Medizinischer Blutegel.
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an der Stelle findet, an welcher später der Mastdarm sich öffnet. Bei durchfallendem Sonnenlichtsieht man an einem Egel, wo der weifse Streifen schon gebildet ist, mittelst der Loupe durch diedurchsichtigen Wände den Nahrungskanal durchschimmern, der durch Abschniirung des Dottersackesin mehrere Tlieile (Magenabtheilungen Fig. 22. 23. n —v.) entstand, während sich der dem Schwanz-ende zugekehrte Theil des Dotters in den Darm (Enddarm Weher) (ebd. 1.) verwandelt. Bemer-kenswerth ist, dafs die Blindsäcke der hintern Magenabtheilung (Blinddärme von vielen mit Unrechtgenannt) Anfangs klein sind (*) (ebd. Fig. 22. w. x.), und erst allmälig ihre ansehnliche Gröfse errei-chen, dafs ferner der Darm Anfangs so weit ist, dafs er den ganzen hintern Theil des Egels aus-füllt (*')• Den entwickelten Magen sah Weber sieh contrahiren und expandiren und eine Flüssigkeitfortbewegen. Die Augen werden erst sichtbar, wenn das sehwarze Pigment sich in sie abgelagert hat,und erschienen an dein Fig. 22. abgebildeten Egel braun. Die Geschlechtsteile (ebd. Fig. 17. h. c.d. e. x.) bilden sich früh. Gleichzeitig mit ihnen sieht man auch die Seitengefäfse (k. k.), und dieSchleimdrüsen (i.) und Schleimsäckchen (Athembla-sen Weber) (ebd. g.). Ehe das Pigment in dieHaut sich abgelagert hat, liifst sich auch die Circulation in den Gefäfsen wahrnehmen, wie dies dieBeobachtungen Webers zeigen (s. oben) (***). — Haben die jungen Egel ihre vollkommene Ausbil-dung erlangt, so bahnen sie sich einen Weg durch die Masse des Cocons. Dies geschieht, indemsie meist eins der Enden des Cocons durchbohren. Indessen sah Bayer sie auch an andern Stellenhervortreten und überhaupt, wenn sie nur die Kapselhaut durchbohrt haben, durch die Zellen derSchwammhaut fast spurlos hindurchschlüpfen. Die Zahl der aus einem Coeon auskriechenden Egel-chen beträgt 5—15. Nach Achard kommen sie 25 Tage, nach Weber etwa 6 Wochen nach demLegen der Cocons zum Vorschein. Dessaus zufolge würden sie gar erst nach 4 Monaten auskrie-chen. Eulenberg (') sah schon Anfangs Juni junge Egel. Dessaux und Weber geben das Endedes August als die Zeit des Auskriechens an; jedoch dauert dies, wie auch die Beobachtungen Mül-lers ( 2 ) zeigen, bis in den September fort. Die jungen schmalen Thierchen sehen Anfangs, beson-ders vor der Geburt, röthlieh aus, besitzen bereits dieselbe Zahl Ringe wie die Alten, und sind durch-sichtig. Sehr bald aber (und zwar nach Bayer schon vor der Geburt) lagert sich das Pigment in sieab. Die jungen Egel sollen gern sich in Klumpen zusammenballen und mehr auf dem Grunde imSchlamm leben. Hinsichtlich des Wachsthums konnte Thomas ( 3 ) bei jungen Egeln nach zwei Mo-naten nur eine geringe Zunahme, Hebb (*) vom Juli bis Dezember eine kaum merkliche wahrnehmen.Nach Scheidt ( 5 ) waren Egelcheu, die kein Blut bekommen hatten, in drei Monaten um das Vier-fache gewachsen. Ebenso wuchsen nach Fiebelkorn ( 6 ) junge aus Cocons gezogene Egel, die er18 Monate isolirt in einem Glase hielt, ohne dafs sie gesogen hätten, zeigten jedoch nur \ der Gröfsevon Egeln gleichen Alters, die er gleich nach der Geburt in einen Teich gesetzt hatte. Auch sogendie isolirt gehaltenen nicht so kräftig. Bärwinkel (') sagt von seinen jungen im Kasten erzogenen,
(*) Mithin sind sie also in einer frühen Zeit den Blindsäcken der andern Magenabtheilungen ganz ähnlich, was eineaneuen Stützpunkt gegen die Deutung, sie seien Blinddärme, abgiebt. Br.
(**) Beim medizinischen Blutegel ist also die AVeite des Darms eine vorübergehende Bildung, die bei andern Egeln(wie bei den Rofsegeln u. s. f.) das ganze Leben hindurch besteht (Br.).
(***) Vorstehende Thatsachen über die Entwickelungsgeschichte sind, da es dem Verfasser mehrfacher Versuche ohn-geachtet nicht gelang, das Material zu eigenen Beobahtungen zu bekommen, ans der oben angeführten schönen AbhandlungWebers entlehnt.
(') Brandes's Arch. Bd. 21. p. 36, — ( ! ) p . 36. — ( ! ) p. 121. — (*) Johnson Trcal. p. 83. — (*) Nach einerbrieflichen, von unserem lieben Freunde dem lVreisphysikus Dr. Leue in Gardelegen gemachten Mittheilung, — (') Brief-liche gefällige Mitteilung. — (') Troxnmsdorfs JS. J. Bd. 14. p. 27. • ,
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