WEGE.
Z^cser ?lrrickel fangt in der neuen AusgabeNissan:
Die Wege werden aus Kies, Sand oder Grasgewachst, diese dreyer!«) E orten der Wege sind inEngeland die gemeinsten; wo man aber keinen Kies»der Sand haben ran, werden sie manchmalen ausgepulverten -Kohlen, aus Steinkohleuasche, und zu-zeiten auch aus zerflossenen Ziegeln gemachet; tanwan aber Kies oder Sand haben, bedienet man sichjener Dinge selten, wo aber Steinkohlenasche zube-kommen ist, verdienet sie vor den zerstoßenen Kohlenvter Ziegeln den Vorzug ; weit sich die Wi e vesieZusammen setzet, und in kaltem Wetter niemalen anden Füssen bangend bleibet, welches eine sehr guteEigenschaft ist; ob man aber gleich dieselbe wegen ih-rer dunckeln Farbe nicht in den Gärten gebrauchenWill: so wollte ich sie doch in Waldwegen allen an-dern Dingen vorziehen. Doch ich wende mich zudem Unterricht, wie die verschiedenen Sorten derWege anzulegen seyen , und will erstlich von denLandwegen handeln.
S. ^ol. i. ist nach l. 19. folgender Ab-sa; einzuschalten : Sandwege sind nahe am Haussehr nöthig: denn da sie nach einem Regen bald wie-der trocken werden, so kan man zu jeder Jahreszeittvohl darauf gehen. Doch müssen derselben nur we-nige, sie selbst aber gros und prachtig seyn, und mitder Grösse des Hauses und Gartens eine Propor-tion haben. Der vornehmste dieser Wege soll mitdem Haus parallel liegen und eine Terrasse formi-ren , auch mus er sich nach allen Seiten hin , nachProportion ixr Weite des Gartens erstrecken, so,daß man daraus in die Sandwege kommen könne,vhne im Gras zu gehen, oder es sollen aus Kies ge-hackte Wege zu seligem führen , damit ein trocke-ner Weg völlig durch die Garten gehe. Nichts sie-het aber elender aus, als ein gerader Kiesweg , derWischen dem Gras auf das Haus zuführet, so, daßes wie die gezwungenen Grasstücken aussiehet,wel-che man so offt in den kleinen Hosen solcher Leute fin-det, die von schlechtem Geschmack sind.
VVEIDE.
Der lezre Absa; unserer Uberseyung , fo S.48s. Col. 2 steher, isr ausgelassen, in der neuenAusgabe aber ist folgendes hinzugekommen.
, In keinem Theil des Feldbaues sind die PachterOberhaupts weniger erfahren, als in Besorgung derWeiden und Trifften. Die meisten derselben glau-ben, wenn eine alte Weide mit dem Pflug umgeris-sen werde, so seye solche nicht wieder dahin zu brin-gen, daß ein guter Rasen darauf wachse, daher pfle-gen sie insgemein ihr Land nach dem Pflügen mitBerste und Grassaamen, wie sie zu reden pflegen, zubesäen. Das ist , sie nehmen entweder den rothenKlee, welcher ihrer Absicht nach, wenn die Gerstebom Feld ist, zwey Jahre stehen soll; oder LülchgrasMit Klee vermischet: alleine da dieses Pflanzen sind,die aufs höchste zwey Jahre dauern, deren Wurzelndald , nachdem ihr Saame reif geworden, verder-den/st> wird hernach der Boden,auf dem nun nichts"chet, wieder gepflüget, um Getreide darein zu säen,Mid so wird das Land beflandig, wechselsweis, vonden Pachtern, die noch die besten sind, genutzet; kei-nen aber habe ich noch gefunden , deme nur im ge-^nnstm bekannt gewesen wäre, wie er sein Land soll-te länger Gras tragen machen , und also schickt sichSaame, den sie gemeiniglich auesäen, am besteniu ihrer Absicht.
111. Theil.
VVL ZY5
Weine die Practt'c dieser Leute mag nun beschaf-fen seyn, wie sie will, so getraue ich mir doch zu be-weisen, daß es möglich seye, ein Land, woraus manGetreide gebauet, zu einem solchen Gra?bo.en zumachen, daß der Rase desjclben so gut , wo nibester, als aües andere von Natur wa nsendeGras,und ebm so dauerhaft seyn soll. Dieses aber wir)man niemalen zuwegebringen, wenn man nach ge-meiner Weise Getreide mir dem Grassaamen aus,säet: denn wo man dieses gethan hüt, und das (> e-treide wohl gewachsen ist, so ist das Gras mager,und schlecht gewesen, und we> n der Boden nichtrecht gut war, verlohnte es sich kaum der Mühe,das Gras stehen zu lassen: denn im folgenden Jahrgab es sehr wenig Heu, und das Jahr darauf laug-te die Eaat gar nichts , weder zum Mähen, nochzum Füttern. Alleine man kan sich auch nichtsanders versprechen: denn der Boden kan nicht uvey-erley nähren , und sollte anch gleich dem Bo^ennichts fehlen , so wird doch das Getreide, als daserste, nnd welches am starcksten wächst , das Grasam Wachsthum gänzlich hindern , daher denn dieGraspflanzen ganz schwach sind, und sehr düm ste-hen, indem viele so im Frühling ausgegangen, vomGetreide ersticket werden: denn wo die Getreidwur-zeln stehen, kan man kein Gras erwarten. DasGras mus also dünne stehen, und ist der Bodennicht gut, daß er dem Gras Nahrung geben kan,und sich desselben Wurzeln, wenn das Getreide bin-weg ist, ausbreiten können, so wird man wenig Kleesammlen : da auch diese Wurzeln zwey Jahre dau-ern, so werden viele der starcksten Psanzen, so baldsie geschnitten worden, verderben; die schwachenPflanzen aber, so vorher nur wenig Kläffte bauen,werden im folgenden Jahr die beste Erndte aebenmüssen, verdienen aber vielmals nicht, daß man siestehen lasse.
Wo man also irgend in einem Land will Graswachsen machen, da mus man mit dem Grassaam.cngar nichts anders säen, und da? Land wobl mit deinPflug um reisen , und vom Ui traut reinigen, sonstgehet das Unkraut zuerst auf, und wachst so starck,daß es das Gras überwachst, und selbiges, wenn esnicht ausgerauttt wird, ersticket Die beste Zeitden Grassaamen in einem trockenen Land auszusäen,ist um die Mitte des Septembers, oder, wenn esscheinet als ob es regnen wo te, auch ehender: dennwenn der Boden warm ist, und nach dem Anssaenetwan ein guter Schcuierregen fallt , so wird dasGras bald zum Vorsche n kommen, und sich vordem Winter noch genugsam bewurzeln, so, daß nichtzu befürchten, der Frost möchte die Wurzeln ausder Erde heraustreiben , sonderlich wenn man denBoden noch vor ankommender Kalte wohl mit derWalze überfahret, wodurch die Erde um die Wur-zeln vest gemachet und zusammen gedruckt wird.Wo dieses nicht geschehen , da hat die Kälte denBoden össters so locker aemachet, daß die Lufft zuden Wurzeln des Grases gedrungen nnd solchemgrossen Nachtheil gebracht hat, eben daher aber hatman wider das Aussäen des Grases im Herbst Ein-wendungen gemachet; nimmt man aber obige An-weisung in Acht, so wird man finden , das; selbigevon schlechtem Gewicht seyen, und man hat beymAussäen des, Grases zu dieser Jahrszeit gar nichtszu befahren, als daß etwann nach dem Säen trocke-nes Wetter einfallen mögte: denn wenn das GraSwohl aufgehet, und der Boden zu Ende des (Dcro-bers, oder Ansang des Novembers mit derWal-ze wohl überfahren, und solches mit Anfang desHhhh Mer-