Druckschrift 
Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
Entstehung
Seite
35
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Iul

Sorten so reifsind, indem ihr die Stengel abschnei-det und solche aufMatten oder Decken in einen trock-nen» lufftigen Ort breitet, damit sie hart werden;hernach könnt ihr solchen aus den Hülsen oder Schot-ten ausreiben oder aufklopfenund an einem Ortverwahren, wo kein Gefchmeis dazu kommen undihn auffresse» kan.

Ziehet die Zwiebeln, den Knoblauch, Rockenbol-len, Schaloten :c. aus, wenn ihre Blätter zu wel-cken anfangen, >nn> breitet sie an einem trocke-nen lusstigen Ort dünne aus / damit sie recht tro-cken seyen, ehe man sie zum Wintergedrauch auf-hebt.

Fahret fort die Erde um den Seilen) aufzuhäuf-fen,den ihr den vorigen Monat inGrnblein gepflan-zet habt, wenn er böher wird , nehmt euch aber inAcht , daß keine Erde in das Her; oder die Mitteder Wanzen komme, denn das würde sie am Wachs-thum hindern und faulen machen; bindet auch denEndivie, so erwachsen ist, um selbigen zu bleichen,und nehmet solches allezeit bey trockenem Wettervor : denn sollten die Blätet nas seyn wenn manihn bindet, so faulet er.

Reiset die Stengel der Bohnen, des Kohls :c. derErbsen und anderer Hülfen fruchte aus , welche ge-tragen haben, damit der Boden rein werde: dennlasset ihr sie stehen, wird sich, zum Nachtheil ande-rer in der Nähe stehenden Pflanzen, das Gefchmeisdarinnen aufhalten.

Den Melonen , welche nun zu reiffen anfangen,sollt ihr iett sehr wenig Wassers geben; weil sie da-von wässerig und ungeschmack werden; aüeine die-jenigen Leute, so gerne recht grosse Früchte habenwollen, bringen solches zuwege, wenn sie ihre Pflan-zen beständigem!) hauffig, sonderlich bei) heissemWetter,begiessen; doch diese sehen mehr auf die Grös-se als Güte der Frucht, und eben deswegen, gebendie Marckgärtner den starcken Melonen , so grosseFrüchte tragen, den Vorzug, ob sie gleich ni^t bes-ser als Kürbise schmecken.

In diesem Monat könnet ihr euere junge Spar-gelbeeten ausbessern , die il>r im lezten Frühling be-pflanzet habt, und frische Pflanzen hinein setzen, woetwann welche misrathen sind; doch mus dieses beyfeuchtem Wetter geschehen. .

Die Gurcken welche unter gläsernen Glocken er-zogen worden, müssen nun, da sie völlig tragbar sind,bey trockenem Weller gehörig begossen werden, sonstverzehren sie sich in kurzer Zeit, und verderben.

Versetzet den Sellery der im May g s'äet wor-den in Beete, damit die Pflanzen erstarcken, ehe siein Mruben gepflanzet worden ; versetzet auch etwasEndivie, damit er auf denjenigen folge, der im vo-rigen Monat gepflanzet worden.

Nun könnet ihr den Rettig mit der Steckrüben-Wurzel säen, welcher im Oktober zum Gebrauchtauglich seyn wird, und so lange dauert, bis ihn derFrost verderben machet; und wenn man auch imHerbst etwas gemeinen Rettig für die Tafel habenwill, und man säet zu Ende dieses Monats etwasdavon in einen feuchten Boden , so wird man selbi>gen, einen,Monat oder fünf Wachen nachher, ge-brauchen können.

Reiniget die im lezten Frühling gepflanzte Arti,schocken und alle andere Wanzen vom Unkraut,damit sie sich frey ausbreiten können: denn wenn siezu dieser Zahrszeit von andern Pflanzen zuviel umge-ben sind,so bringen sie keine Früchte, und an denjenigenArtischocken, so man jezt zum Gebrauch abschneidet,

us. Z5

soll man die Stengel nahe am Boden abbre-den,damit die Wurzeln , wenn man die Stengel stehenläßt, wie die unerfahrnen Gärtner nur gar zuofftzu thun pflegen, nicht Schaden leiden.

Nun könnet ihr etwas Broccoli zum spaten Ge-brauch säen, und diesen könnet ihr im April gebrau-chen, wenn aüev anderer vorbey ist und nur noch dieSeitenschossen übrig sind; diese spat gcsaeten Pflan-zen aber bringen viel zärtere Köpfe, als die so vorhergesaet worden.

Um die Mitte dieses Monates säet das leztemaletwas Endivie, damit er auf denjenigen folge, so imvorigen Monat gesaet worden, und der nicht langerals bis in den November wird können gebrauchetwerden ; die Pflanzen von dieser ^ aal abe' dauernbis in den April, wenn sie der strenge Frost nichtverderben machet.

Will man kleine Salatkräuter haben, so soll manselbige nun in nordwärts liegende Rabatten säen,und solches alle drey oder vier Tage wiederholen:denn bey dieser Jahrszeit werden sie bald zum Ge-brauch zu gros.

Der Kochsalat, der sVklesischc und andere Sa-latsorten, so im lezten Monat gesaet worden , musnun versetzet werden , und wenn der Herbst gut ist,wird er im Gcpremder tauglich seyn.

Mas im Rüchengarten wächst.

Blumenkohl, Artischocken, Möhren, Bohnen,Erb-cn, Faseoln, Steckrüben, Salat, Gurcken,Melonen und alle Sorten kleiner Salatkrauter,als Rettige, Rüben, Senf, Kresse, Portulac, undan einigen Orten Sellery und Endivie; azcrischerFenchel, Zwiebeln, Knoblauch, Rockenbol en, Pe-tersilie , Sauerampfer, Körbel, Scorzonere undBocksbartwurzel von der ersten Saat > ManggoldUno Pferdrettig.

im Flucht -und VVeingarten vor-zunehmen.

Mit Anfang dieses Monates müst ihr euere anMauern und Spalieren stehende Baume sorgfältigdurchsehen , und alle vorwärts stehende Schössen,sshervoraetrieben haben, wegnehmen: die ordentlichenaber so stehen bleiben sollen, in gehörige Lage dichtean die Mauer oder das Spalier anlegen^ ^ kanSon >e und Luft die Zeitigung der Frucht befö dern,und selbiger den rechten Geschmack geben. Wem,dieses gehöriger Massen geschiehet, so hat man nichtnöthig den Zweigen die Blatter zu nehmen, wie ei-nige unerfahrne Leute zu thun pflegui, die dadurchsowohl der Frucht als den Bäumen grossen Scha-ben thun > Und bey dieser Gelegenheit kan ich nichtUmhin dasjenige zu wiederholen, was ich anderwärtsschon össters angezeiget habe, daß man n 'mlich dieFruchtbaume nicht bis ietzo, wie insgemein -u ge-schehen pfleget, stehen lassen und ihnen dann erst, wieMan zu reden pfleget, den SoMmerschnitt geben solle,da man alle freche Zweige wegnimmt, diejenigen aber,so bleiben sollen, beschneidet , und hernach an derMauer vest machet ? so daß, da sie vorher in ziem-licher Unordnuna gewesen, sie nun auf einmal inOrdnung gebracht werden: denn hiedurch wird dieFrucht, welche durch das freche Wachsthum derZweige starck beschattet worden, auf einmal der Son-ne und Luft ausgesetzet, wovon denn ihre äussereHaut hart, und ihr Wachsthum zuruckMaltenwird , da hingegen wenn die Zweia? in-iicrzu andie Mauer oder das Spalier angeleget worden, die(Z) 2 . Frucht