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Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
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303
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^l)r viel beytragen, denn ein solches Wasser wirduUczcit viel heiler, und also auch viel schöner als einWendeS seyn, und wenn e!> überdem etwas geschwind^1?tt,kan inan einen oder zwey WaM-falle anbrin-gn , wodurch die Schönheit um vieles vermehret>Vird. In Leitung solches Wassers hat man die^ge des Boden? sorgfältigst in Betrachtung zu zie-^n: tenn in Leitung der Flüste, oder in AnlegungOberer Wassrstucke, kommt das meiste darauf an,^ man die Unkosten des Grabens erspahre; woM der Boden von Natur niederig ist, da soll man^Wasser hinleiten, niemalen aber soll man telbi-Les über einen erhabneren Ort hinführen: denn in^gleichen Orten wird das User so hoch, daß manvon, Wasser nichts zu jehen bekommet, wenn manttwarin an einer von beeden Seiten etwas davon^tfernet stehet, esmüste denn das Wasser sehr breitMi, und wo sich dieses so befindet, da gehet dem^uge vieles von der Oberflache des Wassers, we-An Höhe der Ufer, verlobren, daher so i man dieUer an den Seiten des Wassers so viel möglich ab-hangig machen; auch sollen sie nicht platt seyn, und"den einen scharfen Rand haben, wie man ihnenNur gar zu offt zu geben pfleget: denn solche erhabe-ne und regelmäßige Ufer sind lange nicht so anmu-tig, als die so etwas rund erhaben gemachet wer-ben, über welche man auf das Wasser hinsiehet,ohne daß ein scharfer Rand das Gesicht hemme, und^enn man nahe ist, siehet man keinen Abschnitt, wie^enn sich das Ufer oben mit einen? scharfen Win-kel endiget, und ist dieses die beste Einricbtung, wennNian so viel von der Oberfläche des Wassers, alsNur immer möglich ist, zu schen bekommet.

In den meisten alten Garten, wo Wasserstückebefindlich sind, ist nichts gemeincrs,al6 daß man sie-het, wie sie eine reguläre Figur haben, als eines ge-raden Canals , eines Beckens , so entweder rundvder vieleckicht, so, daß der ganze Umkreis desWas-sers auf einmal in die Augen fällt; alieine diese, sieNwgen auch gleich noch so gros seyn, sind lange nichtw anmuthig, als diejenigen, wo das Wasser so ge-mhret ist, daß man das Ende davon so wenig, als^öqljch ist, sehe: denn wenn einem das Wasser^urch eine feine leichte Wendung aus den^ Augenkommet, so bildet man sich wohl ein die Flache desWassers erstrecke sich noch so weit, und manchma-len ist ein kleines Wasserstück so künstlich eingerich«ttt, daß es das Ansehen hat, als seye solches nochso gros.

Da man nach der alten Manier die Garten an-zulegen das Wasser insgemein durch gerade Canaleleitete, weiche den geraden Wegen, Hecken und re-gelmäßigen Reihen der Bäume entsprachen , derglei-chen man dazumal einig und alleine auszufinden be-mühet war; nunmehr aber, nachdem sich der Ge-schmack in Anlegung der Garten verändert, undWan diese steife Art gar nicht mehr liebet, und^ihrvielmehr diejenige vorziehet, so der Natur in Hör-wiruna der Flüsse und anderer grossen Wasserstückenäher kommet: so haben diejenige, welche in Anle-Sunq derselben am glücklichsten gewesen sind, die na-kürli he Lage des Bodens allezeit in BetrachtungSezoqen , und das Wasser dahin geleitet, wo derAoden von Natur hol gewesen, wodurch sie^ie grossen Kosten, so das Graben verursachet, er-wahret haben ; und n'-enn man hierinnen so verfah-rt, das; man den Anfang solcher Wasserstücke ank'nem schmalen Ort des Gartens anbringet, so^acht es nicht nur weniger Kosten , sondern es istUuch sicherer, als wenn selbiger gros und breit ist;

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diesemnach ist es besser, daß man entweder die Brei-te des Wasters vermindere, oder es wener sü re,nachdem es nämlich die natürliche Lage des Bodenserlaub«'» will, als daß man es da endigen laste, woes grosse Kosten verursachen könnte. Aub wirdman allezeit finden , daß wenn man auf Anlegungdieser grojzen Wasserstücken noch so viel Unkostenverwendet, selbige doch nicht so schön ausfallen, alswenn man mit der Natur zu Rathe gehet: dennnichts kan so schlecht ausseben, als diese grosseWas-serstücken, welche sich manchmalen sechs bis achtSchuh und wohl höher, über die Oberflä 1 e desBodens erheben, welches machet, daß diejenigen, soan Vieler Seite stehen, nichts vom Wasser schen, in-dem solches durch einen grossen Damm von Erdeverhindert wird, manchmalen aber wird solcher vomHaus aus oder vom vornehmsten Theil des Gar-tens gesehen, welches höchstens unschicklich ist

Nachdem sich der Geschmack in Anlegung derGarten verändert hat, und vernünftiae Leute bierin-nen der Natur mehr naebaeahmet haben, bat manauch in Austheilung des Wassers große Vrrbeste-rungen gemachet, so, daß solches zur rechten Zierdeder Lusthäuser geworden; hingegen baben andere,welche dergleichen Wereke nacbabmen wollen, eben sosehr geirret, wenn sie ihrem Wass'r vie'e unna'ür-liche Wendungen gegeben, als diejenigen, welche,wie bereits gemeldet worden, selbiges ganz geradgeführet haben. So ist nichts gemeiners, um v.nden so genannten gesehlängelten Bäcl lein zu reden,als daß man eine kleine Wasserfläche mit so vielenWendungen siehet, daß viele derselben ans einmalins Gesicht fallen. Manchmalen sehen diese Wen-dungen wie ein Theil eines Kreises aus, weich?!- in-nen ein so steifes Ansehen giebt, daß sie Leuten vomGeschmack eben so sehr misfallen, als andere künst-lich auöstudirte Figuren. Auch baben diese Was-serstücken noch einen andern unnatürlichen Fehler,welcher darinnen bestehet, daß man sie überall gleichweit machet, da dieses doch allezeit vermieden wer-den sollte: denn nichts kan schöner seyn, als wenndas Wasser an einigen .Orten breit, an andern aberschmal in die Augen fällt, nnd dieses kan man mitweniger« Kosten bewerkstelligen, als jenes, wennman nur die natürliche Lage des Bodens wohl be-trachtet , welches allezeit aüsdassorgfältigste gesche-hen soüte, ei e man dergleichen Wercke anfangt, undviele, welche solches unterlassen, baben es nachqe-hends , wenn sie die grösten Unkosten schon gehabt,bereuet.

Man hat auch elwas sehr wichtiges in Ansehungg rosser Wasserstücken zn beobachten, und dieses be-trift ihre Lage, da man sie denn niemalen so nahe zudem Haus führen soll, daß dieses davon Schadenleiden könnte, wenn von denen aus dem Wasser auf-steigenden Dünsten , sich ein Dampf erhebt; sonder-lich wenn die Winde über das Wasser wegstreichenkönnen, welche die Dünste nach dem Haus hintrei-ben, wodurch denn nicht nur der Aufenthalt daselbstungesund wird, sondern auch das Gebäude von aus-sen Schaden leidet. Daher ist es viel besser zu demWasser hinzugehen, als das Haus, um das Ver-gnügen zu haben, aus selbigen das Wasser jehen zukönnen, der Gefahr, beschädiget zu werden , auszu-setzen. Auch soll das Wasser keine solche Laqe ha-ben, daß es mit dem Boden des Hauses qleich hochstehe: denn da zieht sich insgemein die Feuchiiakeitdurch die'Adern in die Erde, und diele ist binlang"lich genuq, so viel Dünste zu verursachen, daß deruntere Theil des Hauses ungesund wird, ist es aberGggg 2 unten