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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Osiris Ostanes.

H. Hommel ist der Ansicht 1 , daß man hinsichtlich der iranischen Einflüsseauch nicht zu weit gehen dürfe: schon vor dem Eindringen der orientalischenKulte sei die Orphik hei den Griechen vorhanden gewesen, und zwar sogar alsHauptbestandteil ihrer Volksreligion 2 ; als solcher bewahrte sie in Glauben undKult mancherlei uraltes indogermanisches Gut und schuf insbesondere, woraufbereits Diels hinwies 3 , die Uberzeugung von der Herrschaftdes einen und all-umfassenden Weltgottes Zeus " 4 . Hiermit stehe es nicht in Widerspruch, daß dieOrphik zu den Griechen aus Thrakien gelangt sei; denn in diesem Lande saßenindogermanische Stämme, daher es denn auch den Übergang des Dionysos-Kultes aus Vorderasien nach Griechenland vermittelte 6 .

Von dem in später Zeit dem Orpheus zugeschriebenen Gedichte über die magi-schen Eigenschaften der Steine,Lithika", liegt eine deutsche Übersetzung vonSeidenadel vor 6 .

Osiris.

Schon im Verlaufe des 3. Jahrtausends wurde der alte ägyptische TotengottAnubis durch Osiris verdrängt, dessen Kult von der im Delta gelegenen StadtBusiris her allmählich nach Memphis und Abydos gelangte; aus dieser Zeit stam-men auch die Mythen von seinem Tode, dem Verlorengehen seiner Leiche undihrer Wiederauffindung, desgleichen seine Darstellungen als Pfeiler und Baum-stamm, die alsRückgrat", alsentlaubter, aber neues Leben erharrender Holz-stumpf", als primitive menschliche Figur und schließlich auch als Mumie ge-deutet und umgedeutet wurden 7 . Über Einzelheiten betreffs dieser Sagen sowieder Auffassung des alten Königsgrabes zu Abydos als Grab des Osiris gehen dieAnsichten noch auseinander 8 . Hinsichtlich der späteren Verschmelzung vonOsiris und Sarapis 9 s . bei diesem.

Ostanes.

Nach Eisler waren die oazaval (Ostanai) bei den alten Persern ursprünglicheine Klasse der Magier 10 , und ihnen dürfte jener Ostanes angehört haben, denzuerst Herodot als einen Begleiter des Xerxes erwähnt 11 . Aus Magierkreisenstammte wohl auch ein im Geiste dieser Klasse abgefaßtes religiös-mystischesWerk, in das seit Beginn der hellenistischen Zeit (3. Jahrh. v. Chr.) alle möglichenwüsten Ergebnisse des Aberglaubens, der Dämonologie, der Zauberkünste usf.eingeschoben wurden und das erst nur bei den ungebildeten Schichten umlief, seitdem 1. Jahrh. v. Chr. aber auch bei den höheren in Aufnahme kam 12 . Die Ver-mengung persischer, ägyptischer und anderer Geheimwissenschaften führte, wieErman zeigte, auch zur Gleichsetzung des Ostanes mit dem Gotte Astun ausdem Kreise des Thot , und weiterhin mit diesem selbst 13 ; so hielt er alsKönig

1A. Bei." XXIII, 195 (1925). 2 Vgl. Samter ,Religion der Griechen" (Leipzig

1914), 81 ff. 3A. Rel." XXII, 11 (1924). 1 Ebenda XXIII, 198 (1925). 6 Ebenda

199. 6 Bruchsal 1876: Gymnasialprogramm. Vgl. Thorndike I, 293. 7 Boeder, Ro.

VI, 132, 135ff. Mit Busiris hängt wohl Hermes BÜdaschIr zusammen? ( Ruska.)

8 Erman u. Ranke 347 ff. A. Wiedemann,A. Rel." XXI, 469 (1923). Gressmann,

Tod und Auferstehung des Osiris" (Leipzig 1923). 9 Roeder , a. a. O. 139.

10Weltenmantel" 573. 11 III, 68ff.; VII, 61. 12 Ed. Meyer ,Christ." II, 92ff.,

woselbst Näheres.

13 Bei Eisler , a. a. o. 573. Roeder, Ro. y, 853.