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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Gnosis.

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eine Glockengießer-Gasse 1 , und nicht sehr viel später legte man die ersten Glocken-spiele an 2 , zum Teil mit jenen, die schlagenden Hämmer schwingenden Figuren,die den NamenGlockenhans" führten'. Das frühmittelalterliche Wort cloccaoder klukka, erhalten im französischen cloche, das schon um 700 in lateinischenTexten auftaucht, scheint vom keltischen kluggo, cloch, cloc herzukommen, viel-leicht unter Vermittlung durch das angelsächsische clugge; die Verwandtschaftmit cluchon = klopfen ist nicht ausreichend bezeugt 4 . Das deutsche Wort Glockefindet sich zuerst um 800 6 .

Zu den ältesten Aberglauben zählt auch in Deutschland die Überzeugung, daßGlocken, besonders geweihte, die bösen Geister und den Teufel in Furcht ver-setzen und verjagen, daher besonders,indem sie Donner gegen Donner setzen",die Gewitter vertreiben und Blitzschläge verhüten 6 ; aber auch kleine Glockenund Glöckchen, wie man sie dem Vieh um den Hals hängt, schützen es vor Erd-männchen, Elfen usf. und gewährleisten seine Sicherheit 7 . Für den Unkundigenbehielt der an den Donner gemahnende Schall der Glocken noch lange Zeit etwasFurcht Erregendes; daher rannten bei der Belagerung von Orleans durch Chlo-tachab (659) die sonst so tapferen Franken von Schrecken besessen davon, alsder hl. Lupus die Glocken läuten ließ 8 .

Gnosis.

Über Entwicklung und Wesen der Gnosis gehen die Anschauungen auchneuerdings noch stark auseinander.

Nach de Faye , der sich hierin in Gegensatz zu Bousset , aber in Überein-stimmung mit Habnack zu befinden versichert, liegt ihre geschichtliche Be-deutung in den Persönlichkeiten und Schulen der christlichen Zugehörigen,während der orientalische Synkretismus nur Nebensächliches beitrug 9 . NachReitzen,stein ist der ihr so wesentliche Dualismus orientalischen Ursprunges,und sie wurzelt daher nicht in den Lehren oder Überlieferungen der griechischenPhilosophie 10 . Ed. Meyeb erklärt als den Vater sowohl der orthodoxen Kircheals auch der gnostischen Irrlehren Paulus , der es versucht, die unermeßlicheTiefe der Erkenntnis Gottes, d. i. der Gnosis (von der er redet), zu ergründen,in Begriffe zu fassen, und so das Wesen der von Chbistus gebrachten Erlösungrichtig auszudeuten 11 . Die Lehre des unter seinen Einflüssen stehenden Christen-tums verbindet sich mit jener des Simon Magus (s . diesen), deren Grundbegriffedurchaus festgehalten werden, erhält stärkste Beimischungen hellenistischerSpekulation und synkretistischer Mystik, und geht so, unter mannigfachen Ab-änderungen und Abstufungen in ein zumeist absonderliches, oft geradezu ab-surdes Ganzes über 12 . Aus diesem entwickelt sich dann in den nächsten Jahr-

1 JoHAirersEN, a. a. O. 72. 2 Feldbaus , a. a. O. 177.

3 Diesen erwähnt noch Shakespeare inRichard III.", Akt 4, Szene 2 (gegen Ende).

4 Kluge ,Etymologisches Wörterbuch" (Straßburg 1910) 176. Dehio , a. a. O. G rupp

i, 369. 5 Dehio , a. a. o.

6 Schultz ,Deutsches Leben im 14. und 15. Jahrh." (Wien 1892), 426. Wuttke u.

Meyer ,Deutscher Volksaberglaube" (Berlin 1900) 142, 305.

7H. D. A." I, 733; über dasVertreiben der bösen Geister" s. auch Mengis , ebenda

III, 511. 8 G rupp I, 369.

9Gnostique et Gnosticisme" (Paris 1913); s.A. Bei." XX, 455 (1922).

10Iran. Erlösungsmyst." 92. 11Christ." III, 625. 12 Ebenda III, 298.