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nöbilis Lour. (= C. Madurensis Lour.). Mandarine 1 ). Franz.: Mandarin, petit grain mandarinien; engl.:Maltese orange; ital.: Arancio mandarino. Fig. 1702. Strauch oder kleiner Baum. Laubblätter auf kurzen,kaum geflügelten Stielen, schmal elliptisch-lanzettlich, spitz, schwach gekerbt. Blüten in Büscheln. Kronblätterlänglich, weiss. Staubblätter mit linealen, nur wenig verbundenen Staubfäden. Frucht flachgedrüdct.kugelig,6 bis 7 cm im Durchmesser, orangegelb, 8» bis 10-fächerig, Fruchtschale leicht ablösbar. Heimisch in Cochin»china oder China ; auf den Sundainseln, Kalifornien und in geschützten Lagen Südeuropas (namentlich im west-lichen Mediterrangebiet) viel gebaut, in das letztgenannte Gebiet merkwürdigerweise erst 1S28 eingeführt (San Remoz. B. 1848). Die sizilianischen Pflanzen stammen von Malta. Keimpflanzen finden sich bisweilen auf Küchenabfuhr«platzen. Die Fruchtschalen liefern das hauptsächlich aus d.Limonen bestehende Mandarinenöl (Oleum Mandarinae),das bisweiten mit süssem und bitterem Pomeranzenöl, Zitronenöl und Terpen verfälscht wird. Als Topfpflanzewird häufig die kleinwüchsige Form var. pärva Schweinfurth mit kleinen Laubblättern, zahlreichen, kleinenBlüten und meist nur 2,5 bis 5 cm im Durchmesser haltenden Früchten gezogen. Eine kleinfrüchtige Sorteheisst im Tessin Napolloni. — C. Auräntium') L. Baum, seltener Strauch mit in der Regel hellgrünen Schöss»lingen. Blattstiele ± schmal geflügelt. Blüten meist zwitterig, weiss. Früchte meist kugelig oder etwas platt»gedrückt, meist orangefarben, 8. bis 12-fächerig, von sehrverschiedener Grösse, mitunter auch mit eiförmigem,zitzenförmigem Fortsatz '). Wohl die ursprünglichste Formdieser Art ist die subsp. a m ä r a Engler (= C. Bigarädia 4 )
Risso, = C. Aurantium L. subsp. äcida Thellung). Pomer.anze, •) Bigarade, bittere Orange. Franz.: Bigaradier ;engl.: Bitter Seville Orange; ital.: Arancio und Melan-golo forte. Laubblätter tiefgrün, stets sehr aromatischduftend, mit geflügeltem Blattstiel und eiförmiger bislänglicher, stumpfer oder spitzer Spreite. Blüten weiss,stark wohlriechend. Frucht kugelig, mit sehr aromatischer, Fig. 1702. Citrus nobilis Lour. a Frucht mit einigen Laub-bitterer Rinde und saurer Pulpa. — Wahrscheinlich am blättern, b Pulpa der Frucht, c Querschnitt durch ein Frucht-
segment.
Südabhang des Himalaya (nach H o o k e r), in Cochinchina,
in der Erythraea und auf Sokotra (nach Schweinfurth) heimisch, aber frühzeitig nach den westlicher gelegenenLändern gebracht, seit Ende des 9. Jahrhunderts n. Chr. in Arabien, seit 1002 in Sizilien gebaut, gegenwärtig imMittelmeergebiet, sowie in allen anderen wärmeren Gebieten häufig. Bei Albertus Magnus heisst der Baum(im Gegensatz zu C. medica) arangus, bei Megenberg »die öpfel, die dähaizent arabser vom den paum aarans,de ze larein orangus haizt", im Botanischen Garten der Fürstbischöfe von Eichstätt Poma aurantia nana dicta,kleine, vieltragende Zwergpomeranzen, im Woy sei 'sehen Garten in Schlesien Aurantiorum arboreum arbus»culae aliquot. Ein im Kloster San Sabina zu Rom stehender Baum soll der Ueberlieferung nach vom heiligenDominicus um 1200 gepflanzt worden sein. In den Orangerien findet sich der Baum seltener als C. nobilis.In Zimmern ist bisweilen eine in allen Teilen kleine Form anzutreffen. Die schwach bitter schmeckenden Laub»blätter sind als Fölia Auräntii oder Fölia Citri vulgaris officinell (Pharm. Germ., Austr. und Helv.).Sie zeigen eine aus polygonalen Zellen bestehende Oberhaut, die nur auf der Blattunterseite Spaltöffnungenbesitzt. An der Oberseite schliessen sich 2 bis 3 Reihen von Palisadenzellen an. Die äusserste davonenthält Kristallzellen, die grosse, wohlausgebildete, tetragonale Kristalle führen. Aehnliche Kristalle findensich, wenn auch in geringerer Zahl, auch auf der Unterseite. Reichlich eingelagert erscheinen ferner auf derOberseite Sekretbehälter, die äusserlich als durchsichtige Punkte hervortreten, nach Tschirch schizoly»sigenen Ursprungs sind und bisweilen die halbe Dicke des Blattes übertreffen. Ueber ihnen ist dieEpidermis muldenförmig vertieft. Im Blattinneren liegen ein reich durchlüftetes Mesenchym und die Leitbündel,deren Gefässscheiden reichlich mit Oxalatkristallen versehen sind. Aus diesen Laubblättern, sowie den jungenTrieben und den unreifen Früchten wird ein ätherisches Oel gewonnen. Von den zahlreichen, darin ent«
*) Bezeichnung in Anlehnung an die Heimat.
*) Eine der lateinischen Bezeichnungen für die Frucht: aräncium, arängium, aurantium, melaräncium.Ueber den etymologischen Zusammenhang vgl. unter Orange.
*) Zur Art gehörende Keimpflänzchen wurden auf Küchenabfuhrplätzen z. B. in Mannheim, Solothurn(1917) und massenhaft beim Proviantamt in Strassburg festgestellt; meist dürfte es sich wohl um die Apfel»sine handeln.
4 ) Nach Rice vielleicht mit dem Sanskritwort bijouri zusammenhängend; die südfranzösische Schreib-art lautet bigarrado, oranje bigarrat; ält. ital.: bigarato, bigherato = [mit Spitzen besetzt]; wohl wegen derrunzeligen Früchte. Auch mit bigarrer [buntscheckig] wird es zusammengebracht.
6 ) Abgeleitet aus Pömum aräncium.