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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Vokale (die sieben).

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Leders bedienen (so schon bei Plinius ), und endlich noch der sog. MagisterSalernus (gest. 1167) in derCatholica", die auch des Vitreolum ustum (desgebrannten Vitriols) gedenkt 1 . Erst im 13. Jahrh. spricht Albebtus Magnus vonVitriolum 2 , diese Erwähnung ist also keineswegs, wie sich verschiedentlich an-gegeben findet, die älteste oder auch nur eine sehr alte; zu seiner Zeit war der Zu-satz von Vetriolo oder Vetraviolo [in welchem Namen die Bezugnahme aufblaues Glas noch deutlich hervortritt] zu den Eärbe- und Beizbrühen der Floren-tiner Färbermeister schon etwas ganz Gewöhnliches und wurde, da er häufig dieGüte der Stoffe und dadurch den Ruf der Stadt schädigte, vom Magistrat immerwieder untersagt, freilich ohne dauernden Erfolg, wie das die Erneuerungen derVerbote bis gegen 1400 ersehen lassen 3 .

Die BenennungCoperosa" für Vitriol ist schon bei Michael Scottjs (1180bis 1250; s. diesen) als wohlbekannt nachweisbar 4 ; sie soll voncorpus rossum"herrühren, demroten Körper", d. i. dem beimBrennen" des Vitriols, ur-sprünglich des Eisenvitriols oder eines stark eisenhaltigen Kupfervitriols, ver-bleibenden Rückstandes. Der Name geht auch in die pharmazeutischen Vor-schriften über und verbreitet sich schon frühzeitig bis in die englischen Dispen-satorien 6 .

Über denkünstlichen" Vitriol berichtet Ganepabius inDe atramentis" 6 ,daß er vor 1600 alsTutia Inda" aus Syrien bezogen wurde, neuerdings aberaus jenem Teile Dalmatiens kommt, der Bossina heißt, d. i. Bosnien; wie er aberaus Kupferspänen bereitet wird, ist noch ein Geheimnis 7 .

Vokale (die sieben).

Als eine der ältesten und wichtigstenManifestationen der heiligen Sieben-zahl" (s. diese) gilt bei den sog. Pythagoreern und ihren Nachfolgern die dersieben Vokale 8 .

Schon im alten Ägypten steht seit dem 14. Jahrh. v. Chr. bis zum Siege desChristentums und darüber hinaus kein Zweig der Literatur in höherer Blüte alsdie zur Zauberei gehörige 9 ; in ihr fand man, als etwa um 1150 das Alphabet auf-kam, daß die Geheimnamen, besonders die der Götter, deren Kenntnis ungeheuereMacht verleiht, in wirksamster Gestalt durch sinnlose Zusammenstellungen vonBuchstaben dargestellt werden, deren eigentliche Bedeutung nur der Eingeweihteerfährt und dann zu rechter Zeit gebraucht 10 . Erst bald nach Beginn unsererZeitrechnung scheint zuerst Chaieemon , der hervorragendste stoische Fördererder ägyptischen Religion, den Konsonanten, die die orientalischen Sprachen alleinschrieben, auch die 7 griechischen Vokale beigefügt zu haben 11 ; so entstandendie mystischen Figuren, wie derFlügel des Hebmes" u . dgl. 12 , so auch die sog.vokalischenKrebsworte", die beim Rückwärtslesen ebenso klangen wie beim

1 Giacosa ,Magistri Salernitani nondum editi" (Turin 1901) 156; 153. Vitriole,

die nur Kupfer, nur Eisen, oder beide Metalle in wechselnden Verhältnissen enthielten,wurden erst in später Zeit scharf unterschieden; daher erklären sich die Verwechslungen inobigen Angaben. 2 Gmelin ,Gesch. d. Chemie" I, 106.

3 Dören ,Studien aus der Elorentinischen Wirtschaftsgeschichte" (Stuttgart 1901 ff.;

I, 82). 4 a. a. O. 15. » Schöffler , a. a. O. 6, 140. 6 Venedig 1619.

7 Beckmann ,Vorrat kleiner Anmerkungen" (Leipzig 1795) 124.

k Boll , PW. VI, 2552. Dornseiff , a. a. O. 33. 9 Ed. Meyer , bei Dornseiff 52.

19 Dornseiff 53, 54; 120. 11 Ebenda 35ff., 156. 12 Ebenda 44, 58ff., 64.