62 Gärtner-
Bedecket euere Beeten, worein ihr Saamen undEkhel» im Ocrober gesäet habt ausdas sorgfältigste,damit kein Ungeziefer zu ihnen kommen könne, undder Frost abgehalten werde , als welcher denjenigenso etwan keiinen, höchst schädliä) seyn würde.
Nun müst ihr die Hecken um euere Baumschuleoder um den Obstgarten beHauen, und euere andernZäune ausbessern : denn jezt hat man , im ganzenJahr, in der Baumschule am wenigsten zu thun.
iVas im Lusttgarten vorzunehmen.
Die Beeten,worinnen euere schönen Ranunckeln,Anemonen und Hyacinthen stehen, sollen, bey sehrkaltem, oder nassem Wetter, sorgfaltig bedecketwerden, indem ihnen beedeS Schaden bringen konnte.
Die Topfe oder Kasten,worinnen aus dem Saa-men erzogene Blumengewächse stehen, müssen auchbey starckem Regen, oder strenger Kalte bedecketwerden, sonst lauffen sie Gefahr dadurch zu Scha-den zu kommen.
Bedecket euere schonen Nelcken und Aurickeln,um sie für starcten Regen und Schnee zu verwah-ren, welche ihnen sehr viel Schaden thun konnten;bey gelindem Wetter aber, müssen sie, so viel mög-lich, freye Lust haben, sonst wachsen sie schwach undzärtlich daher.
Leget nun etwas Streu um die Wurzeln euererneugepflanzten Bäume und Stauden, wie auch umdie auslandischen Bäume, so in freyer Luft stehen,damit der Frost nicht durch die Erde zu den Wur,zeln dringe, wovon sie großen Schaden leiden, wonicht gar verderben könnten.
Wendet euere verschiedene Erdhaufen um, die ihrfür den Blumengarten zurechte gemachet habt, da-mit sie der Frost mürbe mache; mischet auch einigeneue Haufen, damit ihr immer einen Vorrath ha-bet , der wenigstens, zehen Monats vor dem Ge-brauch , bereit seye.
Bey gelindem Wetter sollt ihr euere Beeten undRabatten umgraben und bereit machen, um imFrühling Blumenwurzeln darein zu pflanzen; wennihr aber solches vornehmet, könnet ihr sie in Formeines AckerbeeteS aufwerffen, damit die starcken Re-gen ablausssn ; weil die Erde zum Pflanzen zu naswerden wurde, wenn die Beeten eben waren , undeö darauf regnete.
Fahret fort den Boden in eueren Lnstgebüschenzu umgraben, damit alles gegen den folgenden Früh-ling nett unv rein seye, wenn die Bäume auszuschla-gen anfangen , und die Blumen blühen, wodurch dieLeute darinnen hernm zu spatzieren angelocket wer-den; doch müst ihr hiebey Acht geben, das! ihr keinevon den zwischen den Bäumen wachsenden Pflanzenbeschädiget.
Breitet diejenigen Theile eueres Gartens zu, wo-rein ihr im Frühling blühende Stauden oder Bäu-me pflanzen wollet; doch sollt ihr die Erde in Formeines Ackerbeetes liegen lassen, bis die Zeit zum Ein-pflanzen daist.
Bey kaltem Wetter, wenn ihr im Garten wenigvornehmen könnet, machet euere Numern zurecht,um die Blumen und Saamen , wenn sie ausgesäetworden, zu zeichnen, richtet auch allen euern Werck»zeug zu, um solchen im Frühling, da ihr vieles draus-sen zu thun finden werdet, gebrauchen zu können.
Kalender.
pflanzen so jezt in freyer Luft blühen.
Etliche einfache Anemonen, Gartenschlüssel, an-dere Schlüsselblumen, Levcoien,Narcisseil, schwaneNiesewui z, Alnssen mit Meerportulacbläktern, Früh-lingssäubrod mit rother Blume, rangkrischer Erd-rauch, schmalblätterige Goldruthe, und manchma-len, bey gelindem Wetter, Schneetröpflein undWinterwolssvwurz.
Dauerhafte Vaume und Stauden so nun-mehr blühen.
Tinuslorbeer, Erdbeerbaum, Kellerhals, Gla-stenburydorn, virgmisch Kreuzkraut, Heckenkirschemit blauen Beeren, Scorpionkraut, bötische Wald-rebe, Mondklee, und bey gelindem Wetter Zeidel-bast; der immergrüne Hagedorn hat Früchte.
Arzeneykräuter, so man nun zum Ge-brauch sammeln kan.
Manggoldwurz, Alantwurz, Fenchelwurz, Bil-senwurz, schwarze Nieswurz, Liebstöckelwurz, Bä-renwurz, Pestilenzwurz, Saufenchelwurj, Hirsch-zunge, Engelsüß, Wciswurz, Sevenbaum, Seif-fenkrautwurz, Scorzonere, Zuckerwurzel.
Alle diese Wurzeln können, wenn solches der Frostnicht verhindert, ausgehoben werden: denn da umdiese Iahrszeit die meisten Pflanzen ruhen, so sindsie nun, sowohl zur Arzeney, als für die Tafel,am be-sten.
Was im Gewächshaus und Glashaus zuthun seye.
Wenn sehr kaltes Wetter wäre, müst ihr die La-den und Thüren eueres Gewächshauses wohl ver-schlossen halten; bey gelindem Wetter aber, könnetihr einige davon össncn , um frische Lust hinein zulassen, sonst wird die Luft dumpfig und feucht, wo-von die zarten Schossen der Pflanzen schimmlichtwerden und abstehen Wenn ihr also an euerenPflanzen einen Schimmel beobachtet, musi ihr sie so-gleich reinigen, sonst breitet er sich aus und greifftauch die benachbarten Pflanzen an Auch sollt ihr alleabgestandene Blätter fleißig wegnehmen, und solchenicht auf den Boden fallen lassen, denn wenn sie imHaus bleiben, faulen sie, und stecken, zum Nach-theil der Pflanzen, die Luft an.
Jezt müst ihr euere Pflanzen sparsam begiessen,sonderlich die von Natur safftig sind, wie die Aloen,Fackeldisteln, Fieoides, Hauswurzsorten, Nabel-krautsorten :c. Euere Myrten aber, das AmomumPlinii, den Löwenschwanz, Oleander, Lorbeeren,die malabansche Nus und andere staudige Pflan-zen, müssen offt begossen werden ; doch soll man ih-nen bey kaltem Wetter nicht zuviel Wassers aufeinmal, sondern öffters, und sparsam geben.
Das Feuer mus jezt im Glashaus sorgfältig un-terhalten werden, es mag nun gleich dunckles undtrockenes Wetter, oder strenger Frost seyn. Dennwenn die Luft dumpfig ist, so schadet sie den Pflan-zen eben sowohl als die kalte, daher sollt ihr euch,in Ansehung des Grades der Warme, den euerePflanzen nöthig haben , nachweinen, wohl eingerich-teten Thermometer, oder Wärmemaaö richten.
Euere Ananas wollen viel Warme haben sonstbringen sie im folgenden Sommer keine Früchte;auch müst ihr sie öffters begiessen / und das Wasser