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1959. Daphne Cneörum 1 ) L. (= D. odoräta Lam., = Thymelsea Cneorum Scop.). Heide»röschen, Rosmarin=Seidelbast, Flaumiger Kellerhals. Franz.: Petite thymelee, daphne camelee,thymelee des Alpes; engl.: Garland=flower ; ital.: Cneoro, fiore del monte, fiur del munt(Sottocenere). Taf. 1S7 Fig. 4; Fig. 2154 bis Fig. 2136, Fig. 2140h.
Nach dem Standort und den duftenden Blüten heisst die Art s Steinröserl (bayrisch'österreichisch),Waldröserl (Niederösterreich), Haidarösla (Schwäbische Alb), Ägetle [Egart-Oedland] (Baden),Ägartanägela (Schwäbische Alb), Mairösli (Blaubeuren), Reckholderla [Reckholder = Wacholder](Donaueschingen), Kluser Alperösli [nach der im Jura am Roggen liegenden Klus] (Solothurn), Fluerös 1 i,F1 u e n ä g e 1 i (Langenbruck).
Niedriger, 10 bis 40 cm hoher, wenig buschiger, locker i dolden=traubig verzweigterZwergstrauch. Aeste lang, gerade oder schwach bogig, schlank, glatt, meist weichhaarig,
mit brauner, in der Jugendauch ± grauer Rinde, anden Spitzen häufig dicht,weiter abwärts lockerer be=blättert. Laubblätter spatel*förmig bis verkehrt=eiförmig,0,8 bis 1,6 cm lang und 0,3bis 0,5 cm breit, an derSpitze abgerundet oder seichtausgerandet, mit kleiner,meist unscharfer und oftzurückgebogener Spitze, sit=zend, lederig, steif, kahl,dunkler als bei D. striata.Blütenstände endständig, ge=drungen, sitzend, 5= bis 10=(selten bis 15=) blütig, mit spateiförmigen, stumpfen, laubblattartigen, etwa dem Achsenbechergleich langen Hochblättern. Blüten einfarbig, hochrot, seltener schneeweiss, 1 bis 1,3 cmlang, dicht kurzfilzig, mit sdilankem, walzenförmigem, 0,5 bis 0,7 cm langem Adisenbedierund nur wenig kürzeren, stumpfen, eiförmigen, 2=mal so langen als breiten Kelchblättern,betäubend wohlriechend. Fruchtknoten behaart. Beere ellipsoidisch, lederig=trocken, anfangsgelbbraun, zuletzt rötlichbraun, vielfach nur in geringer Zahl oder auch gar nicht zur Ent=Wicklung gelangend; Samen länglich=eiförmig, schwarzbraun (Taf. 187, Fig. 4e). — In tieferenLagen Ende IV bis Anfang VI und bisweilen im Herbst, in höheren Lagen bis VIII.
Gruppen» oder herdenweise, häufig auch bestandbildend, auf steinigen, kalkhaltigen,trockenen Böden in lichten Wäldern und Gebüschen, an sonnigen, steinigen Hängen, auf Heide*wiesen, in Flussauen, auf trockenen Weiden, Bergmatten, im Knieholz usw. Von derEbene bis in die subalpine Stufe: in der March (Niederösterreich) bei 170 m, in der Alb (Schafberg)bis 990 m, in den Bayrischen Alpen bis 1280 m, im Tessin (Sasso d'Oriente) bis 1764 m,in Tirol bis über 2000 m, in den Bergamaskeraipen bis 2150 m (Pizza Arera).
In Deutschland im Badischen Jura, in der Baar und im Hegau ziemlich verbreitet, ebenso auf derAlb (ostwärts bis Blaubeuren, im Fränkischen Jura bei Staubing unweit Weltenburg, um Regensburg (z. B. aufdem Lausbückel bei Roith) und bei Schambach unweit Reissling, im Keupergebiet bei Hohenlandsberg, in den
') Abgeleitet von griedi. xvdw [knäo] = kratzen, da alle Teile des Zwergstrauches (gleich denenaller anderen D a p h n e • Arten) im Munde ein kratzendes, brennendes Gefühl hervorrufen. Die Griechenbezeichneten mit xvitoQop [kn^oron] oder xveiooo; [kn^oros] mehrere Arten der Gattung, vor allem D. GnidiumL., den gnidischen Purgierstrauch des Hippokrates.