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bauten — verschwunden und 1909 in einem einzigen Exemplar wieder festgestellt; in Schlesien (auch im öster»reichischen Anteil) nur im Bereich der Beskiden von den mittleren Vorbergen bis zur Ebene (Hultschin, Teschen,Freistadt, Skotschau, Friedek, Ustron, Bielitz, Friedland.Hammer). — In Oesterreich ferner im Bereich derAlpenländer verbreitet, in Ober, und Niederösterreich bis zur Donau gehend; in Salzburg scheinbar im Pinzgauund Lungau fehlend; in Böhmen früher (?) bei Krumau, bei Tepl (wahrscheinlich Kulturflüchtling), eingeschleppt ander Bahn bei Deutschbrodj in Mähren bei Wall.Weseritsch, Krasna, Freiberg, Friedland, Wsetin (wohl überallgepflanzt). — In der Schweiz in den Alpen und Voralpen und den Flüssen entlang bis in das Mittelland(fehlt im Oberlauf der Thür und Töss; am Rhein stellenweise früher häufiger) meist verbreitet, im Jura sehrselten, so am Neuenburger See (ä la Lance, Concise) und an der Birs.
Allgemeine Verbreitung: Europäische Gebirge: von den Pyrenäen ostwärts,Corbieres, Oberrheinische Tiefebene (bis Ludwigshafen), Skandinavien (von Ringerike undder Indalself bis zur Ostfinmark [Laksefjord 70° 30' nördl. Breite]), Karpaten, bis zur Krimund dem Kaspischen Meer; südliche Grenze von den Pyrenäen bis zum mittleren Apennin undden Illyrischen Gebirgen; Kleinasien, Armenien, Kaukasus, Persien, Khorossan, Afghanistan.
Die Art ist im allgemeinen sehr wenig veränderlich. Es werden unterschieden: var. er^cta Rchb.Kapsel aufrecht. Tragblätter fast ganzrandig. — var. pätens Rchb. Kapsel abstehend. Tragblättereingeschnitten gezähnt. — Im Hochsommer, wenn die Zweige der Frühlingstriebe bereits verholzt sind, blühtdie Pflanze oft noch ein zweites Mal, indem sie unterhalb des Fruchtstandes neue Blütenähren treibt, unterdenen meist viel längere Laubblätter stehen. Diesen Zustand hat Reichenbach (nach Koch) unter demNamen M. squamösa beschrieben. Rouy et Foucaud hingegen halten die Reichenbach'sche Art füt identischmit M. squamösa Desv. (= Tamarix Germanica Schkuhr, = T. Dahürica var. Itälica Av^.Lall.). M. squamosaDesv. soll nach allerdings nicht abschliessenden Untersuchungen von C. K. Schneider von M. Dahürica Ehrenbg.(vgl. pag. 548) nicht zu unterscheiden sein. Für das Gebiet der mitteleuropäischen Flora wird diese kritische,der näheren Untersuchung empfohlene Pflanze von Rouy und Foucaud von den Alluvionen des Rheinsund der Fecht im Elsass angeführt; C.K.Schneider gibt ganz allgemein West.Deutschland an. Weiterhin sollM. squamosa noch in den französischen Hautes Alpes und in den Alpes maritimes (von E. Burnat allerdingsnicht aufgenommen) beobachtet worden sein. Sollte sich die Uebereinstimmung von M. squamosa Desf.mit M. Dahürica Ehrenb. ergeben, so wäre in ihr eine jener seltenen Arten zu erblicken, die wie etwaBetula humilis (vgl. Bd. III, pag. 82) zwei völlig getrennte Verbreitungsgebiete besitzen.
Myricaria Germanica ist eine Charakterpflanze der europäisch-westasiatischen Gebirge. Sie gehörtzu den Erstbesiedlern der Flussalluvionen und ist am häufigsten auf offenen, zeitweise vom Hochwasser starküberströmten, zeitweise wieder in hohem Masse austrocknenden Kies, und Sandbänken (Fig. 2024) anzutreffen.Dort tritt sie oft scharenweise auf und beherrscht die nach ihr benannte Wanderassoziation des Flusskieses,das Myricartetum. Kennzeichnende Begleiter in den Alpen sind t Chondrilla chondrilloides, Hieracium florentinumund H. staticifolium, Erigeron acer subsp. Droebachiensis, Epilobium Fleischeri, Hippophae rhamnoides, Salixincana und S. purpurea, Erucastrum obtusangulum, Linaria alpina, Hutchinsia alpina, Saxifraga aizoides,Gypsophila repens, Campanula pusilla, Juncus alpinus, Agrostis alba var. prorepens, Thesium pratense,Equisetum variegatum, Typha minima usw. In tieferen Lagen treten einige der alpin.hochmontanen Artenzurüdc und dafür Calamagrostis Epigeios und C. Pseudophragmites, Polygonum Persicaria und P. Hydropiper,Populus tremula usw. ein. In den alpinen Hochtälern geht das Myricarietum in das subalpine Petasit^tumnivei über. Charakteristisch für die Gesellschaft ist die grosse Aufnahmefähigkeit sehr verschiedenartiger,zufällig angeflogener oder durch das Wasser herbeigetragener Arten (am Lech Dianthus barbatus, Resedalutea, Lunaria annua), die sich aber meist den eigenartigen Lebensbedingungen der Kiesebenen nicht anzupassenvermögen und rasch wieder verschwinden. Für etwas erhöhte und weniger vom Hochwasser überfluteteSchotterterrassen sind im Urgesteinsgebiet ferner noch Racomitrium canescens und Stereocaulon alpinum,auf kalkreichen Unterlagen Tortella inclinata sehr bezeichnend. Die bald einzeln, bald in lockeren, durch den Haar,schöpf verketteten Ballen auftretenden, leichten, nur 0,065 mg wiegenden Samen werden durch die in den Tälern baldaufwärts, bald abwärts wehenden Winde mit Leichtigkeit verfrachtet und verhelfen dem Strauch zum gesichertenAusharren auf seinen oft gefährdeten Siedelungsstätten. Bei Trois.Rods oberhalb Boudry (am Neuenburgersee),wo er 1869 durch Godet zusammen mit Typha minima entdeckt wurde, verschwanden jedoch beide Arten nachkurzer Zeit. Die Samenhaare sind im unteren Teile eine Strecke weit miteinander verwachsen. Bei denuntersten besitzt die eine Wand in das Lumen greifende klammerartige Verdickungen, die wahrscheinlich einegewisse Bedeutung für das Hinausdrängen der reifen Samen aus den aufgesprengten Kapseln besitzen. Nebendieser leichten Flugfähigkeit teilen die Samen mit jener der Weiden die Eigenschaft, ausserordentlich rasch zukeimen. In günstigen Fällen beobachtete Kinzel ein 100°/°iges Auskeimen bereits nach 24 Stunden. Die Samensind gegen Licht und Feuchtigkeit (Tau!) ausserordentlich empfindlich. Gelbes Licht wirkt am meisten verzögernd,