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Dschäbir.
rung den Schluß zuläßt, daß er selbst einen hohen Rang unter den Führern derismailitischen Geheimbewegung einnahm.
Von seinen vielen Schriften über sehr zahlreiche Gegenstände blieben nur diewenigsten erhalten, und diesen ist zu entnehmen, daß er als „Grundstock" derweltlichen Wissenschaften Medizin, Talismankunde und Alchemie ansah. Letztereist die wichtigste aller, denn die übrigen dienen nur dazu, sie zur „Vollendung"zu bringen, während sie nicht zu irgendwelchen Zwecken oder gar des Nutzenshalber betrieben wird, sondern lediglich „um ihrer selbst willen". Ihre Aufgabeist nämlich die Herstellung des Elixirs, in dem alle Bestandteile in völlig harmo-nischen Verhältnissen stehen, wodurch es als ein dritter Kosmos neben denMakro- und Mikrokosmos tritt und als „Sinnbild der religiösen Wahrheit" er-scheint; daraufhin kann es den religiösen Namen „Imäm" führen, denn „diemenschliche Erscheinung der Gottheit im Imäm begründet das Reich Gottes aufErden". Diese ismailitische Lehre ist eine wesentlich gnostisch-neuplatonische,nur mit einem islamischen Firnisse versehene und sucht sich (wie so oft in ähn-lichen Fällen) mit den orthodoxen Dogmen und Vorschriften auf dem Wegeallegorischer Auslegung abzufinden.
Zu den verschiedenen Wissenschaften, deren oberste, die der „Vernunft", imMittelpunkte des ismailitischen Systems stand und die „Erlösung der Seele"lehrte, gehört auch die der „Buchstaben". Diese, im Arabischen 28 an der Zahl,zerfallen in 4 Gruppen zu je 7, deren jeder eine der 4 Qualitäten (Wärme, Kälte,Trockenheit, Feuchte) zukommt, die in allen Stoffen nach wechselnden, aber ganzbestimmten Maßverhältnissen (al-mizän) vorhanden sind. Da nun von Natur ausbei allen Dingen ein inniger Zusammenhang zwischen ihrem Namen und ihremWesen besteht 1 , so ergeben die Buchstaben des Namens einer Substanz unmittel-bar ihre Zusammensetzung nach Qualitäten und demnach auch die Möglichkeitihrer Umwandlung [sie lassen nämlich ersehen, welche Qualitäten, z. B. einesRohmetalls, man entfernen oder welche man zuführen muß, um die im Silberoder Gold obwaltenden Verhältnisse zu erreichen]. Dies ist einer der „Grund-pfeiler" der alchemistischen Theorie.
Von großem Einflüsse auf die Umwandlungen wie auf alle irdischen Vor-gänge sind auch die Gestirne, mit denen sich die Wissenschaft der Astrologiebefaßt 2 , die in 7 Abteilungen zerfällt. Die wichtigsten von diesen lehren die Be-deutungen und Geheimnisse der Zahlenverhältnisse, die Zauber und Gegenzauberder [auch für den Alchemisten sehr bedeutsamen] Talismane 3 , und die Gebeteund Opfer, durch die man sich die einzelnen Planeten [als „Herren" der Metalle]günstig zu stimmen hat. — Hierbei tritt die Abhängigkeit von den Lehren derSsäbier in Harrän unverkennbar hervor.
Deutliche Anlehnung an Dschäbir zeigen die , .Schriften dre LauterenBrüder ", was insofern nicht wundernehmen kann, als sie zweifellos ein ebenfallsden Ismailiten zuzurechnendes Werk darstellen.
1 S. unter „Namen".
2 S. diese.
3 Das Wort kommt vom griech. ri'/.i'tu" (Telesma), wird hier aber fälschlich vomarab. musallat = machtbegabt abgeleitet, und zwar durch Rückwärtslesen.