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auf Ceylon, Java und Sumatra (Siantar bis 2400 m) gebaut; neueren Datums ist der Teebau in Natal, Trans«kaukasien (bis fast zum 42." nördl. Breite), in Guatemala, Brltisch-Nyassaland, auf Mauritius und den Fidji.Inseln. In China ist die anregende Wirkung (auch als Heilmittel) des Tees seit alten Zeiten bekannt) so wirder bereits 276 n. Chr. von Kuo P'o als t'u, ming und tsdiuan erwähnt. Europa erhielt die ersten zuverlässigenNachrichten im 16. Jahrhundert. 1610 wurde der erste echte Tee nach Holland gebracht, 1643 wird er vondem Missionar Alv. Semedo, 1645 von dem Augsburger Martini beschrieben. 1667 findet man ihn alsHerba Sdiak in der Apotheke der Stadt Nordhausen, 1662 in der Taxe von Liegnitz, 1664 in jener von Ulm,1683 als Herba Cha in Dresden. Im Jahre 1638 kam er nach Russland, wo er sich sehr rasch allgemeinbeliebt machte. Der Teestraudi besitzt eine weitgehende Anpassungsfähigkeit; er kann sogar Temperaturen, dieunter dem Gefrierpunkt liegen, ertragen. Im allgemeinen eignen sich mittlere Gebirgslagen am besten für die Kultur.Der Boden muss tiefgründig und sehr durchlässig sein; längere Trockenzeiten sind ihm schädlich. Die Anpflanzungerfolgt ausschliesslich durch Samen, worauf nach 1*/», 2 oder 3 Jahren mit dem Pflücken der Blätter begonnen wird.Die Verarbeitung des eingesammelten Laubes ist sehr verschiedenartig, wodurch man je nach der Art desselbenden „Schwarzen" oder den „Grünen" Tee bekommt; den letzteren erhält man dadurch, dass das frische Laub kurzeZeit der Einwirkung heisser Wasserdämpfe (bis über 100°) ausgesetzt oder in eisernen Pfannen erhitzt, alsogedämpft wird. Hiebei wird die beim Schwarztee durch die Einwirkung auf das Tannin die dunkle Farbeerzeugende „Oxydase" getötet, so dass die grüne Farbe erhalten bleibt. Grüner Tee stammt also nicht, wieman früher annahm, von einer besonderen Art (Thea viridis) ab. Für die Aufbereitung des Schwarzen Teessind bei den Chinesen nicht weniger als 14 Operationen erforderlich, die in Indien auf 4 (Welken der Blätter,Drehen oder Rollen, Fermentieren, Rösten oder Trocknen) beschränkt sind. Der wichtigste und schwierigstePunkt ist das Fermentieren bei einer Temperatur von 35 bis 40° C, in der Hauptsache bedingt durch Fermente(Oxydase und Jaquemase). In China und auf Java wird vielfach das Aroma durch Zufügen von wohlriechendenBlüten, Früchten oder Wurzelstöcken korrigiert bezw. verbessert (Parfümierter Tee), so durch die Blüten vonOlea fragrans, Ligusticum Sinense, Jasminum Sambac und S. paniculatum, Citrus.Arten, Gardenia floribunda,Thea (Camellia) Sassanqua, Chloranthus inconspicuus, Magnolia fuscata, Viburnum odoratissimum, Aglaiaodorata, Tee«Rose, durch die Früchte vom Sternanis, die Wurzelstöcke von Iris florentina, Curcuma sowiedurch das Oel von Bixa Orellana. Die Teeblätter enthalten folgende Bestandteile< 8,46 (bis ll,97)°/o Wasser,24,13 (38,63) °/o Stickstoffsubstanz, 2,79 (1,09 bis 4,67) °/o Alkaloide, 8,24 % ätherisches Extrakt, 12,35(4,48 bis 25,20) °/o Gerbstoff, 30,28 °/o stickstoffreie Extraktstoffe, 10,61 °/o Rohfaser, etwas Oxalsäure, Cholin,5,93 °/o Asche, sowie das wasserlösliche Vitamin B (Wachstum«Vitamin). Für die Wirkung des Tees als Genuss«und Erregungsmittel kommen die verschiedenen Alkaloide, der Gerbstoff und die ätherischen Oele in Betracht.Von den ersteren, die sich fast ausschliesslich im Mesophyll der Blätter vorfinden und wohl beim Zerfall undAbbau der Protei'nstoffe entstehen und Exkrete des Stoffwechsels darstellen, übertrifft an Menge das 1827von Oudry im Teestrauch aufgefundene und mit dem Coffein identische Thei'n oder Trimethylxanthin dieübrigen verwandten Alkaloide (Harnsäure« oder Purinderivate) bei weitem, so das Xanthin oder Dioxypurin(1884 von Baginsky aufgefunden), das Theophyllin, Theobromin oder Dimethylxanthin (1888 durchKossei festgestellt), das Adenin oder Aminopurin (1895 durch Krüger dargestellt) und das Monomethyl«xanthin (1903 von Albanese entdeckt). Wahrscheinlich kommen die Alkaloide wie bei zahlreichen alkaloid«haltigen Pflanzen ursprünglich als Tannate vor und werden erst beim Welken und Rollen in Freiheit gesetzt.Diesen Alkaloiden ist auch ausschliesslich die anregende und ermunternde Wirkung des Tees zugeschrieben,während das Aroma durch das ätherische Oel, als dessen Hauptbestandteile Methylalkohol, Methylsalicylat,Salicylsäure, Aceton und ein weiterer Alkohol (CeHiaO) bekannt wurden, und den adstringierend wirkendenGerbstoff (wohl glykosidischer Natur) bedingt wird. In den frischen, lebenden Blättern fehlt das ätherischeOel noch ganz; es entsteht offenbar erst beim Fermentationsprozess. Das Koffein wird medizinisch (zuweilenin Form von Doppelsalzen) am meisten bei Herzkrankheiten (als teilweises Ersatzmittel von Digitalis,Adonis und Convallaria) angewendet, dann als Diureticum, bei Migräne, zum Schwinden von Oedemen, beischweren Alkoholvergiftungen (Teeaufguss dient heiss getrunken zur Steigerung der Körperwärme [als Excitans]),zur Linderung von Kopfschmerz, bei Uebelkeit, wegen des Gerbsäuregehaltes als Antidot bei Alkaloidver»giftungen, als Mittel zur Verstopfung, während seine psychische Wirkung sich in einer Beschleunigung desBewusstseinsvorganges äusserst und überhaupt auf geistige Arbeit von förderndem Einfluss ist.
Die Zahl der Ersatzstoffe des Tees, die in den Kriegsjahren wieder an Bedeutung gewonnen haben,ist eine sehr grosse (vgl. hierüber H a s t e r 1 i k, A. Tee, Tee-Ersatzmittel und Paraguaytee in Wirtschaft und Wissen«schaft. Leipzig, 1919). Bereits im 16. Jahrhundert wurden eine ganze Reihe von einheimischen und ausländischenPflanzen — in erster Linie allerdings wie z. T. noch heute als Arzneimittel — zu Tee verwendet. Allen nochso sehr gepriesenen Surrogaten (z. Z. gegen 80) geht aber zufolge Mangels der Alkaloide jede anregendeWirkung ab. Für Mitteleuropa kommen die folgenden in Betracht und zwar werden Blätter, Blüten, Früchte,Samen, Wurzeln und Rinde benützt: Anthoxanthum odoratum (Kraut), Juglans regia (Blälter), Myrica Gale (in