Eronze.
61
und Waffen 1 , z. B. solchen „mit Spitzen aus Bronze der sechsfachen Mischung" 2 .Um 1500 finden sich 360 bronzene Sichelschwerter und 1100 Dolche erwähnt 3 ,um 1475 syrische Ketten mit je vier Ringen 4 , um 1200 syrische Panzer-hemden aus Leder, mit Bronzeringen oder -schuppen benäht, und als libyscheBeutestücke 3116 Gefäße und 911 Waffen 6 ; auch waren in dieser Zeit bereitsRedensarten gebräuchlich wie „Unser Herz ist erzern" und „Der König wälztden Erzberg vom Halse der Menschen ab" 6 .
Im Zweistromlande war Bronze, die sumerisch zabar, akkadisch zipparuheißt, schon vor S argon I. bekannt, also im 27. oder 28. Jahrh., doch war diesdamals wohl ausschließlich Blei- oder Antimonbronze, die „der Schmied durchMischung (Legierung) herstellt", daher es denn in einem uralten Beschwörungs-gebet an den Feuergott G ibil heißt: „Des Silbers und Goldes Reiniger bist du,des Kupfers und Bleis Vermischer bist du"; erst in späterer Zeit trat an dieStelle des Bleies das Zinn (anna, anag, anäk sippari) 7 , doch steht nicht fest, woheres kam, und wir wissen nur, daß es zunächst selten war und hoch im Preisestand 8 . Die ungleichmäßige Verteilung von Kupfer und Zinn, sowie die Ver-unreinigungen, die die ältesten Fundstücke aufweisen, erwecken die Vermutung,daß ursprünglich nicht die fertigen Metalle verschmolzen wurden, sondern ihreErze, vielleicht aber auch zinnhaltige Kupfererze 9 . Allmählich verdrängte dieBronze das Kupfer und diente zur Anfertigung von medizinischen Instrumenten,Waffen, Schwellen und Schuhen für die Türflügel der Tempel, Wandverkleidungen,Säulen usf. 10 , ferner von Verschlüssen für die Königsgräber, dekorativen „Hörnern"an den Tempeltürmen, Wagen für die Götterbilder, Figuren zu kultischen undzauberischen Zwecken u. dgl. 11 In Assyrien besaß König A dadnirari I., um 1300,ein bronzenes Sichelschwert, man bediente sich bronzener Pfeilspitzen und Schilde,und um 1110 befahl T iglatpileser den Wegebau mit bronzenen Hacken zu be-treiben 12 ; aus derZeit S almaitassars III. (859—-823) sind prächtige Torbeschlägeund andere ähnliche Arbeiten erhalten, aus der S argons II., um 720, viele inArmenien erbeutete Statuen und große Wassergefäße, und S anherib I. (705 bis681) berichtet über neue technische Fortschritte: „ich ließ nach göttlichem Be-fehle Formen aus Ton herstellen und zum Guß von Bronze benutzen" 13 .
Sehr bemerkenswert ist es, daß die Hettiter schon zu Beginn ihres Einbruchesin Kleinasien, also um 2500, reichliche Bronzewaffen besaßen, die ihnen Über-legenheit gegenüber den alten Einwohnern sicherten 14 ; betreffs ihrer ursprüng-lichen Sitze wissen wir leider noch nichts Bestimmtes und vermögen daher keineSchlüsse auf die Herkunft der von ihnen benutzten Metalle zu ziehen. r
I Erman u. Ranke 541, 549ff. — 2 Erman , „Lit." 267. — 3 Erman u. Ranke 136.
4 Erman , „Lit." 217. — Neuere Ausgrabungen im nördlichen Syrien förderten schöne
bronzene Statuen und Kunstgegenstände aus dem 13. Jahrh. v. Chr. zutage: Bauer („Vos-sische Zeitung" vom 4./6. 1930).
5 Erman u. Ranke 652, 646. — 6 Ebenda 521; Erman , „Lit." 341.
7 Meissner , a.a.O. I, 265, 266, 347; II, 165, 492. Vgl. Orth , PW. XII, 112. —
8 Meissner I, 348, 265.
9 Liechti , „Chem. News" CXXVI, 413. Daß letztere vorkommen, wäre aber erst
zu erweisen 1 — 10 MeissnerI, 282, 283.
II Ebenda I, 312, 79; II, 73. Ungnad , „Die Religion der Babylonier und Assvrer"
(Jena 1921) 247. — 12 Meissner I, 98; 94,97; 99. — 13 Ebenda I, 174; 267, 268; 111; 266.
1 4 Ed. Meyer , „Gesch." II (1), 22.