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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Asem Astrologie.

Asem.

Das Wort o?jf.ia (Sema) wird schon frühzeitig im Sinne von Gepräge oderMünzzeichen gebraucht, so z. B. trägt bereits ein kleinasiatischer Elektron-Stateraus dem 7. Jahrh. v. Chr. die Inschrift ,, (Davit>v tut afj/.ta",Ich bin dasZeichen des Phanias " (irgendeines kleinen Machthabers); demgemäß heißt ausge-münztes Silber aqyvQiov hcitiriiov (arg rion episemon) und rohes ungemünztes,im Gegensatz hierzu, äg/ugiov aarj/.iov (arg rion asemon); von diesem Aus-drucke leitet sich die Benennung Asem für ungeprägtes, kein besonderes Kenn-tragendes Silber ab 1 . S.Elektron".

Askalonische Tonwaren.

Die Lieferung dieser Waren nach Alexandria erwähnt schon Etjdoxos in seinerum 345 v. Chr. verfaßtenErdbeschreibung" 2 .

Asphalt.

In Babylonien kannte man Asphalt schon zur Zeit desKönigs" Gudea (um2600), der ihn anscheinend aus den Quellen bei Hit kommen ließ 3 ;den Kopfmit heißem Asphalt begießen" war eine alte Strafandrohung 4 , die sich aus derüblichen Verwendung der heißen Masse zu Bauzwecken, zum Dichten von Rohr-dächern u. dgl. leicht erklärt 5 ; eine Prinzessin setzte auch (um 2600) ihr Kind ineinem mit Asphalt wasserdicht gemachten Körbchen ebenso aus, wie das die Bibelvon Moses berichtet 6 . Asphalt galt aber auch als Zaubermittel und als Sitz einesDämons, daher bereitete man aus ihm eine Salbe zur Verscheuchung der blut-saugenden Dämonin Labartu und ließ ihn eine Rolle bei der Traumdeutungspielen 7 .

Naptu ( = Naphtha), das den Asphalt begleitende Erdöl, diente als Leucht-und Heizstoff und wurde weithin versandt 8 .

Vgl. dasReallexicon der Assyriologie" von Ebeling u. Meissner 9 .

Astrologie.

In Babylonien herrschten bereits zur ältesten sumerischen Zeit astrologischeIdeen, wie die,daß die Sterne die Schrift des Himmels darstellen", und auchihre Zusammenhänge mit der Medizin reichen sehr weit zurück 10 ; ausführliche Ver-zeichnisse der Sterne und Sternbilder, die wohl vorwiegend astrologischen Zweckendienten, waren schon unter König H ammurapi (um 2000) vorhanden, dagegen istdie Einteilung der Ekliptik in 12 gleiche Tierkreiszeichen, entgegen früheren An-sichten, nicht vor dem 5. Jahrh. nachgewiesen 11 , daher sind auch alle astrologischenAnschauungen, die an diese anknüpfen, jüngeren Ursprunges 12 .

1 Regung, PW. IIA., 1328; Wenger , ebenda 2363, 2370.

2 Gisinger ,Die Erdbeschreibung des Eudoxos" (Leipzig 1921) 34.

3 Meissner , a. a. O. I, 348. 4 Ebenda I, 173, 177. 6 Ebenda I, 245. 6 Ebenda I,

246. '« Ebenda II, 223, 267. 8 Ebenda I, 349. 9 Berlin 1928ff.

10 Meissner , a. a. O. II, 293, 412ff. 11 Ebenda II, 406.

12 Auch das große Zeitalter der babylonischen Astronomie fällt erst in die Jahre von

etwa 427314 v. Chr., und hatte seine Beobachtungsstätten in Borsippa, Uruk und Sippar;

dort entdeckte gegen 300 der auch griechisch schreibende Kidinnu (Kidenas ) die Prä-

zession der Ekliptik, die ihm Hiitarchos stillschweigend entlehnt zu haben scheint:

Schnabel ,Berossos und die babylonisch-hellenistische Literatur" (Leipzig 1923), vgl.

A. Rel." XXIII, 130; Isis XIV, 510 (±930).