Daphne striata ist ein alpigenes, heliophiles Element, das sich vorwiegend an die östlichen, nörd«liehen und südlichen Kalkalpen anschliesst, ohne jedoch in den Zentralalpen zu fehlen. Das Gebiet derMassenverbreitung dieses in seiner Tracht etwas an die Alpenrosen erinnernden Nano«Phanerophyten erstrecktsich in den Ostalpen westwärts bis etwa zur Innquelle. Die Pflanze erscheint dort nach Kern er oft bestand-bildend, inselartig in die grasreichen Bergmähder des Krummholzgürtels eingeschaltet oder in Form schmälererStreifen und kleiner Gruppen am Rande von Legföhrengehölzen. In den östlichen Schweizerischen Alpenist sie besonders häufig und besonders üppig als Unterwuchs im Krummholze und in den aufrechten Bergföhren«Wäldern anzutreffen. Auch gesellt sie sich gern dem Ericeto«Arctostaphyletum bei und steigt mit diesem, sowiemit dem Seslerietum caeruleae alpinae, dem Festucetum variae, dem Festucetum violaceae und dem Cari«cetum sempervirentis auf Moränen, Weiden, Fels und Schutt bis in die alpine Stufe. Ihre häufigsten Begleitersind Erica carnea, Polygala Chamaebuxus, Globularia cordifolia und G. nudicaulis, Thymus Serpyllum und
Fig. 2137. Daphne striata Tratt. Phot. Emil Ganz, Zürich.