Tabula Smaragdina.
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schon älteren Erklärern ein Stein des Anstoßes war. Ursprünglch handelt es sichin dieser Hinsicht offenbar nur um ein Märchen, und einer Tafel des H ermesschien schon deshalb ein Smaragd ganz besonders angemessen, weil er her-kömmlicherweise als der „dem H ermes zugehörige Stein" angesehen wurde. —Weiterhin, z. B. im späteren Latein, bedeutet dann smaragdii us nichts weiter alsgrün; Apicrtrs sagt in seinem Kochbuche (entstanden um 200, umredigiert umoder nach 400), daß gewisse Gemüse beim Kochen mit etwas Soda „smaragdini"werden 1 , M artianus C apella (gegen 400) spricht von „smaragdini calcei", d. s.grüne Halbstiefelchen 2 , es gab eine „Theriaca smaragdina", d. i. einen grünenTheriak 3 , und der Smaragd, durch den Kaiser N ero seiner schwachen Augenwegen den sonnigen Zirkus zu betrachten pflegte*, war wohl auch nur ein Glasoder irgendein durchsichtiger Halbedelstein von grüner Farbe.
Was wir jetzt als,, T abula S maragdina" besitzen, bildete nachRusKAs grund-legender Untersuchung 5 ursprünglich den Schluß einer arabischen kosmologischenSchrift astrologischen Inhaltes und anscheinend gnostischen Charakters, die ver-mutlich dem 8. Jahrh. entstammt und dem D schabir (um 900) schon bekannt war;erhalten ist sie in einem Buche „U rsachen der D inge", dessen in Gotha befind-liches Manuskript die Abschrift einer Vorlage aus dem Jahre 1001 ist und dasden Text der Tabula an richtigem Orte und in richtigem Zusammenhange bringt 6 .Seine Quellen sind fraglos ägyptisch-griechische hermetische und alchemistischeSchriften, welche letztere häufig auf H ermes Bezug nehmen 7 ; aber eine griechischeVorlage, wie sie schon D e S acy für das ganze Werk und noch H olmyard 8 für dieTabula annahm 9 , ist nicht bekannt 10 . Für den „Talisman der syrischenStädte" des B al I nas (= A pollonius von T yana; s. diesen), der zum Vergleichherangezogen wurde, mag eine solche bestehen 11 , hingegen beruhen die griechischenund sonstigen Texte, Zitate und Inschriften im Buche „U rsachen der D inge"im „B uche des S chatzes A lexanders des G rossen" (s. dieses), in S agijüs'„Buch der Enthüllungen" und im syrischen Traktat des H ermes, ,H au pt dergriechischen Weisen" durchaus auf Mystifikation 12 . Dasselbe gilt von denBerichten über ihre Auffindung, denn alle diese abenteuerlichen Fundgeschichtenhaben den nämlichen Ursprung: die Auffassung der ägyptischen Pyramiden undFelsenkammern als Verstecke der Geheim Wissenschaft, als Grabstätten der uralten„Weisen", u. a. des H ermes und A gathodaimon, samt ihren Geheimbüchern undTafeln 13 . Ein frühes Bild dieser Vorstellungen gewährt die Schrift des K rates(s. diesen), die nicht vor dem 6. Jahrh. abgefaßt ist 14 , und weiterhin entspringenihnen die zahlreichen späteren Legenden, die teils nur Bücher und Tafeln be-treffen 16 , teils auch deren Entdeckung, z. B. die der „U rsachen der D inge" undder „T abula" durch A pollonius, der neben H ermes als beglaubigendes Sche-men benutzt wird 16 .
1 Ed. Giarrataho u. Vollmer (Leipzig 1922) III, 1. — 2 XXX, 22; Wessner , PW.
XIV, 2006. — 3 Lüdy , „Alchemistische und chemische Zeichen." (Mittenwald 1929), 31.
4 Plinitts , XXXVII, cap. 5; ihn für eine Linse zu erklären, hegt keinerlei Berechtigung
vor: Adams , „Isis" XIV, 465(1930). — [Daß der Smaragd wohltuend für das Auge sei,
erwähnt übrigens schon Theophrastos .] — 6 „Tab. Smar." (Heidelberg 1926), 163ff-, 166.
6 Ebenda 127ff., 156ff. — » Ebenda 36, 232; llff. — » „Nature" (London) CXII, 525,
(1923). — 9 R uska , a. a. O. 129, 121. — " Ebenda, Vorr. 4; 37, 130, 124. — 11 Ebenda 99.
12 Ebenda 75, 76, 110, 115. Sägijüs : s. bei Apollonius . — 13 Ebenda 61 ff., 77, 139,
155,158. — 14 Ebenda 164. — « Ebenda 61 ff., 77,139,155,158. — 16 Ebenda 167.