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1 (1829)
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Graue Kröte.

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selben rundlicher, gröfser. Obere Stücke der Schulterblätter schmaler; Vorderarme länger, vorn stär-ker zusammengedrückt. Unterarme ebenfalls länger. Zehenknochen kürzer, platter. Hinterschenkelviel kürzer, oben stärker zusammengedrückt. Unterschenkel und Zehenglieder ebenfalls vielkürzer (*). Weichtheile: Herz 3 4"' lang. Lungen im aufgeblasenen Zustande 1 l\" lange,einfache, zellige Säcke. Eigentliche Luftröhre fehlend, und daher die Lungen dem Kehlkopf un-mittelbar durch einen kurzen, zelligen Kanal anhängend. Speiseröhre f" lang, ziemlich weit in dengekrümmten, sackförmigen, langen, 4"' weiten Magen übergehend. Dünndarm 4" u. darüber lang,mehrere Windungen machend und dann in den weiten Dickdarm plötzlich übergehend, der sich un-mittelbar in den Mastdarm fortsetzt und mit dem Mastdarm 1^" mifst. Leber grofs, in 2 Hauptlap-pen gelheilt, deren einer wieder zweilappig ist. Gallenblase grofs, rund. Gallenabführungsgang grofs,7ui lang, 3"' vom Magen entfernt, in den Zwölffingerdarm mündend. Milz rundlich, entfernt vom Ma-gen, im Gekröse. Bauchspeicheldrüse neben dem Gallengange, mehrlappig. Nieren länglich, grofs,1» lang. Neben dem obern Ende der Nieren nach innen 2,4 pomeranzengelbe etwa lange anhän-gende Lappen. Harnblase in 2 rundliche Blasen tief gelheilt ("). Hoden 4"' lang, walzenförmig-länglich, gelb. Nebenhoden (?) platt, locker.

Als Vaterland fanden wir bis jetzt bei den verschiedenen Schriftstellern nur Schweden ('),Dänemark ( 5 ), Rufsland, Sibirien, Persien, Georgien, die Ukraine ( 3 ), Deutschland ( 4 ), England,Frankreich ( 5 ) und Sardinien ( 6 ) erwähnt, wahrscheinlich ist sie aber auch in anderen Ländern Euro-pas, namentlich in denen, welche zwischen den genannten liegen.

Lebensart (***). Die graue Kröte hält sich in Feldern, Gärten, Kellern, Ställen, u. zwar bei Tageunter Pflanzen, zumal unter slarkriechenden, wie Salbei u. s. f., unter Steinen, in horizontalen Löchern,oder Spalten, und zwar stets an demselben Orte, und lauert ihrer Beule, Inseclen (selbst Bienen) undihren Larven, ja sogar ihren kleinen Artverwandten auf, wiewohl die Erwachsenen, auch \venn esBeule gilt, verträglich sind. Insecten fängt sie mit ihrer klebrigen, weit vorstülpbaren Zunge leichtund drückt sie zwischen den Kiefern lodt, ist überhaupt im Zustande der Freiheit sehr gefräfsig.Löcher kann sie mit den Hinlerfüfsen sehr geschickt graben. Vom AbcrtJ bis zum Morgen streift sieumher. Aus den Warzen und den Ohrdrüsen schwitzt eine gelbe, milchige Feuchtigkeit, die ihr denRuf der Giftigkeit (f) verschaffte. Sie kann gegen 36 Jahre leben, und in einem lethargischen Zu-stande, von Stein eingeschlossen, Jahrhunderte (ff). Ohne Nahrung inj Keller kann sie einige Jahre

(') Linn . faun. ed. Uetz. a. a. O. (°) Müll, prodr. a. a. O. (') Fall. Zoogr. II. pag. 14. ( 4 ) Beckstein,Sturm, Schrank, Hösel u. s. f. ( 5 ) Lacep. Daud. a. a. O. ; Serret Essai pour servir a l'histoire des animauxdu midu de la France a Paris 1822. 4. p. 54. ( 6 ) Cetti Übers. 8. 41.

(*) Abbild, des Skelets bei Meyer Thiere tab. £.111., mehrere Osteologische Data bei Cut. rech. a. a. O. MertensAna.tom.icie Batrachiorum prodromus. (diss. inaug.) Halae 1820. 8., daim in den Handbüchern über vergl. Anatomie vonCuvier, Meckel u. s. f.

**) Mehrere Bemerkungen über YVeichtlieile bei Röscl a. a. O.; Cuvier Vergl. Anat. Über die Muskeln vergl.man J. C. Zencker Batrachomjologia {diss. inaug-) Jenae 1825.

***) M. s. hierüber Sturm; Lacep.; Rösel a. a. O. Dann besonders YV. Fothcrgill Linnean Trans. Vol. XIIIp. 618 und in Frortep Kot. B. VIII. S. 209.

(t) Für und wider das Krötengift hat man sich viel gestritten. Rösel, Laurcnti und neuerdings Fothergilla.a.O. widersprechen der Giftigkeit durchaus, während eine Menge älterer (m. s. hierüber besonders Böhmer Bibliothecahist. nat. P- II- V. II. p. 15.) sie behaupten, u. auch Pallas (Zoogr.) erzählt, dals ein Hund, der beständig Kröten -ver-folgte, iu Folge von bösartigen Geschwüren, die er dadurch bekam, starb. Im Gent. Magaz. Mai 1809 und AllgemeinenAnzeiger der Deutschen Jan. 1829. S. 51 ist ebenfalls von Krötengift die Rede und Pelletier in Leroux Journ. demed. T. 40, p. 75. liefert sogar eine Analyse davon. Da nun mehrere dafür sind, so mufs man doch die Sache noch inZweifel lassen, indem nach verschiedenen Jahreszeiten und Zufälligkeiten Kröten giftig und nicht giftig sein könnten, wiees mit den Schwämmen zu sein scheint.

(tt) M- s. hierüber besonders Reufs Repert. T. I. Zool. p. 491.; Rudolphi Ph.jsiol.lI. 2. p. 11. u . Böhmer a.a.O.