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schliesst sie sich mit Vorliebe dem Trichophoretum caespitosi an mit Equisetum palustre, Selaginella Helvetica,Carex Davalliana, C. panicea, C. fusca, C. flava, C. capillaris, C. ediinata und C. Hostiana, Eriophorum angusti«folium und E. latifolium, Juncus alpinus, Blysmus compressus, Allium Sdioenoprasum, Orchis masculus undO. Traunsteineri, den eingangs im Schoenetum genannten Dicotylen, ferner Willemetia stipitata u. a. Vorüber«gehend tritt sie audi auf feuchten Waldschlägen, bisweilen auch in lichten Weiden und Erlenbeständen auf.Gegen Düngung ist sie etwas empfindlich und verschwindet daher auf den Fettwiesen. Hingegen stellt siesich bisweilen sogar auf Aeckern ein. — Als Herba Polygalae (Bitteres Kreuzblumenkraut) kommen diezur Blütezeit samt der Wurzel gesammelten Pflanzen in den Handel. Nach Zörnig (Arzneidrogen, 1911)sind nur die an trockenen Standorten gewachsenen Exemplare bitter und pharmazeutisch verwertbar, solchevon sumpfigen Stellen sollen fast geschmacklos sein. Die Pflanze enthält etwas ätherisches Oel, fettes Oel, Poly.galasäure, Polygamarin, Polygalit, Senegin, Zucker und dient bei der Landbevölkerung noch heute als Mittelgegen Lungenschwindsucht, Asthma und Magenleiden, erleichtert auch den Schleimabfluss. Der Aufguss ausder Wurzel wird (20 g auf '/« 1 Wasser) tagsüber getrunken. Auch die Milchsekretion stillender Frauen solldadurch angeregt werden. Die Hauptsammeigebiete für die Droge sind für Deutschland gegenwärtig Thüringenund Franken. Anbau im Grossen ist noch kaum durchgeführt. Die Samen keimen ziemlich langsam undbedürfen des Lichtes. Verfälschungen mit anderen, nichtbitteren Polygala«Arten — P. vulgaris, P. calcarea u. a.— lassen sich gelegentlich feststellen. — Die Pflanze findet sich bereits im Index Thalianus (1577) vom Harzaufgeführt. Im Botanischen Garten der Fürstbischöfe von Eichstätt soll sie noch nicht bekannt gewesen sein)vielmehr sollen an ihrer Stelle P. vulgaris und P. comosa zu medizinischen Zwecken gepflanzt gewesen sein.Erwähnt werden aus diesem Hortus Eystettensis Polygalon fl. rubro und P. fl. caeruleo. — Gelegentlich sindbei Polygala amara s. 1. regelmässige, pelorische Blüten zu beobachten. Weitgehende Missbildungen und Ver«grünungen besonders des oberen Teils des Blütenstandes werden durch die Gallmücke Eriöphyes breviröstris ver«ursacht. Bisweilen werden auch die Laubblätter der blühenden Sprosse verunstaltet und sind dann leicht behaart.
1820. Polygala alpina (DC.) Steudel (= P. Austriaca Crantz ß alpina Pers.?, = P. amara L. yalpina Lam. et DC., = P. glacialis Brügger, = P. nivea Miegev.). Alpen »Kreuzblume.
Fig. 1735.
Ausdauernde, 2 bis 10 cm hohe Pflanze mit dünner, spindelförmiger Wurzel.Achsen niederliegend, kurz, reich verzweigt, am Grunde unbeblättert, mit Blattrosettenendigend. Stengelblätter und Rosettenblätter verkehrt=eiförmig bis länglich; die oberen vielkleiner, länglich bis lineaMänglich, nicht bitter schmeckend. Blütenstengel aus den Achselnder Rosettenblätter entspringend, 1 bis 5 cm lang, aufsteigend, unten beblättert. Blüten inkurzen, dichten, 5= bis 11 »blutigen Blütenständen, sehr klein, bläulich, weisslich oder (f. Choda»tidna Guyot) weiss, rosa überlaufen oder rein blau. Vorblätter wenig ungleich, kurz, dasmittlere die beiden seitlichen wenig überragend, ein wenig kürzer als der Blütenstiel. AeussereKelchblätter elliptisch, stumpf, kahl, 3=nervig; Flügel elliptisch=spatelförmig oder länglich »elliptisch,4 bis 5 mm lang, 3=nervig, mit meist einfachem Mittelnerven und wenig verzweigten Seiten»nerven. Kronblätter kürzer als die Flügel. Kapsel klein, verkehrt=herzeiförmig, am Grundei abgerundet, doppelt so breit wie die 1,5 bis 2 mm breiten Flügel, wenig kürzer als diese.Samen ellipsoidisch; seitliche Lappen der Anhängsel bis 1 /a so lang wie die Samen, das mittleresehr kurz. — VI bis VIII.
Meist zerstreut und selten auf trockenen, sonnigen Weiden, in kurzhalmigen Rasenund im Feingrus der subalpinen (im Oberengadin bei Schlarigna bei 1715 m) und alpinen Stufe,meist auf Kalk, seltener auf Urgestein, von zirka 1700 bis 3000 m (Gornergrat im Wallis).
Fehlt in Deutschland. — In Oesterreich einzig in Südtirol am Pizlat bei Laas und am Schiernbei Bozen. — In der Schweiz selten und nur in den Kantonen Graubünden (nördlich bis zum ParpanerSchwarzhorn 2630 m), Wallis, Waadt und Tessin.
Allgemeine Verbreitung: Südalpen von den Seealpen bis Südtirol (im Westenverbreitet), Pyrenäen.
Aendert ab: f. Chodatidna Guyot. Blüten weiss, rosa überlaufen.
Polygala alpina ist ein südwestalpines Element mit einem sehr wenig zusammenhängendem Verbreitungs«gebiet im Osten. Hier stellt sie ein bemerkenswertes Relikt dar, das auf eisfreien Berggipfeln die Eiszeiten über«