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2 (1833)
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Sanguisuga Medicinalis.

die aus nahrungsarmen Gewässern gut anbeifsen. Auch sollen die Egel mancher Gewässer einen ganzbesondern Appetit haben und sich bei der geringsten im Wasser gemachten Bewegung einfinden (').Am leichtesten saugen nach Kuntzmann die im Frühling gefangenen Egel, da sie im Winter keinejNahrung zu sich genommen haben, deshalb räth er auch, dafs die Apotheker sich im Frühling mitEgeln versorgen sollen (*). Im Allgemeinen sollen aber doch frisch gefangene Egel schlechter anbeis-sen ("), als die, welche man lange Zeit in Behältern hielt. Ebenso sollen nach Vitet( 3 ) Egel bessersaugen, die man in Flufswasser hält, das man oft wechselt. Egel aus fliefsenden Gewässern, und die,welche ohne Köder ( 4 ) gefangen sind, saugen besser als die aus stehenden Gewässern kommenden undmit Köder gefangenen. Manche Egel machen, indem sie während des Saugens ihren frühern Platzverlassen, mehrere Wunden. Manche Individuen geben während des Saugens Blut oder Schleim vonsich, ohne aufzuhören zu saugen. Aber fast alle brechen nach dem Saugen mehr oder wenigerBlut aus ( 5 ). Die, wenn die Egel abgefallen sind {"), noch andauernde Blutung wird unterhaltendurch laues Wasser, in Wasser getauchte Schwämme oder Leinwandbauschen, auch wohl durchwarme Dämpfe. Die Blutstillung erlolgt entsveder von selbst durch die Atmosphäre oder mufs durchStyptica (Eichenschwamm, Gummi mimosae, Fibrille), Aetzmittel oder selbst Gefäfsunterbindung besei-tigt werden. Starke Blutung, Verschlacken der Egel (dagegen Salzmixturen, Essig, Brechmittel), Hin-einkriechen in den After (dagegen Salzklystire), starke Entzündung (dagegen Cataplasmen), Eiterung,Brand, sind üble CoinplicaUouen (***).

Erklä-

(*) Gislcr p. 96., Müller Blutegel S. 40. ( s ) Gisler p. 98. (') a. a. O. p. 151. (") Blainville p. 32.( 5 ) Vi tot p 1S4.

(*) Allein diesen Vorschlägen steht entgegen, dafs sich solche Egel nicht gut halten (s. oben) und dafs dadurch dieFortpilanzung gestört wird.

(**) Damit die Egel aber auch nach dem Saugen noch brauchbar seien, hat man vorgeschlagen, sie zur Zucht anzu-wenden. (Kayer Arcli. gener. d. Med. T. VII. p- 312.; Hartman« in Buchners Rcpert. Dd. 23. S. 17J. Gisler(Abh. d. Schwed. Akad. a. a. O. S. .97.; räth, sie in einer mit Leder oben verbundenen Flasche., die man in einen Teichversenkt, zum fernem Gebrauch aufbewahre«. Um das Blut aus dem Egel zu entfernen, bestreut man sie gewöhnlich mitscharfen Substanzen, namentlich Salz, wodurch man sie auch, wenn man es wünscht, während des Saugens zum Loslassenbringen kann. Nach Petit-Ferdinand (Mem. de Med. milit. XIX. p. 235.,- Fror. ISot. IV. 323. S. 240.) soll man,um das Blut aus dem Egel zu entfernen, einen Einstich in den Rücken desselben machen, worauf er in einigen Tagen wie-

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der saugen könne (?). In Aegypten soll man, wie Pariset erzählt <Froriep A'ot. Bd. 26. ,9. 144.;, nach dem Saugendie Egel drücken, darauf sie in Zuckerwasser setzen, damit sie noch mehr Blut entleeren, dann aber in frisches Wasserthun. Nach drei Tagen sollen sie wieder saugen und bei dieser Behandlungsart 3 Jahre benutzt werden können (?)

(***) In neuern Zeiten ist es häufig zur Sprache gekommen, ob auch andere Egelarten, als die oben zur Gattung ,V«n-guisuga gerechneten, namentlich die sogenannten Hofsegel, (Nach Gesner würden neun Rol'segel ein Pferd tödten können),Blut saugen und ob sie ohne Nachtheil gebraucht werden können, oder ob von ihrer Anwendung manche durch die Ap-plication von Egeln entstandene Nachtheile abzuleiten seien. Im Volke ist der Glaube, dafs die Rofsegel Blut saugen kön-nen, allgemein verbreitet. Auch sprechen Schriftsteller vom Saugvermögen der Rofsegel. Gislcr (Abh. d. Schwei Akad.f. 1758. S. 95.; erwähnt, dafs die Nordländer Rofsegel im Nothfalle anwenden, nur sollen sie nicht mehr anbeifsen, wennsie länger als einen Tag vor der Application gefangen wurden. Blumenbach OSaturgesch. 5 te Aufl. S. 417; sprichtvom Saugvermögen der Rofsegel. Voget zu Folge würde Hirudo Sanguisuga ohne Nachtheil (also ohne heftige Entzün-dungen und Eiterungen durch seine Verwundung zu bewirken) gebraucht werden können (Pharmaz. Zeit. Bd. V. S. 414J.Der Verfasser hörte von glaubwürdigen practischen Aerzten, dafs man Rofsegel mit Nutzen und ohne schädliche Folgengebraucht habe, auch sah er mehrmals an den nackten Füfsen von Personen, die in Sümpfen gewatet hallen, schwarzeEgel angesogen, welche er für Rofsegel hielt. Im Caucasus soll man nur Rofsegel anwenden. Gegen das Saugvermögen derRofsegel haben sich indessen manche Zweifel erhoben; so trennten nach Braun's Versuchen, welche Kuntzroann (Blut-egel S. 39.; bestätigt, Rofsegel, die sich an die Iland gesetzt hatten, die Haut derselben nicht, ebenso wenig aber auch dieHaut eines weichhäutigen Fisches. Auch würden nach lvuntzmann die Zähne der Rofsegel dazu viel zu stumpf sein.