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Asem — Astrologie.
Asem.
Das Wort o?jf.ia (Sema) wird schon frühzeitig im Sinne von Gepräge oderMünzzeichen gebraucht, so z. B. trägt bereits ein kleinasiatischer Elektron-Stateraus dem 7. Jahrh. v. Chr. die Inschrift ,, (Davit>v tut afj/.ta", „Ich bin dasZeichen des Phanias " (irgendeines kleinen Machthabers); demgemäß heißt ausge-münztes Silber aqyvQiov hcitiriiov (arg rion episemon) und rohes ungemünztes,im Gegensatz hierzu, äg/ugiov aarj/.iov (arg rion asemon); von diesem Aus-drucke leitet sich die Benennung Asem für ungeprägtes, kein besonderes Kenn-tragendes Silber ab 1 . — S. „Elektron".
Askalonische Tonwaren.
Die Lieferung dieser Waren nach Alexandria erwähnt schon Etjdoxos in seinerum 345 v. Chr. verfaßten „Erdbeschreibung" 2 .
Asphalt.
In Babylonien kannte man Asphalt schon zur Zeit des „Königs" Gudea (um2600), der ihn anscheinend aus den Quellen bei Hit kommen ließ 3 ; „den Kopfmit heißem Asphalt begießen" war eine alte Strafandrohung 4 , die sich aus derüblichen Verwendung der heißen Masse zu Bauzwecken, zum Dichten von Rohr-dächern u. dgl. leicht erklärt 5 ; eine Prinzessin setzte auch (um 2600) ihr Kind ineinem mit Asphalt wasserdicht gemachten Körbchen ebenso aus, wie das die Bibelvon Moses berichtet 6 . Asphalt galt aber auch als Zaubermittel und als Sitz einesDämons, daher bereitete man aus ihm eine Salbe zur Verscheuchung der blut-saugenden Dämonin Labartu und ließ ihn eine Rolle bei der Traumdeutungspielen 7 .
Naptu ( = Naphtha), das den Asphalt begleitende Erdöl, diente als Leucht-und Heizstoff und wurde weithin versandt 8 .
Vgl. das „Reallexicon der Assyriologie" von Ebeling u. Meissner 9 .
Astrologie.
In Babylonien herrschten bereits zur ältesten sumerischen Zeit astrologischeIdeen, wie die, „daß die Sterne die Schrift des Himmels darstellen", und auchihre Zusammenhänge mit der Medizin reichen sehr weit zurück 10 ; ausführliche Ver-zeichnisse der Sterne und Sternbilder, die wohl vorwiegend astrologischen Zweckendienten, waren schon unter König H ammurapi (um 2000) vorhanden, dagegen istdie Einteilung der Ekliptik in 12 gleiche Tierkreiszeichen, entgegen früheren An-sichten, nicht vor dem 5. Jahrh. nachgewiesen 11 , daher sind auch alle astrologischenAnschauungen, die an diese anknüpfen, jüngeren Ursprunges 12 .
1 Regung, PW. IIA., 1328; Wenger , ebenda 2363, 2370.
2 Gisinger , „Die Erdbeschreibung des Eudoxos" (Leipzig 1921) 34.
3 Meissner , a. a. O. I, 348. — 4 Ebenda I, 173, 177. — 6 Ebenda I, 245. — 6 Ebenda I,
246. — '« Ebenda II, 223, 267. — 8 Ebenda I, 349. — 9 Berlin 1928ff.
10 Meissner , a. a. O. II, 293, 412ff. — 11 Ebenda II, 406. —
12 Auch das große Zeitalter der babylonischen Astronomie fällt erst in die Jahre von
etwa 427—314 v. Chr., und hatte seine Beobachtungsstätten in Borsippa, Uruk und Sippar;
dort entdeckte gegen 300 der auch griechisch schreibende Kidinnu (Kidenas ) die Prä-
zession der Ekliptik, die ihm Hiitarchos stillschweigend entlehnt zu haben scheint:
Schnabel , „Berossos und die babylonisch-hellenistische Literatur" (Leipzig 1923), vgl.
„A. Rel." XXIII, 130; — Isis XIV, 510 (±930).