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Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
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als anfangs, und ließ mit zunehmenden Krafftender Bäume nach und nach wieder ab; alte undschwache Baume aber? Habensich bis jetzo noch nichterholet.

Die Grasweiden wurden von der strengen Kalteebenfals sehr geschnachet, so, daß sie den Anfallder Infecten nicht aushalten konnten, wie mandenn in den Weiden eine unzähligeMenge derselbenin vielen Theilen von Europa gefunden: sie fien-gen in den nordlichen Ländern zu erst an, und brei-teten sich hernach gegen Mittag aus; in manchenOrten aber waren sie so häuffig, daß sie auch denRasen vernichteten, und es ist fast zu vermuthendie Seuche, welche so lange unter dem Vieh ge-wütet , seye davon hergekommen: denn wo sichdiese Seuche ausgebreitet hat, da ist beobachtetworden, daß sich um die Wurzeln des Grases eineMenge solcher Jnsecten aufgehalten, auch kan die-ses zu einen ferneren Beweis hievon dienen, daßman allezeit wahrgenommen, daß, wenn sich dieseWürmer in eine Art Kefer verwandelt haben, unddavon geflogen sind, welches gemeiniglich mit An,fang des May gescbiehet, die Seuche nachlies;hingegen im Herbst, wenn die Kefer ihre Eyer ge-leget, wieder zu wüten anfieug. Auch bat manferner beobachtet, daß diese Kefer allezeit sol-he Or-te auswählen, ihre Ever zu legen, die nicht weitvon Flüssen, oder grossen stehenden Wassern sind,und an »olchen Orten ist auch das Vier, am meistenangegriffen worden. Man könnte noch mehr Um-stände uir Bestärkung dieser M inung anführen,und die Versuche beyfügen, welche von einigenMitgliedern der Academie der Wissenschaften zuParis gemachet worden, die binlä, glich genug sind,zu beweisen, daß diese Seuche nicht ansteckend seye,und durch das Vici> ausgebreitet werde; unterdes-sen bat man doch solches in vielen Landern, zumgrossen Schaden des Publici, welches so vieles Vie-hes nebst ihren Häuten verlustigst worden, geglau-bet ; jedoch diese Sache erfordert eine besondere Ab-handlung / drum will ich mich jezt nicht langer da-bey aufhalten.

Der Frost hielt noch immer sehr starck bis zu En-de dss Ianuarii an, docb war er nicht <v streng alsanfangs: denn hatte der Wind mit solcher Gewalt,wie die drey eisten Täge der Kalte, noch etwaslanger zu wehen angehalten, so würden wenig Ge-wächse demselben haben widerstehen können, undmit dem Thierreich würde es nicht besser ergangenseyn: denn die Kalte war diese wenige Tage über,so streng, daß viele schwache Thiersorten, die demWind sehr ausgesetzet waren, erfroren.

Die Welschennusbaume, die Eschen, und ver-schiedene andere Bäume, hatten ihre meisten -Schos-sen vom vorigenIahr verlohnn, weswegen sie dennim folgenden Frühling ihre neuen Schossen sehrspat hervor trieben , und diese Schossen kamen ausden zwey- und dreyjährigen Aesten. Die Feigenbau-me waren an vielen Orten bis an den Boden verdor-ben , sonderlich diejenigen , so an solchen Mauernstunden, die die beste Lage hatten: denn die so nord-und nordwestwärts stunden, und die alten freyste-henden Bäume, kamen besser durch. Aber alleMutterpflanzen und Einleger der Baume, so in denPflanzschulen stunden. litten von dem Frost so viel,daß sie sich in drey Jahren nicht wieder erholten,welche Zeit üver denn auch, kaum eine einige dieserPflanzen verkaufft wurde. Die Sencker der Re-ben, und des Ahorns in den Baumschulen, starbenebenfals bis an den Boden ab; und die alten Mut-

terpsianzen wurden so mitgenommen, daß es besser ge/wefen wäre,man hätte sie ausgegraben, u weaocst al-fet, als stehen gelassen: denn sie haben sich innerhalbzehen Jahren nicht wieder erholet, und im oin-mer so spat getrieben, daß il r Holz nickt Zeit ge-nug gehabt, hart zu werden ; und der erste Herbstefrost macht sie offters bis um die Hälffte abstehen.

Viele andere Bäume, die das Laub abwerffen,litten von diesem strengen Frost eben so; die imwerigrünen Bäume wurden noch mehr mitgenommen,und gar häuffig zu Grnnd gerichtet. Die Fichteund der Pinafter wurden sosehr beschädiget, dc.ßsie gar nicht mehr g^ün aussahen, und an einigenSorten erfroren die jungen Pflanzen der ersten!gänzlich. Der Rosmarin, Lavendel, das Eso-cha>?kraut, der Solbey, und andere genürzhastePflanzen, wurden an vielen Orten ganz zu Grundgerichtet, so, daß der Ma .ckt innerhalb zn eyer bisdreyer Jahre nicht wieder >.amit versehen werdenkonnte Überhaupt? sind alle eöbare Pficmzen in<Kuchengarten verdoiben, so, daß etlicl e Monatelang nichts vonl^artenc'cwachsen genMarkt gebrachtwurde. Auch haben die Blumengarten in eicsewWinter sehr viel gelitten: denn da etliche Jahrevorher ziemlich mildes Wetter gewesen, so haben

sich sehr wenige eines harten Winters verleben ;unvda sich die Kalte anfangs so streng einstellte, !,owar der Schaden schon geschehen, ehe man sich mitdem, was zum Bedecken nöthig war, versehenkonnte.

Dem Waitzen wurde in vielen Theiln vongeland, sonderlich auf dem offenen gemeinen Fel^dern, grosser Schade zugefüget, vornehmlich obenauf den Ackerbeeten, wo an verschiedenen Orten,breite nackickte Plätze in der Mitte der Beeten wa-ren, welche im Frühling so vielen Fussteigen gleich-sahen Und da der darauf folgende Frühling sehrtrocken war, und der Wind aus Norden und Ostenzu wehen anhielt, drangen diese brennende Windein Iden Boden , den der Frost lecker gemachet hat-'te, und trockneten die zarten Wurzeln des Korns,zu desselben grossen Schaden; einige der erfayrnstenPachter aber, die ihren Waizen, nachdem der Frostvorbey war, mit der W.'lze übersuhren, wurdendurch die grosse Ernde, welche sie auf ihren Feldernmachten, wohl bezahlet.

Wollte ich allen Schaden, den man von dieserstrengen Kalte in den Gäl ten und Feldern erlitten,genau beschreiben, so würde dieses Werck über seineGränzen erweitert werden; hingegen hoffe ich auch,man werde mich nicht tadeln, daß ich so viel davonangeführet habe, weil durch Erzehlung sol--' er Dingtdie Leute unterrichtet werden können, wie sie in denkünftigen Wintern viele ihrer besten Pflanzen er^halten sollen; wie auch, welche E orten mehr alsandere der Gefahr ausgesetzet seyen.

k^kUI'KX. Eine Staude; ist eine Pflanze, ^eine Gattung zwischen einem Baum und einetPflanze machet.

Es ist schwer zu bestimmen, worinnen bey denmeisten Scribenten, so von dem GartenbauFeldbau handeln, der Unterschied zwischenmen undStauden bestehe; oder was zwischenmen und Stauden die Gränzen seyen; wo die ei^Art aushöre, und die andere anfange: denn dur»)ihr Wachsthum lasst sich solches nicht bestimme»'Die beste Erklärung, die man also von einer^ ta"de geben kan, um solche von einem Baum zu u"terscheidey, bestehet darinnen / daß sie aus