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Salze im alten Babylonien — Sarapis (Serapis).
Salze im alten Babylonien.
Kochsalz, mil'u, war seit den ältesten. Zeiten bekannt, wurde den vegetabili-schen Speisen als „vom Gotte Enlil selbst bestimmt" zugesetzt 1 und besaß be-sondere reinigende Kraft 2 ; „Bergsalz" gewann man im Lande, „ainmonischesSalz", „täbat amäni", d. i. hartes kristallisiertes Steinsalz, bezog man von aus-wärts [wohl aus Ägypten] und schrieb ihm große medizinische Kräfte zu 3 .
Pflanzenasche (Alkalikarbonat), nitiru, wurde durch Verbrennen von „Salz-kräutern" dargestellt, und der Aschenlauge, „uchulu", bediente man sich beimReinigen der Wäsche und bei der Gewinnung von Seife (s. diese) 4 .
Alaun, sikkaru, fand als einheimischer seine Anwendung gleichfalls bei derWäsche, und als ägyptischer zu Zwecken der Medizin 5 .
Gips, den man als eine Art Salz ansah, benutzten die Ärzte, aber auch dieVertreter magischer Lehren 6 .
Sanchuniathon.
Dieser vorgebliche phönizische Geschichtschreiber ist ein völlig erdichteterGewährsmann, auf den die hellenistische Zeit Züge des ägyptischen Thot , desKadmos und anderer bedeutsamer Vorgänger aus alter Zeit übertrug. Der Gram-matiker und Historiker Philon von Byblos (64—140?) gab sich als Übersetzerjenes phönizischen Hauptwerkes aus, und die Bruchstücke seiner Schrift, die beidem Kirchenhistoriker Eusebios (gest. 340) erhalten blieben, erfreuten sich bis indie Neuzeit hinein hohen Ansehens und wurden für echt gehalten 7 .
Sandarach.
Dieser Name des roten Schwefelarsens hängt mit der Bedeutung „rot" derSilben aavö-, auoö- (sand-, sard-) zusammen, die auch in Sandan = Purpurgotthervortritt und im Beinamen des Herakles Sandan 8 .
Sapphir.
Der griechische Name dieses Edelsteines ist ein Lehnwort aus einer semitischenSprache 9 .
Sarapis (Serapis).
Die ehemalige Annahme, Sabapis sei babylonischen Ursprunges, ist, wie derÄgyptologe Sethe schon 1913 zeigte, gänzlich unhaltbar, vielmehr ist der Namedieser Gottheit von Osiiiis-Apis abzuleiten 10 . Es war König Ptolemaios I., der286 v. Chr. aus politischen Gründen für die in Ägypten lebenden oder ange-siedelten Griechen vom Auslande her einen neuen Gott einführte, ihn „in ÄgyptenWohnung nehmen ließ", ihn zum Reichsgotte erhob und den Ägyptern als Osiris-Apis erklärte, d. h. als eine Vereinigung ihres Totengottes Osibis mit Apis , demhl. Stiere des Ptah zu Memphis, von dem man glaubte, er werde nach seinem
1 Meissner , a. a. O. II, 228, 316. — 2 Ebenda II, 228.
3 Ebenda I, 349; II, 309,316. — * Ebenda II, 306, 384; I, 255. — 6 Ebenda I, 255;
II, 309. — 6 Ebenda II, 309; 208, 209. [Vielleicht in Gestalt von Marienglas.]
7 Gressmann, PW. IA, 1816; Grimm , ebenda 2233. — 8 Eisler , „Weltenmantel"
167, 285; 178; 227. Nach Ruska ist alles das sehr fraglich. — 3 Blümner , PW. IA, 2356.
10 Vgl. Weinreich , „Neue Untersuchungen zur Sarapis-Religion" (Tübingen 1919).