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OSTREA EDULIS.
mer nach den Kiemen, seine Kammer aber nach der entgegengesetzten Körperseite gerichtet ist- Ausder eirundlänglichen oder herzförmigen, weifslichen, sehr muskulösen Herzkammer (Fig. 7, 8. A) ent-steht eine Aorte, die sich nach Po Ii in zwei Stämme (Fig. 7, 8. d, n), nach Blainville in dreispaltet, welche Zweige (wovon einige vom Stamme d in Fig. 7. 8. mit'o, x, y bezeichnet sind) andie verschiedenen Organe vertheilt. Die Kammer empfängt das Blut aus der rundlich-viereckigen,braunen, dünnwandigen Vorkammer (Fig. 7, 8. bb) durch zwei sehr kurze Gefäfse (ebd. ac), welcheganz allein die Verbindung der Kammer mit der Vorkammer vermitteln. In ilic Vorkammer senkensich zwei gröfsere (venöse) Gefäfse (Fig. 7, 8. c e), deren jedes durch die Vereinigung von drei Aesten(rsi) gebildet wird. Diese Aeste (rsi) entstehen nach Poli aus den Kiemen, und zwar dergestalt,dafs die Gefäfse rr aus den unter den Kiemen liegenden Kanälen gg hh (Fig. 7.) und die Gefäfse s sans den Kanälen pp, q hervortreten, während die Gefäfse ii aus einem eigenen Stamme uf ihrenUrsprung nehmen. Wie aber die Gefäfse sich verhalten, welche das Blut aus dem Körper in dieKiemen führen, wird, wie auch Meckel (') bemerkt, aus Poli's Darstellungen nicht klar. Nach ei-ner Figur bei Poli, die von uns Taf. XXXVI. Fig. 6. copirt ist, möchte man, in der Voraussetzung,dafs die eben mifgetheilten Angaben Poli s über das Verhalten der Arterien und Kiemenherzvenenrichtig sind, wohl glauben, das Blut würde aus dem Körper durch mehrere Gefäfse (Fig. 6. 1,1, m, n,h, k, e) in einen grofsen Stamm (ebd. a f d) geführt, und gelange durch Ouergcfäl'se (Ii, 2 u, 3 p,i4, u5, p 6) aus demselben in die äufsern der unter den Kiemen verlaufenden Kanäle (ebd. a, b) (ob.dieselben, aus denen die Kiemenherzvenen entstehen?), in die sich auch noch Gefäfse (ebd. rtzv)ergössen, welche aus dem freien Mantelsaume kommen (*). — Am Nervensystem (**) (Fig. 10, 11, 1'2.)kann man einen Schlundtheil, einen Kiementheil und einen Schaalcnschliefserlheil unterscheiden. DerSchlundtheil (Fig. 10, 11.) besteht aus vier sehr kleinen, nur mit Mühe wahrzunehmenden Knötchen(a a, oo), von denen je zwei (ao) hinter einander auf einer Seite des Schlundes liegen. Alle vierKnötchen sind durch schwer zu entdeckende Fädchen vereint, bilden einen Ring um die Speiseröhre(Fig. II-), und geben feine Aestchen an die Speiseröhre, den Magen, die Leber und den Mantel. Je-des der hintern Knötchen (o, o) steht mit einem am vordem Kiemenende liegenden Nervengefleeht(Kiemengeflecht, Fig. 10. und 11. Ii i, kl) mittelst zweier feinen Fädchen (dddd) in Verbindung, dieunter dem die Mundöffnung umgebenden Blättchen (Fig. 10. ccccc) liegen, an diese Aestchen (au),einen hintern und einen vordem geben, aber auch unter sich durch einen feinen Querast verbundensind. Das Kiemengellecht wird aus zwei, durch einen Querast (Fig. 11. h) vereinten Knötchen gebil-det,
(') Vergleich. Anatom. Th. 5. S. 111.
(*) In manchen Punkten abweichend von den Poli'schen Angaben sind <lie von Cuvier (Vorlesung, über vergleich,jinat. Bd. IV. S. 242). Nach Cuvier empfängt das Hera das Kiemenblut und vertheilt es durch zwei grofse Gefäfse inden Körper. Von diesen Gefäfsen geht eins iu die Leber, das andere in den l ufs (soll wohl heifsen Schaalenschliefser u.s. f.). Jede Kieme besteht aus einer Menge kleiner, senkrechter, paralleler Gefäfse, die sich in ein grofses (Kiemenherz-vene oder Lungenvene) einsenken, welches das Blut ins Herzohr fuhrt, dann noch aus andern kleinen, neben jenen paral-lelen Gefäfsen befindlichen Zweigen, w-elche das venöse Körperblut aus einem, lieben den Kiemenherzvenen verlaufendenGefäfse (Holllader) bekommen. In die Hohladern gelangt aber das Blut durch eigene, aus dem Körper kommende Gefäfse(Körpervenen). — Wir können bei den abweichenden Ansichten über das Gefäl'ssystem nur bedauern, dafs uns die Zeit-umstände abhielten, eigene neue Untersuchungen anzustellen, welche vielleicht mehr Klarheit in die bisherigen Vorstellun-gen gebracht haben würden.
(**) Das Nervensystem, welches ganz nach eigenen mühsamen Untersuchungen dargestellt wurde, gehört zu den schwie-rigsten anatomischen Aufgaben. Poli erwähnt gar nichts darüber. Cuvier (Vorlesungen Dd. II. S. 301.) beschreibtnur den Schaalenschliefsertheil.