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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
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228
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liches Frankreich, Mittelitalien, Balkan ; Kiemasien, Syrien, Hocharmenien, östlich bis Zentral»asien und Nordwest=Himalaya.

Die Art ist wenig formenreidi: 1. var. 16vis Engler. Pflanze kahl. Wahrscheinlich nur in dieserForm in Mittel» und Westeuropa verbreitet. Dazu. f. pendula (Dippel). Zweige hängend. f. atropur«pürea (Dippel). Fruchtrispen sich tiefrot färbend. 2. var. pubescens Engl. Laubblätter i behaart.Fruchtstiele ± behaart oder kahl. So bisher aus dem Banat, Kleinasien und dem Kaukasus bekannt; viel»leicht hie und da angepflanzt.

Cotinus Coggygria gehört dem mediterran»vorderasiatischen Element an. Im Tessin und in Südtirolist die Art ein Bestandteil der Ostrya-BuschWälder und besitzt etwa folgende Begleiter: Ruscus aculeatus,Ostrya carpinifolia, Celtis australis, Pistacia Terebinthus (in Südtirol), Quercus lanuginosa, Prunus Mahaleb,Rhamnus saxatilis, Colutea arborescens, Laburnum sp. usw. Auch bei Baden und Vöslau in Niederösterreicherscheint der Strauch, wenn auch verarmt, mit fast denselben Begleitern im Unterwuchs von Pinus nigra»Wäldern (Beck, Die Vegetation der letzten Interglazialperiode. Lotus, Bd. 56). Bei Leuk im Mittel»

wallis tritt sie nach Gams teilweise herrschendund regelmässig fruchtend bei 650 m auf einemsüdgeneigten Kalkschutthang in einem lichten, vonKühen und Ziegen beweideten Gebüsch auf, dassich aus Prunus Mahaleb, Rosa agrestis, Rhamnuscathartica, Ligustrum vulgare, Berberis vulgaris,Juniperus Sabina und Pinus silvestris zusammen»setzt; den Unter wuchs bilden Festuca ovina subsp.glauca, Koeleria Valesiaca, Phleum phleoides, TunicaSaxifraga, Erysimum hieraciifolium, Potentilla pube»rula, Euphorbia Seguieriana, Centaurea Scabiosausw. Die Frage, ob das Vorkommen des Strauches imWallis auf einer Einschleppung durch den Menschenaus südlichen Alpentälern in historischer oder prä«historischer Zeit beruht, ob es sich um einen alten,sesshaft gewordenen Gartenflüchtling handelt oderob die Pflanze als natürlicher Einwanderer in einGebiet mit klimatisch und edaphisch zusagendenVerhältnissen aufzufassen ist, dürfte kaum zu lösensein. In den Dazischen Tilia tomentosa.Quercusconferta»Mischwäldern tritt Coggygria gemeinsam mitAcer Tataricum, Fraxinus Ornus, Carpinus Orien»talis und den beiden Syringa»Arten S. Josikaea und S. vulgaris auf. In den dalmatinischen Küstengebieten findeter sich auch im Lorbeerwald. Vorherrschend wird er im Balkan, wo er eine eigene .Gesellschaft des Perücken-strauches" bildet. In den Illyrischen Gebirgen tritt er auch in die Omorika=Fichtenbestände ein und dringtvereinzelt bis in die subalpine Stufe vor, wo er als krummholzartiger Strauch, nach G. Beck z. B. am Kiek, eine auf»fällige Verbindung mit Juniperus Sabina und J. nana, Salix grandifolia und S. arbuscula subsp. Waldsteiniana, Rubussaxatilis, Rosa pendula und Arctostaphyllos alpina eingeht. Schon frühzeitig fand der in allen Teilen formenschöne,durch die Perückenbildung seiner Fruchtstände auffällige (Fig. 1822) und im Herbste in farbenzarten, lichtgrünen, warm»gelben undbrennendroten Tönen verfärbende Strauch in Gärten Eingang. Als Einführungsjahr gilt 1657. Nach Schübewurde er zur Renaissance.Zeit in Schlesien gezogen; auch nach Christ war er schon frühzeitig beliebt undG e s n e r meldet, dass er am Lago Maggiore (ad lacum Verbanum) wild wachse. Jedoch scheint er nur in den wärmerenTeilen von Mitteleuropa den Winter gefahrlos zu überdauern) zum mindesten pflegt er in Ostdeutschland beitieferen Temperaturen im Winter regelmässig zurückzufrieren. In China gehört er neben Ginkgo biloba,Ailanthus» und Acer«Arten, Magnolien usw. zu den geheiligten Gewächsen der Tempelhaine und steht unterder Obhut und Pflege der Mönche. Die aromatischen Laubblätter wurden früher äusserlich und innerlich alszusammenziehendes, besonders blutstillendes und adstringierendes Mittel, ferner als Gurgel» und Mundwasserbenutzt, während sie gegenwärtig fast nur noch zum Gerben und als schwarzes Färbemittel beliebt sind. Siebilden den sogenannten Venetianischen, Ungarischen, Triester oder Tiroler Sumach, Barosch oder Schmach 1 )und werden gepulvert in den Handel gebracht. Wie die jungen Zweige enthalten sie neben 0,1 °/o ätherischemOel mit primären Alkoholen und aldehydartigen Substanzen Tannin und nach älteren Angaben auch Myricetin.

Fig. 1822. Cotinus Coggygria Miller, kultiviert.Phot. Frau Isabella Hegi-Naef, RUschlikon (Schweiz).

') Wohl eineVerdeutschung" von Sumach (vgl. pag. 218, Anm. 3).