26 Gärtner-
leget, schlagen sie sehr leicht Wurzel. Auch kau manden AlaternuS »die welsche Linde, und einige andereinnnergrüne Bäume einlegen, welche ebenfalls ausjungen Schossen besser Wurzel treiben, ale aus äl-teren.
Ware dieser Monat sehr trocken, so müst ihr fort-fahren , diejenigen iminergrüne und andere jungeBäume zu begiessm, welche im lezten Monat ver-setzet worden , sonst werben sie vieles leiden. 'Auchft'llt ihr um die Baume berum frische Streu legen,damic Sonne und Wind den Boden nicyt austrock-nen.
Was im Blumengarten vorzunehmen.
Mit Anfang dieses Monates müst ihr die Zwie-beln eueren schönen Hyacinthen ausheben, weichenun verblühet haben, und sie horizontal in ein ausErde gemachtes Beet legen, damit sie reifen, so, daßdie Stengel und Blatter ausserhalb der Erde bleibenund verwelcken , wie in diesem Werck, unter demTitel Hyacinth, gewiesen worden.
Gebt euern schonen Tulpen, Ranunckeln, Ane-monen , und andern nunmehr blühenden Blumen,Schatten, damit sie bey der Tageshitze für der K ön-ne verwahret seyen , so werden sie viel länger schönbleiben, als wenn sie dem Wctter völlig ausgesetzetsind.
Hebet die Saffranzwiebeln aus , deren Blatterum diese Zeit verwelcket sind; breitet sie auf Mat-ten und last selbige im Schatten trocknen. Hernachkönnt ihr sie bis in den Iulimn in Säcken aufbe-ben , da es denn wieder die rechte Zeit ist sie einzu-setzen. Meine verwahret si? wohl für den Ratzen undMausen, sonst fressen sie solche auf.
Reiniget die Rabakten eueres Blumengartens vomUnkraut, welches, um diese Iahrszeit, wenn mansolches wachsen laßt, schwerer fa-tt, und nachgehendsnicht ohne Mü^e ausgerottet werden kan.
Um die Mine dieses Monates könnet ihr eueredauerhaften sahrigen Pflanzen versetzen, als nämlich:die Wunderblume, die Bartnelcke, die französischeund africanische Sammetblume, di« Balsamine,den indianischen Pfeffer, die braune Nelcke, undverschiedene andere Sorten, welche, wenn sie künst-lich geordnet werden, nach^vergangener Schönheitdes Frühlings, viel Vergnügen machen; doch müs-sen diese Pflanzen vollkommen an die freye Luft ge-wöhnet werden, ehe man selbige versetzet.
Säet den Saamen niedriger, jähriger Blumen-sorten fleckweis in die Rabatten des Blumengartens,nwrinnen ihr sie stehen lassen wollt, dergleichen sind:der crerische Bauernfens, der Venusspiegel, dasNabelsaamenkraut, der Nachwelt, niederige Lych-uis, Lobelsmückenfanglychnis, kleine Winde, Schne-cken - und Raupenklee nebst vielen andern Sorten.Diese folgen auf diejenigen so in vorigem Monat ge-saet worden, und durch solche können die Rabatten,so lange cs die Jahrszeit erlaubet, schön erhaltenwerden. Psianzet auch die verschiedenen Sorten derFeigdohnen , der wohlriechenden Erbsen, der Tan,gicrcrbscn; saet den Saamen der indianischenKresse, der grossen Winde, und anderer kriechender,jahrlicher Pflanzen an solche Orte,wo sie sich ausbrei-ten und anhängen können; da sie denn blühen, uudvon recht feinem Ansehen seyn werden.
Versetzet solche zweyjährige und beständige Blu-men, so im Kerzen und April in die Blumenschulegesäet worden , in Beete von frischer Erde, in dieBlulnenschule,wo sie bis zu Ende des Augusti oder
ssalenoer.
Anfang des Septembers bleiben können , woraufman sie in die Rabatten des Blumengartens verse-zen kan, dergleichen sind nun: die Camerburyglo-cken, die französische Sammtblume, die Bartnel-cken, die Federnelcken, Agley und verschiedenem^dere.
Bindet die Stengel euerer Nelcken an, und neh-met alle Seitenknöpfe weg, welche die Hauptblumeschwachen würden, wenn man sie daran liese, ebenso versehet auch die Stengel aller hohen Blume»,welche blühe» wollen, mit Stäben und bindet sie anselbigen an , sonst liefen sie Gefahr von den Win-den abgebrochen zu werden.
Machet ein frisches Mistbeet für euere Amaranten,doppe'tgestreifte B«lsaminen,und andere zarte aus-ländische, jährliche Pflanzen, und sehet sie in grossemit guter Erde angefüllte Töpfe, welche ihr aufsMistbeet stellen , und den Raum der zwischen ihnenist, mit Erde anfüllen müz>et; besorget man sie nunzu dieser Zeit gehörig, werden sie recht starck undschon werden.
Euere Aurickeln, so nunmehr verblühet haben, sol-len an einen schattigen Ort gebracht werden; dochdörfen sie nickt unter der Traufe der Baume stehen,weil sie sonst faulen mögten; an jenem Ort aber kön-nen sie, bis die Sommerhitze vorbey ist, gelassenwerden.
Versetzet die Levcoyen , den Steinveil, die ausdem Saamen erwachsenen Federnelcken, Gartennel-cken, und andere beständige aus dem Saamen er-zogene Blumen, säet auch etwas Saamen der jähr-lichen scharlachfarben, und purpurfarben Levconenau5, woraus kürzere Pflanzen wachsen werben, wel-che öffters die Kälte besser, als die grösseren, ver-tragen.
Au Ende dieses Monates könnet ihr die Zwiebelnder frühen Tulpen, und einige Wurzeln der srübeaAnemonen ausheben, wenn ihre Blätter verwelcketsind, denn nach diesem soll man sie nicht in der Erdelassen.
Pflanzt einige Tuberosenwurzeln in ein temperir-tes Mistbeet, damit sie auf diejenigen folgen, so imNlerzen und April gesäet worden; auf diese Weisekönnet ihr bis zu Ende des Dcrcders immer eineschöne Folge dieser wohlriechenden Blumen haben.
Euere Töpfe,worein ihr Schwertlilien, Narcis-sen, Tulpen und andere bollenwurzliche Blumen ge-säet habt, sollen nun, wenn es nicht schon im Aprilgeschehen, an einen schattichten Ort gesetzet werden,woselbst sie bis in den Herbst bleiben können; indemdiesen jungen Wurzeln nichts schädlicher ist, alswenn sie im Sommer dem starcken Sonnenscheinausgesetzet sind, sonderlich wenn sie in Töpfen oderKübeln stehen.
Zu Ende dieses Monates werden die Blätter derGncrnsev-und Velladonnalilie (S. ^m-iryllis)verwelcken, da man denn ihre Wurzeln versetzen soll;auch können die Wurzeln um diese Zeit sicher ver-schicket werden, weil man sie ohne Schaden, zweyMonat lang, ausserhalb der Erde aufbehalten kan.
Die jungen Pflanzen der Altheenstaude,der orien-talischen Pappel, der Lavatera, der Scabiosen,derBisamblnme, der sinesischcn Nelcken, des sinesi-fchen Sternkrautes kan man nun in die Beeten oderRabatten des Blumengartens pflanzen, da sie denn,wenn selbige blühen,ein feines Ansehen machen wer-den; doch mus man solches bei) feuchtem Wettervornehmen, »ind die Pflanzen so lange im Schatte«halten, bis sie sich bewurzelt haben.
Setzet