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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Dittinella, Erba-corsa (Fig. 2125), ein buschiger, rutenförmiger, kurzästiger, bis 120 cm hoher Halbstrauch mit

lineal.lanzettlidien, zugespitzten, blaubereiften, dicht gedrängten Laubblättern und kleinen, weissen Blüten. Er

gehört zu den charakteristischen Bestandteilen der Macchien und findet sich dort herdenweise zusammen mit

Serapias Lingua, Calycotome spinosa, Smilax aspera, Cistus Monspeliensis, Myrtus communis, Pistacia Tere«

binthus, Phillyrea angustifolia, Lavandula Stoechas usw. Nach der neuesten von Nitsche stammenden

Darstellung (Beiträge zur Kenntnis der Gattung Daphne, 1907) gliedert sich die Gattung auf Grund der ver»

schiedenartigen Sprossverkettung ihrer Arten in 5 Sektionen: l.Eudäphne Nitsche. Dreiachsige Arten mit

stets seitlich an der Achse n=ter Ordnung auftretenden Blütenständen. Vegetative Sprosse als Achsen n + 1-ter

Ordnung unterhalb der Blütenregion. In dieser von den Auffassungen von Spach, Meisner, Gilg und

v. Keissler abweichenden Umgrenzung gehören zu dieser Gruppe D. Laur6ola L., D. Pöntica L. und

D. glomeräta Lam., sowie D. Mez6reum L. 2. Daphnänthes v. Keissler. Zweiachsige Arten.

Blütenstände endständig, an der Achse n=ter Ordnung. Vegetative Sprosse als Achsen n +1-ter Ordnung in

den Achseln der obersten Laubblätter oder der den Blütenstand umgebenden Hochblätter. Die mit etwa

30 Arten umfangreichste Sektion

besitzt nach Nitsche 4 Sub.

Sektionen: a. Alpinae v. Keiss«

ler. Laubblätter krautig, hinfällig.

Blütenköpfe sitzend. Hochblätter

fehlend (D. Caucäsica Pall.,

D. a 1 p ina L. usw.); b. Gn:'dium

Nitsche. Laubblätter lederig, aus.

dauernd. Blütenköpfe gestielt.

Hochblätter fehlend(D. oleoides

Schieb., D. Gnidium L. usw.)

c. Cneörum Nitsche. Laub«

blätter lederig, ausdauernd.

Blütenköpfe sitzend. Hochblätter

vorhanden (D. Cneörum L.,

D.striäta Tratt.,D. arbüscula

Celak., D.petraea Leyb., D. col«

linaSm., D. Blagayäna Freyer

u. a.)j d. Daphnanthoxdes.

c- ^ u . . j » u- , ^ Von voriger Subsektion durch ge«

Fig. 212 d . Daphne Gnidium L., in der Macchia auf Corsika.

Phot. cand. med. Meta Lutz und Dr. G. Hegi, München. stielte Blütenköpfe unterschieden

(D. odor&ta Thunb. u. a.).

3. G6nkwa Benth. et Hook. 3«achsige Arten. Blütenstände endständig an den Achsen n+1-ter Ordnung.Vegetativer Spross als Achse n + 2ter Ordnung in der Achsel des obersten Laubblattes. Umfasst als einzigeArt D. G6nkwa Sieb, et Zucc., ein uraltes zentral-chinesisches Relikt. Die von Meisner, Gilg u. a.zur Gattung Daphne als Sektion gezogene Gattung Eriosel£na Bl. wird von Nitsche namentlichwegen der von van Tieghem festgestellten Anwesenheit von Calciumoxalat, Sclerenchymzellen im Laub«blatt und wegen des bikollateralen Leitbündelbaues (dreier primärer Merkmale, die der Gattung Daphnefehlen) ausgeschieden und wieder zum Gattungsrang erhoben, bzw. ihr die Möglichkeit einer Einreihung beiDaphne mit dem Werte einer scharf umgrenzten, phylogenetisch alten Untergattung gegeben. Das Heimats»gebiet der Gattung dürfte in den Gebirgen vom Himalaya westwärts bis zum Mittelmeer zu suchen sein.Näheres über die Laubblatt« und Stengelanatomie der Sektion Daphnanthes vgl. K. Vogl (Jahresbericht desk. k. Staatsgymnasiums in Oberhollabrunn. XL, 1910).

Alle Daphne-Arten sind infolge des ± grossen Gehaltes an Daphnin und vermutlich auch wegen desscharfen Mezerei'ns (eines Harzes) zk stark giftig (vgl. unter D. Mezereum) und von altersher medizinischverwendet. Nach der Zusammenstellung von Tschirch (Handbuch der Pharmakognosie. Bd. II) gehören dieFrüchte der mediterranen D. Gnidium L. (das xveaigov [knestron], die xdxxoi yvi.äiai [kökkoi gnidisi], diegnidischen Körner) zu den uralten Heilmitteln, die schon im Corpus Hippocraticum genannt und auchvon Scribonius Largus benutzt werden. Sie galten, mit Mehl und Honig vermischt, als Abführmittel.Nach Galen dienten sie ferner als Abtreibungsmittel, Antaphrodisiacum und gegen Gallenleiden. Dieathenischen Frauen legten sich bei den Thermophorien auf Daphne-Zweige. Nach Dioskurides wurdensowohl die Früchte als auch die Laubblätter von &v L ueXaia [thymeleia], unserer Daphne Gnidium L., medizinisch ver«wendet. Die zwei xveajQoe [kn£oros]«Arten des Theo phras t sollen sich auf Thy m e 1 a ea hir t a (L.) Endl.und T. Tartonraira All. beziehen. Die von Dioskurides als dcapvoeides [daphnoeides] bezeichnete Pflanze war