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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Dschäbir.

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Betreffs der Frage, welche der sehr zahlreichen den Namen D schäbirstragenden Bücher, richtiger wohl Abhandlungen, wirklich von ihm herrühren,gingen die Meinungen seit jeher stark auseinander, und schon vor mehrerenJahren vertrat R tjska die Ansicht, daß selbst die schon in I bn A l- N ad I msFihrist" (Ende des 10. Jahrh.) erwähnten zu einem großen Teile apokryph seien,die übrigen aber (auch die in arabischer Sprache vorliegenden) sämtlich 1 ; an-gesichts neuerer Funde und der in ihnen enthaltenen Verweisungen schränkte erindes diese Ansicht, mindestens hinsichtlich desFihrist", als eine zu weitgehendezunächst wieder ein 2 . Nach den Forschungen H olmyards sind nämlich in eng-lischen und anderen Bibliotheken, namentlich in denen ostindischer Fürsten,aller Erwartung entgegen noch zahlreiche Werke D schäbirs erhalten, und zwarauch im arabischen Original, so daß er den Sachverhalt wie folgt darstellt 3 :1. Von den im ,,Fihrist" verzeichneten Werken (Abhandlungen) liegen noch 32ganz oder teilweise im arabischen Text vor, u. a. dasBuch der Geheimnisse" 4und dasBuch des Suchens nach Vollendung" 5 ; 2. Weitere 13 von ihnen gingenverloren oder blieben nur in Bruchstücken bewahrt, u. a. dasBuch der Aus-gezogenen", d. h.der Auszüge aus Büchern" 6 und dasBuch des Testamentes" 7 ;3. Von den nicht imFihrist" aufgeführten 47 sind noch die Titel und einzelnearabische Zitate und Auszüge vorhanden, und zu dieser Gruppe scheint auchdasBuch des Mitleides" zu zählen, falls D schäbir überhaupt als sein Verfassergelten darf 8 .

Von den70 Büchern", die B erthelot nur aus derLiber de Septuaginta"benannten, sehr schlechten und auszugsweisen lateinischen Übersetzung derPariser Bibliothek kannte, sind neuerdings in Kairo durch M eyerhof zweiweit wertvollere Manuskripte zutage gekommen, denen sich noch ein Dritteszugesellt, das von R itter in Konstantinopel entdeckt wurde und den voll-ständigen arabischen Text enthält, der indessen noch der wissenschaftlichenBearbeitung harrt 9 . Eine Übersicht der 70 Abteilungen gab R tjska 10 und wiesauch auf einige besonders wichtige Punkte des Inhaltes hin: D schäbir erörtertausführlich die Schwefel- Quecksilber-Theorie der Metalle und dürfte sie in dieseither allgemein üblich gebliebene Form gebracht haben 11 ; er gedenkt des Zinnsunter dem Namen al-qala'i; bei ihm zuerst scheint der Salmiak aufzutreten, dener als natürlich vorkommenden und als künstlichen kennt, d. h. aus Haaren, Blut,Harn usf., durch eine Art fraktionierter Destillation gewonnenen, und den er alsHeilmittel verabreicht (jedoch seiner Giftigkeit wegen nur in kleinen Dosen),sowie alsvierten Geist" auch zur Herstellung chemischer Präparate benutzt 12 .

1A. Med." XV, 53 (1923);M. G. M." XXIII, 136 (1924);Islam" XIV, 101 (1924).

2A. Nat." XII, 258 (1930). 3Proc. Soc. Med." XVI, 46 (1923).

4 Quelle der mittelalterlichen Secreta Secretortjm"?

5 Daher der TitelLiber de inventione perfectionis" beim sog. Geber?

8 Nicht, wie fälschlich übersetzt wurde,Liber Denudatorum" =Buch der Ausge-

kleideten"! 7 Daher der TitelTestamentum" beim sog. Geber?

8 Eine Ausgabe von Dschäbirs Werken begann Holmyard , doch erschien bisher nur

der erste arabische Band, noch ohne die angekündigte Übersetzung (Paris 1928).

s Plessner ,Islam" XVIII, 177 (1929); Ruska , a. a. O. und bei brgge 27.

10LirrM ann -II 1 estschrift" 38;Islam" XVI, 265 (1927). 11 So schon H olmyard,

Science Progress" 1923, Nr. 63, 66;Arch." VIII, 161 (1927).

12llppmann -Festschrift" 43, 44; Rtjska,Z. ang." 1928, 1321.