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Homer — Horapollon.
Sehr verbreitet sind die Vorstellungen von der Himmelfahrt bei den Ver-fassern der A pokrypheh , die vom Aufstiege des H enoch, J esaias, B arttch u. a.berichten, ferner bei den mithras -Verehrern, bei denen die „mithrische Klimax",d. i. die „mithrische Leiter", eine bedeutsame Rolle spielt 1 . Auch anläßlich derHimmelfahrt M uhammeds , bei der, wie noch der persische Dichter N izämi (gest.1198) bestätigt, der Prophet in jeder Planetensphäre eine der bösen irdischenEigenschaften ablegte 2 , vernehmen wir von der „Himmelsleiter"; man berechnetesogar deren Höhe von der Erde an bis zur obersten Sphäre, und nach einer Stelledes K orans vermögen Engel und reine Geister den Himmel auf ihr im Laufe eineseinzigen Tages zu ersteigen, der aber freilich der Länge von 50000 gewöhnlichenJahren gleichkommt 3 ! — Verwandten Anschauungen begegnen wir auch in derpersischen Legende von der Himmelfahrt des A rda V iräf , die frühestens im6. Jahrh. n. Chr. niedergeschrieben sein dürfte 4 .
Homer.
Die später so beliebten und einflußreichen allegorischen Auslegungen H omersbeginnen schon zur Zeit des P laton 8 . Nach K rates von M allos (geb. um 200)ist H omer voll geographischen und astronomischen Wissens, und wenn er z. B.Z eus den H ephaistos auf die Erde herabwerfen läßt, so deutet er einen Versuchan, die Größe der Welt auszumessen; für seinen Schüler Z enodotos ist H omer,seiner astronomischen Kenntnisse halber, ein Chaldäer 6 . In gleichem Kreise be-wegen sich im 1. Jahrh. v. Chr. die Deutungen des H eraklit 7 und im 2. n. Chr.die des K ronios , eines Vorläufers der Neuplatoniker, der auch schon Männlichesund Weibliches in Parallele mit Seele und Leib setzt 8 . H eliodoros (3. Jahrh.)erklärt H omer für einen Sohn des H ermes und der Gattin eines „Prophetes", d. i.eines ägyptisch-hellenistischen höheren Priesters 9 ; der gleichzeitige L ukianos emp-fiehlt das Hersagen gewisser seiner Verse als Mittel gegen Augenkrankheiten 10 , undin einemZauberpapyrus gegen 300 benutzt man sie zwecks Befragung der Zukunft 11 .
Eine gewisse Kenntnis H omers ist auch bei den Arabern vorhanden, dennschon D schabir weiß im 9. oder 10. Jahrh. von einem „ A müras dem Dichter" 12 ,und unter dem nämlichen Namen führt ihn im 11. Jahrh. auch A l- B irüni wieder-holt in der „India" an 13 .
Weitaus späteren Autoren sind gewisse allegorische Auslegungen ebenfallsnicht ganz fremd, so H ebelin (1604—1676), der als einer der ersten die homeri-schen Epen für Kompilationen aus sehr verschiedenen Zeiten erklärte 14 .
Horapollon.
Sein für die Überlieferung sehr wichtiges Werk „Hieroglyphica", von etwa400 n. Chr., ist nicht aus dem Ägyptischen übersetzt, sondern geht hauptsächlichauf eine gleichnamige Schrift des B olos D emokritos zurück (s. diesen) 16 .
1 Eisler , ebenda; Horovitz , „Islam" IX, 165 (1919).
2 „Haft Paikar", übers. Wilson (London 1924); Islam" XV, 113 (1925).
3 Horovitz , a. a. O. 176. — 4 Scheftelowitz, „A. Rel." XIX, 213 (1921).
5 Müller, PW. Suppl. IV, 17. Eisler , „Orph.-Dion." 82.
6 Kroll, PW. XI, 1638; vgl. VIII, 2197. — 7 Eisler , a. a. O. — s P EA echter, PW.
XI, 1978. — » Feis, „M. G.M." XX, 95 (1921). — 10 „Charon" VII; Pfister, PW. Suppl. IV,
332. — ii Wessely , ebenda 52. — 12 Ruska , bei Bugge 1,18. — 13 Übers. Sachau (Lon-
don 1910). — 14 Ed. Magnien (Paris 1925); „Isis" VIII, 528 (1925).
15 Wellmann , „Physiologos" (Leipzig 1930) 63.