290
Monspessulanum schon im Oberpliozän (bei Frankfurt mit Slaphylaea, Buxus usw. nach Kinkelin). Es ist die ammeisten wärmebedürftige der nördlich der Alpen vorkommenden Ahorn-Arten. Das westdeutsche Areal hat dieArt nicht über den Schweizer Jura erreicht, sondern durch die Burgundische Pforte von der Saöne und vonder oberen Mosel (Fig. 1859) her, ähnlich wie z. B. Carex binervis und C. hordeistichos, Polygala calcareaund Helianthemum guttatum. Auch in Südeuropa steigt sie meist nicht höher als Ostrya carpinifolia. Zu ihrenhäufigsten Begleitern zählen im Karstwald Quercus pubescens, Ostrya carpinifolia, Rhamnus rupeslris undR. saxatilis, Prunus Mahaleb und P. spinosa, Laburnum anagyroides, Colutea arborescens, Cotinus Coggygria,Evonymus verrucosa, Paliurus australis, Daphne alpina usw. Viele dieser Arten begleiten A. Monspessulanumauch im „Sibljak" der Balkanländer und im südlichen Jura, so beim Fort de l'Ecluse Laburnum anagyroides
und L. alpinum, Colutea arborescens,Acer Opalus, Amelanchier ovalis,Ruscus aculeatus, Sedum rupestresubsp. ochroleucum, HelianthemumApenninum, Astragalus Monspessu»lanus usw. Im Main.Hügellandzwischen Grettstadt und Karlstadttritt der Relikt-Charakter des Baumesfür Mitteleuropa deutlich in dieErscheinung, indem er die heissenTriashänge zusammen mit Stipa pen-nata, Helianthemum Appeninum undH. canum, Rosa pimpinellifolia undLactuca quercina besiedelt, währenddie Talwiesen durch Schoenus nigri-cans, Cladium Mariscus, Allium acu-tangulum, Iris Sibirica, Primula fari»nosa, Gentiana verna, Phyteumaorbiculare, Cirsium bulbosum, Teu-crium Scordium, Inula Britannica usw.ausgezeichnet werden. — Die Blütenwerden nach H. L o h w ä g (in Oesterr.Botan. Zeitschrift 1910) schon MitteJuli des Vorjahres angelegt.
Forstwirtschaftlich kommt derFig. 1860. Acer Opalus Miller subsp. Italum (Lauth) Garns, ob Branpon im Wallis. ^rt eine sehr geringe Bedeutung zu
Phot. H. Garns. , c . '
da sie abgesehen von ihrer Selten«
heit sehr langsam wächst und meist strauchig bleibt. Das Holz ist ähnlich dem des Massholders, aber weicher undetwas schwerer (spez. Gewicht lufttrocken 0,85 bis 0,90). Auch auf dieser Art tritt Rhytisma acerinum auf.
1875. Acer Öpalus Miller (= A. Opulus Alton, = A. opulifölium 1 ) Vill. incl. A. ItalumLauth und A. obtusätum Waldst. et Kit.). Frühlings = Ahorn, Stumpfblätteriger oder Schnee»ballblätteriger Ahorn. Franz.: Erable printannier, erable ayart, erable de Mahon ou desItaliens; im Jura: Muret; im Schweizer Rhonetal: Derre, doray, dure; ital.: Loppo, conocchia,acero neapolitano. Fig. 1859, 1860, 1861 und 1862.
Bis 12, seltener bis 20 m hoher Baum mit bis gegen l h m mächtigem, knorrigemStamm und runder, breiter, sparrig verzweigter Krone, oder Strauch. Borke ziemlich glatt,graubraun, abschuppend. Zweige von Anfang an kahl oder jung behaart und bald ver=kahlend, stielrund, glatt, glänzend rotbraun oder olivbraun. Knospen gross, fast stielartigabgesetzt, oft von kurzen Haaren wie bereift. Blattnarben nicht zusammenstossend. Laub»blätter mit ± 3 bis 6 (2 bis 9) cm langem, oft rötlichem Stiel und rundlicher, + 4 bis 12 cmlanger und meist ein wenig breiterer, am Grund herzförmiger oder gestutzter, nur zu 1 /s
') Nach der Aehnlichkeit der Laubblätter mit denjenigen von Viburnum Opulus, dem Schneeball. DieArt wurde zuerst von Rajus als Acer maius, folio rotundiore, minus laciniato beschrieben, aus der.Schweizzuerst von Reynier.