Gewürz oder gepulvert als Wurmmittel Verwendung finden. Das reiche orangegelbe Fruchtfleisch (esenthält u. a. zirka 5,55 °/o Zucker, 24°/o Fett, etwas Eiweiss, Aepfel« und Weinsäure) hat im reifen Zustandeinen angenehmen, melonenartigen Geschmack; die Jungen Früchte werden wie Kürbisse eingemacht oder dienenals Kompott für Gemüse, ebenso bilden sie einen wesentlichen Bestandteil des westindischen Pickels. Der inallen Teilen vorhandene Milchsaft (Ketah, im getrockneten Zustande „Papain" geheissen) enthalt vor allem dasdem Pepsin ähnlich wirkende, Eiweiss verdauende, 1879 von Wurtz und Bouchut dargestellte „Papayacin"oder „Papayotin", das grosse Mengen von Fibrin aufzulösen vermag. Ausserdem sind in dem an der Luft sofortkoagulierenden Milchsaft nachgewiesen: 4,5°/o kautschukartige Substanz, 2,4°/o Wachs, 2,9% Harze, 7,1 °/° Pektinund Asche, 2,3 °/o Extraktivstoffe, 0,4 °/o Apfelsäure, Fett, Eiweiss, Zucker, ein Labenzym, das Alkaloid Carpain(ein Herztonicum und Diureticum), in den Wurzeln, Blüten und Samen ferner ein Senföl-abspaltendes Sinigrin«ähnliches Glykosid (Caricin) sowie ein Myrosin.artiges Enzym. Auf dem Gehalt des Papayotin beruht zweifeis»ohne die wohltätige, erst seit 187S bekannte Wirkung (Digestivum) der Frucht auf den Magendarm-Traktus.Es wird deshalb innerlich als Heilmittel gegen Beri»beri, als Vermifugum und Laxans verwendet und gelangtals Süccus Papayae aus Westindien und Ceylon (auch nach Europa) in den Handel. Das aus dem Safte derBlätter (Fölia Cäricae Papayae) gewonnene Papayotin wird innerlich als Stomachicum bei dyspeptischenund katharralischen Magen» und Darmleiden, als Anthelminticum, äusserlich gegen Hautkrankheiten (gemischtmit Oel) zur Beseitigung diphtherischer und kangröser Exsudate auf den Mandeln, zur Auflösung von Neu«bildungen benützt. 5°/oige Lösungen von Papayotin sollen Muskelfleisch und Kroupmembranen in 2 Stundenzu einem Brei verdauen. Seit undenklichen Zeiten wird der Saft zum Gerinnen der Milch, sowie zum Mürbe»machen von frisch geschlachtetem oder von zähem bezw. trockenem Fleisch verwendet, wodurch dieses weichund leicht verdaulich wird. Zu diesem Zwecke bringt man dasselbe in Wasser mit zerkleinerten Blätternzusammen, wickelt es nachts in Papayablätter ein oder besprengt es mit dem Milchsaft. In Westindien dientder Saft in den Zudcersiedereien gleich dem tierischen Eiweiss zur Klärung des Zuckersaftes. In Panamabedient man sich der Blätter statt Seife. Aus dem Baste des sehr weichen Stammes werden Stricke undGewebe verfertigt. Die Kultur des äusserst rasch wachsenden Baumes ist sehr einfach und mühelos. Vielerortsentwickelt er sich von selbst aus den verstreuten Samen. Schon im dritten Jahre ist er 30 cm dick und erzeugtdann bis 60 Früchte. Allerdings trägt er nur während 2 bis 4 Jahren Früchte, um dann abzusterben. —Andere Arten besitzen kleinere, aber trotzdem wohlschmeckende Früchte, so die Berg-Papaya (C. Cundina»marc^nsis Hook.), in den Anden von Ekuador „Chamburü" geheissen, die Affen.Papaya (C. peltdta Hook,et Arn.), C. dolicaüla usw. C. quercifölia St. Hil. ist ein Charakterbaum der ostandinen Täler. Ein äusserstmerkwürdiger kleiner Strauch des Gran chaco ist IacarätiaHassleriäna, der „Sipoy" der Indianer, dessenungeheure, rübenförmige Wurzelknollen von den Eingeborenen zu Zeilen grosser Dürre als Wasserquellausgegraben wird (Th. Herzog).
Zur Familie der Loasäceae oder Brennwinden gehören etwa 250 Kräuter (darunter auch Schling«gewächse), sowie einige Sträucher und niedrige Bäume mit Wechsel» oder gegenständigen, meist gelappten oderfiederspaltigen, seltener ganzrandigen, in der Regel nebenblattlosen Laubblättern. Alle vegetativen Organe sindmit verschiedenartigen Trichomen, besonders mit verkieselten Hackenhaaren und Brennborsten ausgerüstet, derenInhalt durch Abbrechen der Spitze auf der Haut ein starkes Jucken verursacht. Die meist ansehnlichen, bunten,slrahligen, zwitterigen, in der Regel 5» (seltener 4«, 6» oder 7»)gliederigen, perigynen Blüten tragen auf der mit demunterständigen Fruchtknoten ± verwachsenen Blütenachse 5 in der Knospenlage gewöhnlich dachige, meist bis zurFruchtzeit bleibende Kelchblätter, 5 gewöhnlich freie, seltener zu einer Röhre verwachsene, sehr oft konkave,kahn» oder kapuzenförmige Kronblätter und (2) 5 oder 10 oder viele (bis 300), zuweilen in Bündel verwachseneund zu oft blumenblattartigen Staminodien bezw. hohlen Nektarschuppen umgewandelte Staubblätter. Derganz oder zum Teil unterständige, aus 1 bis 7 Karpellen gebildete Fruchtknoten ist einfächerig oder durchAuswachsen der Plazenten 2-fächerig und trägt an den 3 bis 5 parietalen Plazenten viele bis wenige (1) umgewendete,nur mit einem Integument und mit mächtigen Haustorien (an der Mikropyle und Chalaza) versehene Samen»anlagen. Die meist lederige, dünnwandige oder holzige Frucht ist eine zuweilen unregelmässig aufspringendeSchliess» oder eine häufig spiralig gewundene, aufgeblasene Kapselfrucht, deren ab und zu geflügelte Samenmeist stark ölhaltig sind. Die recht eigenartige (ausserordentlich vielgestaltig ist ganz besonders das Androe»ceum) und sehr isoliert stehende Familie bewohnt fast ausschliesslich die Neue Welt und zwar vor allem dieAndengebiete von Südamerika; nördlich reicht ihre Verbreitung über Mexiko, Kalifornien und Texas bis zuden östlichen Staaten der Union, südlich bis Argentinien bezw. Patagonien. Viele Arten sind Bergpflanzenund reichen bis in die Schneestufe, andere sind Savannen» oder Steppenbewohner oder Ruderalpflanzen. InChile, wo die Familie sehr stark entwickelt ist, werden einige Arten (Loäsa acanthifölia Desr. und L.tricolor Ker., Cajöphora coronäta Hook, et Arnold) für das Vegetationsbild mitbestimmend. Alt«weltlich ist einzig die monotypische Gattung K i s s 6 n i a mitK. spathuläta Endl. in Südarabien, im Somalilandund in Südwestafrika. Die Blüteneinrichtungen, die J. Urban genau studiert hat, sind äusserst mannigfaltig.