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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Skymnos von Chios Sonne Saturn. 201

ihn als eine Art reisenden Magiers hin; in der Tat gab er sich aber als Religions-stifter, als göttlicher Träger einer erlösenden Urmacht, als Besitzer wunder-wirkender Zauberkräfte sowie einer Heilslehre, der Gnosis, die solche verleiht.Tiefere Einwirkung griechischer Ideen ist nicht bei ihm nachweisbar, und seineHelena hat nichts mit der Homerischen gemein 1 ; sie trägt vielleicht eher gewisseZüge der orientalischen Selene und Istar 2 .

Die Dauer seiner Nachwirkung bezeugt u. a. die Tatsache, daß noch A bra-ham a Santa Clara ihn imNarrenspiegel" von 1709 alsZauberei -Narr" auf-treten läßt, der durch seinen Hochmut Gott herausforderte und durch ihn insVerderben gestürzt wurde 3 .

Skymnos von Chios.

Dieser Dichter, der Zinn wie Gold aus dem Sande spanischer Flüsse ge-winnen läßt, lebte um 185 v. Chr. 4 .

Sol invictus.

Die alchemistische Bezeichnung des Goldes alssol invictus", alsunüber-windlichen Herrn der Welt", geht auf die Tatsache zurück, daß der Kaiser A ure-liantjs , als er 273 Palmyra erobert hatte, nach orientalischem Brauche die Sonnezum Beichsgott erhob, und zwar unter dem obigen Titel 5 . Das sol (Sonne) dessol invictus" wurde, wie bei den Alchemisten üblich, mit Gold gleichgesetzt.

Soma-Sema.

Das Wortspiel aw^ia-av^ia, das den Leib (soma) als Grabmal (sema) bezeichnet,nämlich als das der Seele, und das späterhin unzählige Male zitiert wird, mitVorliebe aus Philon 6 , stammt nicht von diesem, sondern von Platon , der esin den DialogenGorgias" undRratylos" vorbringt 7 .

Sonne Saturn.

Die für Astrologie und Alchemie wichtige, anscheinend so unerklärliche gegen-»seitige Stellvertretung, ja Gleichsetzung der beiden Weltkörper entspringt derbabylonischen Anschauung, daß es die nämliche Gottheit sei, die sich in denzwei mächtigsten Gestirnen offenbare, in dem des Tages, der Sonne, und in demder Nacht, dem Kronos 8 ; daher kann der gleiche Name beide bezeichnen, undder Sonnen-, Himmels-, Jahres- und Lichtgott B el (Helios ) wird mit K ronosidentifiziert, oder (wie später auch bei den Syrern) als K ronos-Helios mit ihmvereinigt 9 . Letzterer wiederum gilt für dieselbe Gottheit wie der iranische Licht-und Zeitgott Z arvän oder Z ervAn Akarana , der die unendliche Zeit als dasUrprinzip verkörpert 10 , und diese Meinung bleibt für das ganze semitische Sprach-gebiet maßgebend 11 ; sie gibt den Anlaß zur Gleichsetzung des Zeitgottes Xqovog(Chronos ) mit K ronos , dem Vater des Z etjs , die in Griechenland schon seit

1 Ed. Meyer ,Christ." III, 277ff. 2 Eisler ,Weltenmantel" 478. 3 a. a. 0. 418.

4 Wellmann ,Georgika . . ." 15. 5 Stemplinger ,Antiker Aberglaube" 97.

6 Übers. Cohn (Breslau 1919) III, 52. 7 493a und 400b.

» Boll , PW. XI, 346, 2000, 2011.A. Rel." XIX, 345 (1921).

9 Boll , ebenda; Reitzenstein ,Iran. Erlösungsmyst." 179ff., 188.

10 Ed. Meyer ,Christ." II, 83. 11 Reitzenstein , a. a. O. 177.