pomeranzenfarbigen Drüsen. Kapsel 3,5 mn lang, eiförmig, unregelmässig grubig»warzig, grau,mit kurzer, kegeliger Caruncula. — VI, VII.
Eine in den Mittelmeerländern verbreitete Art, die im Gebiete wohl nirgends ein»heimisch ist und nur verschleppt und sich schwer einbürgernd unter der Saat oder auf Bahn«hofsgelände auftritt.
In Deutschland z.B. bei Mannheim, Mühlhausen, bei Grosskarlbach in der Vorderpfalz (1902),früher im Südbahnhof München. — In Oesterreich fraglich für Niederösterreich in der Saat bei Dörnbach,Pötzleinsdorf und Schlosshof; ferner nur noch selten in Unterkärnten auf Aeckern zwischen Friedau und
Polstrau, angeblich audi bei Luttenberg, Ankenstein und Pettau. — Inder Schweiz bei Sitten, Yvorne, Bad Lostorf (Kt. Solothurn), Solo»thurn (1919), Güterbahnhof Zürich (1917) und Ruchfeld bei Basel (1917).
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa, Nord»afrika bis zu den Canarischen Inseln.
Die Samen finden sich als bezeichnende Verunreinigung inTurkestanischer Luzerne sowie in asiatischen Wickensaaten und wurdenmit solchen in Schlesien eingeführt. In den Getreidefeldern der Pfalzwird die Pflanze stets vor der Samenreife abgemäht, weshalb immerneue Samenzufuhr nötig ist.
1853. Euphorbia falcäta L. (= Tithymalus falcatusKlotzsch et Garcke, = E. mucronäta Lam., = E. arvensisKit.). Sichel»Wolfsmilch. Fig. 1795.
Einjährige Pflanze mit langspindeliger, dünn aus»gezogener, armfaseriger Wurzel. Stengel 8 bis 40 cm hoch,aufredit oder niederliegend, einfach oder vom Grunde an(wenig=)ästig, steif, stielrund, oben kantig»gestreift, kahl, fahl®grün, bläulich bereift. Laubblätter zerstreut, sitzend, ganz»randig, dünn, aber steiflich, kahl, bläulich» oder fahlgrün;die unteren klein, breitspatelig, stumpf oder ausgerandet,mit aufgesetztem Spitzchen, die mittleren und oberen keilig»lanzettlich, spitz oder zugespitzt, mit Stachelspitze, 2 cmlang und 5 mm breit, alle in den Grund stielartig oderkeilig zusammengezogen. Hüllblätter des Gesamtblüten»Standes verkehrt»eilanzettlich, zugespitzt, stachelspitzig; Hüll»chenblätter aus abgerundetem Grunde schief=eiförmig odereiförmig»dreieckig, zugespitzt, mit starkem, kielartigem, in einelange Stachelspitze ausgezogenem Mittelnerven, am Rande sehr klein und unregelmässig aus»gebissen gezähnelt, steif, fahlgrün, am Grunde auffallend bleich. Trugdolde endständig, mitzahlreichen, blühenden, blattachselständigen Nebenästen, 3» (bis 5»)strahlig; die Strahlen wieder»holt 2=gabelig, mit Einzelblüten in den Gabelwinkeln. Cyathium 1,5 mm lang, mit halbmond»förmigen, gelblichen Drüsen (Fig. 1795f). Kapsel 2 mm lang, kahl, glatt; Teilfrüchte stumpfgekielt. Samen 4»kantig=tonnenförmig, auf allen 4 Flächen mit tiefen, zuletzt braunroten Quer»furchen (Fig. 1795 g). Caruncula klein, warzig. — VI bis X.
Auf Aeckern, Brachen, an wüsten, steinigen Orten, an dürren Hängen, auch adventiv;in der Ebene und im Hügelland.
In Deutschland sehr zerstreut und unbeständig im südlichen und mittleren Teile, in Norddeutsch»land fehlend und nur einmal 1813 bei Treblin (Brandenburg) eingeschleppt. Die Nordgrenze verläuft vonTrier über Neuwied, Süd-Thüringen, Nord»Böhmen nach Oppeln in Oberschlesien. In Bayern nur imGebiet der unteren Hochebene bei den Pitzelhöfen, Kissing und Mergenthau bei Augsburg, verschleppt beiSimbach (1887); in Württemberg noch nicht beobachtet; in Hessen bei Viernheim; in Baden bei Hartheim
Fig. 1794. Euphorbia segetalisL. a Habitus.b Laubblatt, c Hüllchenblatt, d Cyathium. e Same.