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Tafel 179.
Fig. 1. Empetrum nigrum (siehe bei den Erica-ceae!). Zweig mit männlichen Blüten„ 1 a. Männliche Blüte.
„ 1 b. Weibliche Blüte.
„ 1 c. Zwitterige Blüte.
„ 1 d. Zweig mit Früchten.
„ 1 e. Laubblatt von der Unterseite.„ 1 f. Querschnitt durch das Laubblatt.„ 2. Hex Aquifolium (pag. 236). Zweig mit
männlichen Blüten.
„ 2 a. Steinfrucht.
Fig. 3. Evonymus Europaea (pag. 249). Blü-hende und fruchtende Zweige.„ 4. Evonymus latifolia (pag. 254). BlühenderZweig.
„ 4a. Querschnitt durch die Blüte.
„ 4b. Zweig mit Früchten.
„ 5. Staphylea pinnata (pag. 258). Blühender
Zweig.
„ 5a. Blüte.
„ 5b. Fruchtzweig.
„ 5 c. Frucht (aufgeschnitten).
Der Gehalt an Gerbstoff hängt von der Herkunft der Laubblätter ab. Nach Morpurgo findet sich im Sumachdes Triester Gebietes oft kaum 3°/o Gerbstoff, während die dalmatinische Ware 7 bis 10°/° aufweist und nachCollin die montenegrinischen Sorten 28 bis 29°/o führen können. Bisweilen wird der Schwarze Pfeffer damitverfälscht. Seit etwa 15 Jahren wird auch das fast nur aus Terpenen bestehende, ätherische Oel (Essence deFustet) aus den Laubblättern (und den Blüten) gewonnen, dessen Geruch schwach an Neroliöl (vgl. pag. 60)erinnert. Anatomisch ist das Laubblatt bifazial gebaut und besitzt glatte, stark verdickte Epidermiszellen aufder Oberseite, die von keinen Spaltöffnungen durchbrochen ist. An sie schliessen sich eine Reihe von Palisaden«zellen und dann das Schwammparenchym an, in welch beiden Calciumoxalatkristalle in Rosettenform reichlicheingelagert sind. Die untere Epidermis weist zahlreiche Spaltöffnungen auf, denen nicht selten schmale Epider«miszellen angelagert sind, die sich anscheinend wie Nebenzellen verhalten. Vereinzelt finden sich die für alleAnacardiaceen charakteristischen Drüsenhaare. Die Rinde von Cotinus Coggygria ist ebenfalls stark gerbstoff»haltig und diente deshalb früher als Ersatz für China»Rinde. Das glänzende, weiche, etwas schwer spaltbareKernholz (Fisetholz, Visetholz, Fustel, Fustik, bois jaune de Hongrie, de Tirol, Falsches Gelbholz) besitzt einspezifisches Trockengewicht von 0,51 bis 0,60 und wird zum Fournieren benutzt. Es enthält in dem inneren,grünlichgelb gefärbten Teile nach H. Rupe (Chemie der natürlichen Farbstoffe, 1900) als einzigen Farbstoffdas gelbe Fisetin CnHioOs, das als Glykosidgerbsäure (Fustin«Tannin) auftritt. Bolley glaubte, dass es mitdem Quercilin übereinstimme; auch wollte er das Vorhandensein eines weiteren roten Farbstoffes festgestellthaben. Dieser rührt aber von einer Gerbsäure her, an die das Glykosid gebunden ist. Fisetholz wurde früherin der Seidenfärberei zur Herstellung brauner Farben benutzt, ebenso in der Wollfärberei für Orange undScharlach. Auf Tonerdebeize wird eine gelbliche Lederfarbe, auf Zinnchlorürbeize ein schönes Orangerot er=zeugt. Man färbt damit Leder für Gürtel, Schuhe, türkische Pantoffeln usw. Unter dem Namen Cotiningelangt ein Präparat von Nowak und Ben da in Prag in den Handel. Nach Netolitzky findet sich dasHolz auch als Verfälschung im gemahlenen, echten, aus Piper nigrum L. hergestellten Pfeffer. Auch die Wurzelverwendet man bisweilen zum Färben. Der Strauch wird für diese technischen Zwecke im Elsass, Südtirol undUngarn im Grossen angebaut. Ebenso sammelt man in Bulgarien das Laub zu diesem Zwecke und führt eszum Teil aus. In Montenegro war das Sammeln Staatsmonopol. — Alle I .jährigen Zweige des Strauches werdennach Pilger durch eine Rispe abgeschlossen, die sich nicht scharf von dem nichtblühenden Teile absetzt. Dieunteren Rispenäste tragen Laubblätter als Deckblätter; die Fortsetzung geschieht im nächsten Jahre mit 1 bis3 aus den Achselknospen der unteren Laubblätter entspringenden Zweigen. — Ueber den Bau und die Biologieder Blüte, sowie über die Veränderungen des Fruchtstandes vgl. die Einleitung der Familie. — Die Früchtewerden nach Vogler durch Vögel verschleppt. Die Samen beginnen nach Kinzel bereits nach 23 Tagenzu keimen, zeigten aber bei seinen Aussaaten erst im Herbste des dritten Jahres 95°/o ausgetriebener Keimlinge.
CCCCLVII. Pistäcia 1 ) L. Pistacie. Franz.: Pistachier; engl.: Pistachia; ital.:
Pistacchi.
Immer» oder sommergrüne Sträucher oder Bäume. Laubblätter meist unpaarig oderpaarig gefiedert, selten einfach oder 3 =zählig. Blüten 2 =häusig, mit einfachen Blütenhüllen oder
') Dioskurides bezeichnet die Frucht des Pistazienbaumes [niarnxri = pistäke] als maiaxia [pistdkia].Das Wort leitet sich entweder von niaoa [pfssa] = Harz, Pech und äxeouat [ak^omai] = heilen ab, also einePflanze mit heilendem Harz, oder ist syrischen Ursprungs,