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von Carex sempervirens und Sesleria caerulea durchwirkten Rasen und breitet sich dank ihrer grossenUnempfindlichkeit gegen Temperaturschwankungen während der Vegetationsperiode auf Kosten der gutenWeidekräuter aus. Aubert mass auf diesen jurassischen, über Tag starker Sonnenbestrahlung und hoherWärme, über Nacht bedeutender Abkühlungen ausgesetzten Hängen, die häufig auch von Spätfrösten getroffenwerden, im Jahre 1898 in einer klaren Juninacht (also z. Z. der Vollblüte) ein Temperalurminimum von —7°ab. Auf der Schwäbischen Alb, wie allgemein an den süddeutsdujurassischen Siedelungsorten erscheint DaphneCneorum als bezeichnenderBestandteil der an thermophilen, südlichen und südöstlichen Arten reichen Steppenwiesen»Gesellschaft an sonnigen Felsen und auf dürftigen Halden, begleitet von Sorbus Aria, Rosa rubrifolia und R.pimpinellifolia, Cotoneaster integerrima, Cytisus nigricans und Genistella sagittalis, Aster Amellus, Brunellagrandiflora, Coronilla montana und C. vaginalis, Geranium sanguineum, Laserpitium latifolium, AnemonePulsatilla und Thesium montanum (vgl. auch Alyssum montanum. Bd. IV/1 pag. 451). Bei Karlstein inBöhmen besiedelt sie mit Adonis vernalis, Arabis auriculata, Linum flavum, Helianthemum canum, Sempervivum
soboliferum, Bupleurum longifolium, La'thyrus versicolor, Stachys Germanicusund dem prächtigen Dracocephalum Au.striacum die Steilhänge der Velica hora.In Mähren findet sie sich um Czeitsdi insteppenartigen Pflanzengesellschaften, indenen u. a. Linum Austriacum, Astragalusexscapus, A. Danicus und A. Onobrychis,Oxytropis pilosa, Euphorbia Seguieriana,Trinia glauca, Verbascum phoeniceum,Globularia Wülkommü, Campanula Si»birica und Scorzonera Austriaca auf»treten. In Westgalizien kann sie auchin sehr dürftigen, auf Sandböden stehen»den Kiefernwäldern erscheinen, in denenGräser wie Corynephorus canescens,
Aira caryophyllea, Desdiampsiaflexuosa, Koeleria glauca, Nardus strictausw. die Vorherrschaft führen. In denösterreichischen Schwarzkiefernwäldern aufKalk finden sich als Begleiter Genistapilosa, Polygala Chamaebuxus, Sesleriavaria, Bradiypodium pinnatum, Viola rupestris, Cyclamen Europaeum und Hieracium Pilosella. In höherenLagen der Ostalpen nimmt das Felsrösel an der Zusammensetzung der Ericaheide auf süd« oder ostgelegenenGeröllhalden und Felsbändern mit Rhodothamnus Chamaecistus, Tofielda calyculata, Helianthemum nummularium,Peucedanum Oreoselinum, Vincetoxicum officinale, Teucrium montanum, Valeriana saxatilis und BellidiastrumMicheln teil. In den Bayerischen Alpen bei Vorderriss wurde sie von Hegi im Legföhrengebüsch zusammenmit vielen Auenpflanzen wie Orchis maculatus und O. masculus, Piatanthera bifolia, Ophrys muscifera,Thesium rostratum, Gentiana utriculosa usw. festgestellt. Auf der Seiser Alp (Südtirol) besiedelt sie Berg»matten mit Thalictrum alpinum, Ranunculus geraniifolius, Cerastium arvense subsp. strictum, Potentilla aurea,Trifolium badium und T. alpinum, Astragalus alpinus und A. australis, Pinguicula grandiflora, HorminumPyrenaicum, Veronica alpina, Campanula barbata, Scorzonera aristata, Centaurea plumosa usw. — Die angenehmnach Nelken duftenden Blüten sind infolge der Länge des Achsenbechers ausgesprochene Falterblumen. DerDurchmesser des tellerartig ausgebreiteten Adisenbechers beträgt 10 bis 20 mm. In der nach oben leicht verjüngtenRöhre stehen die an fast reinweissen Staubfäden befestigten Staubbeutel in 2, 3 bis 4 mm von einanderentfernten Kreisen. Etwa 4 mm tiefer findet sich die auf kurzem Griffel stehende Narbe und unter demleicht behaarten Fruchtknoten erscheinen die papillösen Ausstülpungen des Achsenbechergrundes, die nachKirchner bisweilen die Gestalt einer dunkelgrünen, drüsigen Scheibe annehmen können. Die homogamenBlüten werden nach Briquet entweder von besuchenden Faltern durch fremden oder durch blüteneigenenPollen belegt (so die am Ausrande der Blütenköpfe wagrecht oder fast nach unten übergeneigten Blüten) oderaber es kann spontane Selbstbestäubung durch Pollenfall eintreten (so bei den in der Mitte des Köpfchensaufrecht stehenden Blüten). Nach Meehan (Self=fertilizing flowers, Contributions to the life.histories ofplants, VI, in Procced. acad. nat. sc. of Philad., 1891) scheint bei in Nordamerika kultivierten Pflanzen nurAutopollinisation einzutreten, die aber dort erfolglos ist, sodass D. Cneorum in Amerika keine Früchte erzeugt.Ebenso ist der Fruchtansatz nach Celakovsky in Böhmen und nach Duftschmid in Oberösterreich sehr
Fig. 2136. Daphne Cneorum. Verbreitung und Einwanderung auf der Baye-rischen Hochebene (im Inn-Salzachgebiet fehlend). Nach Dr. W.Troll, München.