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1 (1829)
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Gallus Domesticus.

bis nach Island ('), Grönland ( J ) und bis Camtschatca, wo sie sehr gut gedeihen, und bis in die arctischenGegenden am Jenisei (3) mit der Cultur verbreitet sind, so erinnern sie doch an ihr südliches Vaterlanddurch einige Empfindlichkeit gegen Kälte, Schnee und Eis, indem sie leicht die Beine erfrieren und, wie dieam nördlichsten Jenisei, zwar noch Eier legen, aber nicht mehr brüten ( 4 ). Die verschiedenen Namender Racen, als Thüringisch, Friesisch, Hamburgisch, Englisch, Polnisch, Türkisch, Astrachanisch u. s. w.deuten schon auf irgend ein besonderes Vaterland einzelner Formen. In Holland hat die Liebhabereifür den Zusammenflufs der mannigfaltigsten Formen gesorgt, deren ausgezeichnetere und buntesteüberall der Luxus hält. Die sehr grofse Race der Paduanischen Hühner leitet man aus Italien her.Bei den während des Sommers im östlichen, asiatischen Rufsland nomadisirenden Coibalischen Jurtensieht man die Hühner halb verwildert um die Zelte schwärmen und sich selbst ernähren (*). InAsien, besonders Ostindien und seinen grofsen Inseln, so wie auf den Philippinen, Neu - Guinea undden meisten Inseln der Südsee ( 5 ) ist die gröfste Mannigfaltigkeit, da aufscr den Europäischen, hiereingeführten Racen, es auch noch eigenthümliche giebt, welche sich wieder vervielfältigen, indem diewilden Ayam-alas von Sumatra, Java und dem Festlande mit den Haushühnern gelegentlich sich paa-ren und fruchtbare Junge erzeugen. Neu-Holland wurde in neueren Zeiten auch selir reichlich damitbevölkert. Bei den Papus giebt es weifse Slrupphühner ( 6 ). In ganz Indien, so wie auf den Philip-pinen, giebt es auch Mohrenhühner. Auf den letzlern hat man noch eine Art kurzbeiniger und Zwerghüh-ner, so wie auch den Xolo mit sehr hohen Beinen. In Sumatra sind die Slrupphühner ausgezeichnet.Auf Java soll sich auch das wunderbare Indische Halbhuhn aufhalten; überdiefs trifft man hier, so wiefast im ganzen südlichen Asien noch das Strupphuhn (welches sich durch seine Empfindlichkeit gegenKälte als besonderes Eigenthum der Wendekreise bekundet), nebst Bantam- und Zwerghühnern.Eben so reich sind die Molucken ( 7 ) und alle nahe gelegenen Inseln. In Hinter-Indien ist die kleineHenne von Pegu, und die sehr grofsen Peguanischen Hühner ( 8 ). Auch Persien hat sehr grofse Hüh-ner ( 9 ), unter denen die Sansevarischen, besonders wegen ihrer Eier ( 10 ) geschätzt werden. Pal-las ( 11 ) erwähnt ebenfalls sehr grofser, welche aus Ghilan nnd aus Anatolien kommen. In Japan undChina sind die Hühner sehr beliebt und man hält die Wollhühner sogar in Käfigen ( 12 ). Auch inAfrica fehlt es nicht an Hühnern, obgleich sie hier nicht so mannigfaltig sind. In Aegypten, Dongalaund Abyssinien fand Ehrenb erg keine ausgezeichnete Racen, meist aber 5-zehige. Auf Madagascar istder kleine Okolio. Am Cap werden sehr viele , besonders eine starke Race mit befiederten Beinenund Tollen gehalten, die oft recht schöne Farben tragen ( 13 ); sonst findet man überall die gemeineRace (Lichtenstein). Auf den Cap-Verdischen Inseln zu Pulo Condor und Timor ist das Zwerg-huhn C 4 ) einheimisch. In America gab es vor der Ankunft der Europäer wohl nicht unsere Ilaus-hühner (*). Jetzt sind sie dort überall verbreitet, wo die neuere Cultur hindringt. In Virginien soll

(') Horrebous d'escript. de VIsl. T. L p. 199. ( a ) Fabric. Faun. Grönl. p. 123. Observ. (') Pallas ZoogrRosso-As. T. II. p- 92. (♦) Pallas Zoogr. T, II. p. 92. ( ! ) s. Cook's, Forster's, Anson's, Bougainville's u. s. f.bekannte Reisen. (®) Lesson Manuel d'Ornithologie T. II. Paris 1828. 12. p. 178. (*) Dampier Suite des Voy. d. 1.Nouv. Hollande T. V. p. 61. (■) Recueil d. Voy. qui ont servi a l'ctablissement de l. Compagn. des Indes T. III. p. 71.C) Chardin Voy. T. II. p. 24. (>°) Tavernier Voy. T. II. p■ 43. (") Zoogr. Rosso-As. T. II. p. 90. (") Pall.Zoogr. T. II. p. 90. ( t3 ) Tombe Voy. aux Ind. Orient. Vol. I. p• 37. ( I4 ) Dampier Nouv. Voy. T. II. p. 82

(*) Nach Buffon's Nachrichten aus der hist. des Incas T. II. p- 239. gab es vor der Eroberung von Peru keine Hüh-ner daselbst, und die in das Thal von Cusco eingeführten Hennen wollten anfangs gar nicht brüten (s. auch Charlevoixhist. de St. Dominique T. /.). Nach Brasilien sind die Hühner durch die Spanier gekommen. NachAcosta's (welcher 1599Harb und eine Naturgeschichte Indiens geschrieben hat) Versicherung existirten in Peru schon vor der Ankunft der Spa-nier Hühner, die Talpa, so wie ihre Eier Ponto genannt wurden. Dies bezieht sich wohl auf Gallinaceen im Allgemeinen, abernicht auf unser gemeines Huhn. Sonnini (Neue Ausgabe von Sonnerat Voy. aux Ind. or. et a- la Chine. T. II p. 317)läfst America schon früh mit Hühnern versorgt sein, denn nach Gemelli Carreri sollen die alten Mexicaner eine Art