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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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mit stärkeren Niederschlägen (ozeanisches Klima) sind daher der Krankheit besonders stark ausgesetzt (zurEntwicklung der Schwärmsporen auf den Blättern ist nämlich Feuchtigkeit ein unbedingtes Erfordernis 1). Audihat es sich gezeigt, dass nicht alle europäischen Sorten der Krankheit gegenüber gleich empfindlich sind) solchemit geringem Säuregehalt (Gutedel, Portugieser, Trollinger) scheinen besonders empfänglich zu sein. Dagegenwiderstehen die meisten in Amerika heimischen Rassen, ebenso die Franko«Amerikaner der Krankheit ziemlich gut.Neben der indirekten Bekämpfung wie Drahterziehung, weite Pflanzung (1 bis 1,2 m Abstand), frühzeitiges Aufbindenund Einkürzen der Triebe, Niederhalten des Unkrautes,Vermeiden der einseitigen Stickstoffdüngung usw. gelangtheute die direkte Bekämpfung durch mehrmaliges Bespritzen mittels Kupferbrühen zur Anwendung. Vor allem ver«wendet man hiezu die mit Kalkmilch abgestumpfte 2°/oige Kupfervitriollösung, sog.Bordeaux", oderBordelaiser"«Brühe, die auf Vorschlag von Miliard et 1885 zuerst in Bordeaux mit Erfolg angewendet wurde. Da diefrisch zubereitete Kupferkalkbrühe bereits am zweiten Tage körnig und unbrauchbar wird, empfiehlt es sich(nach W. Kelhofer) derselben einen Zusatz von Zucker (100g auf 1 hl) zu geben, wodurch sie lange Zeitschleimig bleibt j der Zucker wirkt hierbei als Schutzkolloid. Daneben leisten auch Kupfersoda« oder Burgunder«brühe (statt Aetzkalk verwendet man Soda), dann Azurinlösung",Nosperalbrühe",Bonapaste" (in Oesterreich),Perozid" (während des Krieges als Ersatz für die Kupfersalze) usw. gute Dienste. Für das .Spritzen", das vielerortsdurch staatlichen Zwang (so in einzelnen Kantonen der Schweiz) obligatorisch erklärt wurde, sind verschiedeneSpritzapparate im Gebrauche } es muss bereits vorbeugend vor dem Blühen (oft schon im Mai) geschehen undim Sommer noch 2 bis 3 mal wiederholt werden. Im Kanton Neuenburg schreibt die Verordnung vom 15. Mai1905 eine zweimalige Bespritzung vor; die erste soll vor dem 5. Juni, die zweite vor dem 20. Juli erfolgen.

Der Echte Mehltau, auch Rebenmehltau, Traubenkrankheit, powderry mildew, Aescherich, Aescher oder nachdem Erreger einfachOidium" genannt, ist gleichfalls aus Amerika und zwar (mit Trauben oder Reben) als ersteder epidemisch auftretendenKrankheiten nach Europa ein«geschleppt worden. Die erstenBerichte stammen 1845 ausEngland von einem GärtnerTueker in Margate an derThemsemündung (und zwarvon Treibhausreben),weshalbder Pilz von BerkeleyOidium T u c k 6 r i benanntwurde. Durch das Auffindenvon Perithezien (1892 von

Couderc, 1899 vonVo lkart, 1900 vonG. Lüst«n e r) ist dieldentität desReben,mehltausmitder aus Amerikaschon längere Zeit bekanntenUncinella needtor(Schwein.) Burr. erwiesen.

Schon 1848 waren dieGeländeum Paris von dem Pilze stark

verseucht. Von 1850 an verbreitete er sich mit ungeahnter Schnelligkeit über alle Weingegenden Europas undbrachte den Weinbau von Südfrankreich, Italien, Madeira, Algier, Griechenland, Ungarn usw. durch seinefurchtbaren Verheerungen an den Rand des Ruins. Fast überall erschien er zuerst an Spalierreben oder inGewächshäusern (Tafeltrauben). Auch sind für die Krankheit vor allem der Elbing, Portugieser, Trollinger,Gelbe Muskateller, Neuburger, Sylvaner, ebenso die Taylorrebe besonders empfänglich, während die Amerikanernicht oder nur unbedeutend geschädigt werden. Der Pilz bildet anfänglich auf den Blättern (Ober» und Unter«Seite) einen feinen, mehligen, grauweissen, leicht abwischbaren Anflug (er lebt also nicht wie die Peronospora'm Innern der Blätter) und entsendet nur in die oberste Zellschicht der Blätter hinein Saugorgane. Die Verbreitungund Keimung der Sporen (Konidien) ist im Gegensatz zur vorigen nicht so stark von Feuchtigkeit und Temperatur ab«hängig, da die Krankheit sowohl in trockenen, wie (besonders) in feuchten und kalten Sommern (1912,1913) epidemischauftreten kann. Später fangen die Blätter an sich zu kräuseln, sie vertrocknen und können abfallen. Den Haupt«schaden richtet aber der Pilz an den Beeren an. Die vom Mehltau befallenen jungen Beeren sind zunächstmehlig weiss. Später platzen sie auf, beginnen zu faulen und trocknen schliesslich ein, während die Kernehervortreten (.Beeren"« oderSamenbruch"). Zur Bekämpfung verwendet man seit jeher Schwefelpulver und zwarMeistens gemahlenes, seltener sublimiertes (Schwefelblüte) oder aber gefällten (präzipitierten) Schwefel, der mit

me Statt Freisingen

Fig. 1946. Freising in Oberbayern mit seinen einstigen Rebbergen (nach Rein dl).