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Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
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2 Gärtner-

Die im vorigen Monat angelegte Spargelbeeten,wcrdeu nun ansangen zu treiben und einige Schof-!ni zu zeigen, tu man den» die Wurzeln wenigstensstiiy oder ;echs Zoll hoch mit Erde belege!» mus,undnun soll man sie mit Rahmen versehen ; findet manaber daß die Warme des Beetes abzunehmen an-fange, lft es nöthig,-solches an den Seiten herummii frischen Mist zu belegen,welches nach derGärt-nerjprache, die Beete füttern Heisset; hiedurch wirddie Warme des Mistes verneuert, und der Spargelgeti ieben; übcrdem ist auch noch zu beobachten, daßman die Fenster alle Nachte, und bey schlimmenWetter mit Matten und Stroh bedecke.

Wenn zu Ende des Monats gelindes Wetter ist,kan man einige Kohlpfianzen vomZuckerhuttohl ver-setzen, welche auf diejenigen folgen souen,so im No-vember gepflanzet worden; ehe man aber selbigeeinsetzet, kan man den Boden mit Spinat besäen.

Versehet nun diejenigen Mohrn, Pastinaken,Lauch und Koblpflanzen , so Saamen tragen sollen.Die Koblpfianzen müssen an den Stielen in einemtrockenen Ort drey oder vier Tage vor dem Einpflan-zen, aufaehangen werden, damit das zwischen ihrenBlattern befindliche Wasser ablauste. Es müssenselbige an eine Hecke , Zaun oder Mauer gepfianzetwerden, um sie gegen diestarcken Winde zu verwah-ren , wovon im Sommer öffters ihre vom Saamentrachtige Stengel abgebrochen werden, wenn sie den-selben zu sehr ausgesetzet sind.

Mit Anfang dieses Monates könnet ihr einige gu-te Mistbeeten für RKeinfarren und Krausemünze-pflanzen anlegen , welche man den ganzen Februa,rium und Merzen hindurch wird brauchen können,w mn sie gehörig besorget werden. Nachgehendekönnen die Beeten dienen , in freyer Luft wachsendeKuchcnkräuter darinnen zu ziehen.

Ist der vorige Monat, oder auch der jetzige imAnfang so kalt gewesen, daß die frühen Rettige undMohren , so man in warme Rabatten gesäet hat,zu Schanden gegangen , mus man ein gutes Mist-beet zu rechte machen, und so bald es das Wettererlauben will, etwas von ihren Saamen darein sä-en , damit man im Frühling die Tafel mit selbigennoch ehender versehen könne, als diejenigen kommen,welche nun ins freye Feld gejatt werden sollen; aberdiese Mistbeeten müssen acht Zoll hoch Erde haben,so», haben die Wurzeln nicht Plaz genug zu trei-ben. Auch soll man von jeder Sorte etwas Saa-men in warme Rabatten , die in freyer Luft stehen,säen, damit auf die im Mistbeet wachsende Pflan-zen , andere folgen.

Pflanzet Endivien in Furchen, um sie zu bleichen,wobey zu beobachten, daß man solche schief mache,damit die Nasse ablausten könne; setzet aber dieEndi-vienpflanzen an die nach der Sonne gekehrte Seite,sechs Zoll weit von dem erhöheten Theil der Furche,und da grabet sie bis an das äusserste Ende ihrerBlatter ein.

Nun kan man auch Schnecken und anderes Ge-schmeis ausrotten, welche zu dieser Zeit in den Lö-chern der Mauern, unter Rohrhecken, und in andernverwahrten Orten verborgen liegen, wo man sieleichtlich, ehe sie wieder auskriechen, hinwegnehmenkan.

Zu Ende des Monates, wenn offenes Wetter ist,mus man mehr Erbsen und Dobnen stecken , umdie Tafel oder den Marckt beständig damit versehenzu können Auch soll man etwas Spinat, Mohren,und gemeinen oder holländischen braunen Lattich

Kalender.

in warme Rabatten säen, und solches, wenn es dasWeller erlauben will, alle vierzehen Tage wieder-holen, damit wenn die frühern Saaten erfrieren,man an solchen Gewächsen im Frühjahr keinenMan-gel im Küchengarten habe.

IVao im Auch engarten wachst.

Nunmehr könnt ihr Kraut uud Kohl, SavvyschenKohl, Pastinak, Rüben, Mohren, Pokalen, Lauch,Zwiebeln, Knoblauch, Schaloten, Manggold,Bauernkohl?c. in Menge haben; wie auch Sellery,Endivien, Lattich; auf massigen Mistbeeten aber,alle Sorten junger Calatlrauter, Kresse, Steck?rüben, Rettich, Rüben, Senf, Coriander, Kor-bel, Dragun, Pimpinell und Münze ; auf denenim November verfertigten Mistbeeten Spargel;feiner giebt es Zuckerwurzeln,Bl'oeeoIi, Bocksbart/Scorzoneren, grosse Petersilgenwurzein, E chwam-me, Saurampfer, Petersilie, Salbey, Rosmarin,Thymian, Ysopen, Winrersaturey, gemeinen Kohl,und Sprossen von den Slrüncken des Kohls undSavoyerkohls, so im Dcrodcr geschnitten worden,Spinate und Carden, nebst einigen andern.

Was im Fruchtgartcn vorzunehmen.

Bedecket die Wurzeln alier neugepfianzttn Bau-me mit Geströde, l m sie für dem Frost zu vnwah-ren, wenn solches nicht bereits gesehen , oder sel-biges etwann verwehet worden ; die Feigenbäumeso an Mauern, Zäunen oder Spalieren liehen, sol-len entweder mit Matten oder Rohrdecken, bedecketwerden; dieses verwahrt die zarten Swofsen dersel-ben gegen den Frost, und machet, daß die Früchteim Frühling viel ehender und häufiger kommen;eheaber solches geschiehet, soll man alle Herbstfeigen vonden Zweigen abnehmen , so noch we.che daran wa-ren , sonst stehen selbige ab und stocken die jungenSchossen an, welche im folgenden Frübling Fruchttragen sollen. Wo man so verfahret, hat man sichsorgfaltigst zu hüten , daß man die Baume nicht zugeschwind an die freye Luft bringe, sondern die Be^deckung, wenn das Wetter warm wird, nach undnach wegnehme.

Nun könnet ihr alle tode oder angegriffeneZweige an euern hochstämmigen Fruchtbäumen aus-schneiden, wie auch diejenige so einander kreuzen,oder an unrechten Orten stehen; doch hat man hie-bey sorgfaltigst darauf zu sehen, daß man den an-geschnittenen Theil so viel möglich glatt und schiefmache, damit die Nasse nicht eindringe und sich da-selbst aufhalte , welches den Bäumen höchst nach«'theilig seyn würde.

Ware gelindes Wetter, so könnet ihr Zwergbau-me und einige dauerhafte Fruchtsorteu, alsBirn,Aepsel, Reben, Stachelbeeren, Johannisbeeren undHimbeeren beschneiden. Mit dem Steinobst aber,so im Herbst nicht beschnitten worden, kan man bisauf den nächsten Monat warten. Denn wenn baldnach dem Beschneiden ein harter Frost einfiele, wür-de solcher in die angele! nittenen Theile der zartenSchossen dringen, und sie abstehen machen.

Bey nassem Wetter kan man die Fnichtbäumevom Moos reinigen, wenn sie irgend damit besetzetse»n sollten, und dieser kan nun leichtlich mit eisernenInstrumenten abgeschabet werden, welche so bo! g^machet seyn sollen, daß sie sich zu den ? aumzweicu'»schicken; doch müssen selbige nicht zu si-barf sey",weil damit, bey unvorsichtigem Gebrauch,die Rinde

der Baume verletzet werden könnte.

Schnei-