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häufig in gegliederten oder ungegliederten Schläuchen Milchsaft führend (Fig. 1739). Laubblättermeist wechselständig, seltener gegenständig, in der Regel einfach, zuweilen verkümmert, nichtselten auch handförmig gefingert oder sogar fiederähnlich. Nebenblätter fehlend oder vorhanden,manchmal drüsenartig. Blüten meist regelmässig, fast stets eingeschlechtig, 1 = oder 2»häusig, nur ganzausnahmsweise zwitterig (anscheinend normal Cubincola 1 )), von ausserordentlich mannigfachemBaue, oft unscheinbar, klein und dann dichtgedrängt zu doldentraubigen Teilblütenständen (Köpfchen,Knäuel) vereinigt; diese wiederum rispige, traubige oder ährenförmige Gesamtblütenstände bildend.Vor» und Hüllblätter oft vorhanden und blumenblattartig gefärbt, zuweilen die kleinen, eine Zwitter»blüte vortäuschenden Teilblütenstände (Pseudanthien, Cyathien) als Involucrum einschliessend undScheiben» oder wulstartige Drüsen tragend ; letztere gelegentlich mit petaloidem Anhängsel. Blüten»
hülle (Perianth) fehlend oder einfach,kelchartig (Anthostema, Fig. 1751 h),zuweilen auch (besonders männlicheBlüten) in Kelch und Krone ge=gliedert (Andrachninae, Chrozo»phorinae). Männliche Blüten mit1 bis vielen (Fig. 1736a), zuweilenverzweigten Staubblättern, häufigmit intrastaminalem Diskus, hie undda mit einem Fruchtknotenrudiment.Weibliche Blüten in der Regel2», 4» oder viel)=fächerigen Frucht»knoten enthaltend mit je 1, seltener 2, anatropen, hängenden Samenanlagen in jedem Fache.Staminodien gelegentlich vorhanden, aber nicht konstant. Narben zumeist 3, 2=spaltig. Fruchtin der Regel eine in 3 (seltener 2) Teilfrüchte (Kokken) zerfallende, von dem stehenbleibendenMittelsäulchen sich loslösende Kapsel, seltener beeren» oder steinfruchtartig. Samen mit meistreichlichem Nährgewebe, häufig mit Caruncula. Embryo gerade oder gekrümmt; Kotyledonenmeist breit, seltener schmal, halbzylindrisch, bald flach, bald gebogen oder gefaltet.
Die Familie ist mit gegen 200 Gattungen und etwa 4500 Arten mit Ausnahme der kältesten Teile(arktische Gebiete und antarktische Gebiete) über die ganze Erde verbreitet. Eigentliche alpigene Arten gibtes nicht. Audi existieren nur wenige Arten, die ausgedehntere Areale bewohnen. Ihre Hauptformenfülleerreichen die Euphorbiaceen in den Wäldern der Tropen und Subtropen, wo sie in den regenreichen (hier inGestalt von hohen Urwaldbäumen, Sträuchern oder Lianen), wie auch in den trockenen Distrikten (hier in aus.gesprochen xeromorphen Formen) auftreten. In den gemässigten Zonen kommen halbstrauchige, vollkommenverholzende (z. B. die an felsigen Küsten im Mittelmeergebiet auftretende Euphorbia dendroides L. •, Fig. 1737)oder krautige, z. T. ganz unscheinbare, einjährige Formen (Euphorbia Chamaesyce usw.) vor. Die meistenGattungsgruppen sind sowohl in der Alten wie in der Neuen Welt vertreten, ebenso zahlreiche Gattungen.Nur die beiden kleinen Unterfamilien der Porantheroideae und der Ricinocarpoideae oder Bertyeae (Pflanzenvon häufig ericoidem Habitus), welche mit ihren schmalen, halbzylindrischen Keimblättern die Unterfamilie derStenolöbeae darstellen, sind auf Australien inkl. Tasmanien und Neu.Seeland beschränkt. Eine Anzahl vonKulturpflanzen, ebenso verschiedene Anthropophyten (Gartenunkräuter, Ruderalpflanzen) haben ihre ursprüng-lichen Areale weit überschritten. In Europa ist die Familie vor allem durch die Gattung Euphorbia vertreten,die im Mittelmeergebiet eine Anzahl xerophiler Formen (Euphorbia spinosa, E. dendroides, E. Myrsinites,E. Apios, E. biglandulosa) aufweist, ausserdem durch die Gattungen Mercurialis, Chrozöphora (C. tinctöria undC. verbascifölia), Andrächne (A. telephioides) und Securinega (S. buxifölia). Fossile Formen sind aus der Kreideund aus dem Tertiär beschrieben worden; doch ist ihre Zugehörigkeit zu den Euphorbiaceen nicht einwandfreifestgestellt. Mehr Wahrscheinlichkeit hat die von Conwentz aus dem Baltischen Bernstein beschriebeneBlüte von A n t i d 6 s m a Maximowiczii. Trotzdem darf bei der gegenwärtigen reichen Entwicklung und aus.gedehnten Verbreitung der Familie mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, dass die Familie mindestensbereits im Tertiär mit vielfachen Vertretern existierte.
Fig. 1736. a Männliche, b weibliche Blüte von Mercurialis perennis L. c Teil-blütenstand von Euphorbia Peplus L.
weniger zahlreich, einen 3=(2»)blätterigen und 3» (seltener 1»,
') Vgl. Urban, Ignaz, in Berichte der Botan. Gesellschaft. Bd. XXXVI [1919], pag. 502.