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als die Keimwürzelchen sind, und Plectölobum mit doppelt gefaltetem Embryo, dessen Keimblätter bedeutendlänger als die Keimwürzelchen und etwa in ihrer Mitte eingeknickt sind. Von der ersteren Untergattung, dieGrosser (Das Pflanzenreich, 1903) in 5 Sektionen zerlegt, treten in Mitteleuropa nur zwei auf und zwar dieSektionen Euheliänthemum und B r a chy p 61 al u m , voneinander dadurch geschieden, dass Euhelian«themum ausdauernde Arten umfasst, deren innere Kelchblätter länger sind als die äusseren, währendBrachypetalum aus l.jährigen Arten mit kürzeren, inneren Kelchblättern besteht. Von der aus 2 Sektionenbestehenden Untergattung Plectolobum kommt für Mitteleuropa nur die Sektion Chamaecistus in Betracht.Ein Teil der Arten ist gut umgrenzt und leicht kenntlich; ein anderer hingegen ist ausserordentlich veränderlichund stellt vielgestaltige, schwer voneinander zu trennende Formenschwärme dar, deren Bewertung in sehrverschiedener Weise erfolgt. Zweifellos spielt auch die Bastardierung (ähnlich wie bei Cistus) eine bedeutende Rolle,wenngleich bisher nur wenige Bastarde mit Sicherheit festgestellt worden sind. Einen gewissen Anhaltspunktgewähren dabei die Pollenuntersuchungen, wenngleich auch ungünstige Ernährungsverhältnisse bei reinen Arten,sowie Mutationen oft eine weitgehende Sterilität hervorrufen. Eugen Wulff (Ueber Pollensterilität bei Potentilla.Oesterreichische Botanische Zeitschrift. Bd. LIX, 1909) stellte bei H. nummularium subsp. nummulariumf. discolor 8,23 bis 13,52%, bei der subsp. ovatum 35,74% tauber Pollen fest. In der Helianthemum mon.tanum-Gruppe betrug die Sterilität bei H. canum f. vineale subf. candidissimum 81,46%, bei H. rupifragum19,05%, bei H. alpestre 32,66°/ol Die Gattung Helianthemum schliesst sich in diesen Verhältnissen an diepolymorphen Gattungen Potentilla, Rosa, Rubus, viele Lythraceen usw. an. Als die wichtigsten systematischenArbeiten neuerer Zeit seien genannt: W. Grosser, Cistaceae (Das Pflanzenreich, IV, 193, 1903; E. Janchen,Randbemerkungen zu Grossers Bearbeitung der Cistaceen (Oesterreichische Botanische Zeitschrift, 1919); ders.,Die Cistaceen Oesterreich-Ungarns (Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins an der Universität Wien.Bd. VII, 1909); ders., Helianthemum canum (L.) Baumg. und seine nächsten Verwandten (Abhandlungen derZoologisdi«Botanischen Gesellschaft in Wien. Bd. IV, 1907); ferner E. Du Rietz, On svensk Helianthemum»artern (Botaniska Notiser, 1924).
Biologisch beachtenswert sind besonders die wüstenbewohnenden Arten. Bei denen der SektionEriocärpum bleiben die vorjährigen fruchtbaren Triebe stehen und wandeln sich in Dornen um. Die neuenSprosse besitzen zu Beginn der Regenfälle anfangs grössere, fast flache, aber sehr bald hinfällige Laubblätter.In deren Achseln entwickeln sich beblätterte Sprosse, deren neu entstehende Laubblätter mit zunehmenderHitze immer kleiner ausgebildet werden und zuletzt nur noch die Form fast stielrunder Rollblätter besitzen,bis auch sie der Hitze erliegen, so dass die Halbsträucher die grösste Wärme in blattlosem Zustand über«dauern. Weitere Schutzeinrichtungen sind in der reichlichen Korkentwicklung in der sekundären Rinde zuerblicken. Ueber sehr kurze Lebensdauer verfügen die wüstenbewohnenden Arten der Sektion Brachyipetalum, zwischen deren Auskeimen und Fruchtreife nur wenige Wochen liegen. Das in Spanien undMarokko auf Salzsteppen und anderen salzhaltigen Böden lebende H. squamätum (L.) Pers. zeigt alsVerdunstungsschutz Schuppenhaare, welche den Laubblättern und Stengeln einen silberartigen Schimmerverleihen. Bezeichnend ist auch das häufige Auftreten von kleistogamen Blüten bei wüstenbewohnendenArten, während es bei den mitteleuropäischen Formen nur ausnahmsweise beobachtet worden ist. Die Blüten«stände sind (wie auch bei den Arten der Gattung Fumana) nach den Untersuchungen von K. Troll(Die Entfaltungsbewegungen der Blütenstiele und ihre biologische Bedeutung. Flora, 1922) rein sympodial.wickeliggebaut. Die Nutation des jungen Sympodiums ist gerollt. Die postflorale Nutation der Blütenstiele dürfte,wenn auch nach W i e s n e r ein negativer Heliotropismus vorhanden sein mag, doch in der Hauptsache von dempositiven Geotropismus bestimmt sein. Dieser macht sich solange bemerkbar, als ein Zusammenhang mit demFruchtknoten besteht. FürHelianthemumvariabile Spach hat H.Schultz z.B. gefunden, dass durch dasAbschneiden der Frucht ein Wiederaufrichten des schon gekrümmten Fruchtstieles eintritt. — Adventiv beobachtetwurde im Hafen von Ludwigshafen 1910 Helf anthemum Aegyp tiacum Mill. aus dem Mittelmeergebiet.
1. Laubblätter mit Nebenblättern 2.
1*. Laubblätter ohne Nebenblätter 4.
2. Einjähriges Kraut. Griffel kurz, gerade. Frucht aufgerichtet. . . H. salicifolium nr. 1922.
2*. Halbsträucher. Griffel lang, am Grunde knieförmig gebogen. Früchte hängend .... 3.
3. Nebenblätter lanzettlich-pfriemlich; die unteren i so lang wie der Laubblattstiel, die oberenlänger. Kronblatter weiss H. Apenninum nr. 1920.
3*. Nebenblätter lanzettlich, sämtlich länger als der Laubblattsliel. Kronblätter gelb, sehr seltenweiss oder orange H. nummularium nr. 1921.
4. Laubblätter beiderseits oder doch wenigstens unterseits filzig. Blütentragende Aeste in der Regelohne Drüsenhaare. Lockerästiger Halbstrauch warmer Lagen H. canum nr. 1923.
4*. Laubblätter beiderseits grün, nur borstig behaart oder ganz kahl. Blütentragende Aeste häufigmit Drüsenhaaren H. Italicum nr. 1924.