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2 (1931) Ein Lese- und Nachschlage-Buch
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Antimon.

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des Königs Sesostris (1887—1849 v. Chr.) erwähnt, Schwefelblei oder Schwefel-aDtimon war, ist fraglich, doch kann es sehr wohl letzteres gewesen sein,sofern nur eine besondere Kostbarkeit in Betracht kommt, auf die die „Herkunftaus Asien" hinweist, von der die Inschrift ausdrücklich spricht 1 ; denn im all-gemeinen standen vor etwa 1600 in Ägypten fast nur Schwefelblei, Braunsteinund getrockneter schwärzlicher Nilschlamm als Schminken in Gebrauch 2 , underst nach dieser Zeit bedienten sich weitere Kreise (besonders zum Verschönernder Augenbrauen) des Schwefelantimons, das hauptsächlich aus den zu den Punt-ländern zählenden Küsten Ostafrikas sowie aus Vorderasien eingeführt wurde 3 .Dort, namentlich in Babylonien, war dieses Mineral, das „guchlu" hieß, schonum 3000 v.Chr. wohlbekannt; man bezog es aus dem „Guchlugebirge" desheutigen Afschär (bei Tacht-i-Soleiman), wo es im Kalkstein 4—5 m mächtigeGänge bildet, und verarbeitete es u. a. zu Schminken, die, in Büchsen gefüllt,sich bei den Ausgrabungen öfters und in gutem Zustande vorfanden 4 .

In Kleinasien, Syrien, Palästina usf. faßte diese Verwendung ebenfalls schonfrühzeitig Boden, wie das die Erzählung des griechischen Dichters Ion (um 450)von der lydischen Königin Omphale bestätigt 6 ; was aber im „ Buch der Könige' 8als Pükh erwähnt wird, ist nach Low 7 , entgegen früheren Ansichten, nicht dieschwarze Augenbrauen-, sondern die rote Wangen- und Gesichtsschminke, die ausOrseille bereitet wurde und bei den Griechen cptixog (phykos) hieß; mit dieserumränderte man zuweilen aber auch die Augen, wie das noch iosEPHUS aus weitspäterer Zeit bestätigt, und in diesem Sinne heißt es an der angeführten Stelle„sie schminkte mit Pükh ihre Augen" 8 .

Aus Babylonien, vielleicht aber auch aus Ostafrika, brachte man zu Beginnunserer Zeitrechnung Antimon auch nach Barygaza, dem wichtigsten Hafen derindischen Nord Westküste 9 ; den ausgebreiteten Verbrauch bezeugen die medizi-nischen Schriften, u. a. das gegen 400 v. Chr. abgeschlossene sog. „ Bower-Manuskript" 10 sowie die Werke, die als solche des Sttsruta und Charakagelten, jedoch reich an späten Einschiebungen sind 11 .

In der hellenistischen Welt, besonders jener Ägyptens, blieb die Verwendungdes Stimmis in der Mode dauernd lebendig, wie das u. a. „die großen geschminktenAugenbrauen" der Frauen des 1. und 2. Jahrh. in der berühmten GRAischenPorträtsammlung beweisen 12 . Nach der Eroberung Ägyptens übernahmen dieseSitte auch die Araber, zumal ihnen die medizinischen Wirkungen des „Itmid",namentlich die prophylaktischen gegenüber Augenkrankheiten, schon seit langembekannt waren; einer Überlieferung zufolge verordnete es selbst der Prophet zu

1 „Periplus ", ed. Schopf (New York 1912) 192.

2 Erman u. Ranke , „Ägypten" (Tübingen 1923) 257; A. Wiedemann , „Das alte

Ägypten" (Heidelberg 1926) 146. — 3 Erman u . Ranke 610, 612; A. Wiedemann 145.

4 Meissner , „Babylonien und Assyrien" (Heidelberg 1920 ff.) I, 387; 244, 347, 412;

348. — 5 „Periplus ", ed. Sciioff, 192. — 6 II, 9, 30. — 7 „Elora" I, 20 ff.

8 Vgl. Jeremias IV, 30. In der „ Weisheit Salomonis " wird auch ein Götzenbild

mit Mennige überstrichen und mit der roten Schminke gefärbt (XIII, 14).

9 Schmidt , „Drogen und Drogenhandel im Altertum" (Leipzig 1924) 35, 95; nach dem

„Periplus ". — 10 Ed. Hoernle (Calcutta 1893ff.), Register 242, 346.

11 StrsRUTA, a. a. O. III, 41ff. und öfters. Charaka , a. a. O. 7, 52, 1151; vgl. 1770.

12 Ahrem , „Das Weib in der antiken Kunst" (Jena 1914): Abbildung Nr. 248; 252.