Druckschrift 
Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
Entstehung
Seite
93
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

L 6

S. »78. Col. ?. t. 17. ist der?lbfaz: die klei-ne canadcnstfcke Sorte :c. ausgelassen, an dej--l^n Srarr aber ist folgender gekommen: Die"iechende Sorte mit durchlöcherten Blättern, istnunmehr in den Kunsigärten in Engeland sehr ge-mein. Herr Rode: r U?l!!ar, der Wundarzt, batdie abgeschnittene Aweiglem «.uestr Sorte, aus ^Ve-stindien zu uns gesendet.

^BCNE.

^87. Col. z. l. 22. nach, Morgen, ist bm-^ust-lzxn : doch dieses ist von den Ebenen großerThiergarten zu verstehen: denn in andern GartenM eine Ebene von zeben Morgen gros genug , fürharten von mittelmaßiger Grosse, und sunfzehendie grössern.

287. Col. 1. ist nach l. 9. von unren ein-ölischalrc'n: Jedoch die allerbeste Lage sur eine Ebe-^ ist eine südöstliche, wie solche denn auch über-paupts in Engeland die angenehmste ist: denn!venu die Sonne bey ihrem Ausgehen das Vorder-teil des Hauses bescheinet, so machet sie d?o Mor-gens die Aimmer ganz lieblich; des Mittag? aberWen die Strablen schregs dahin, und des Nach-Alltags sind die Zimmer ganz davon besreye:.. ^ — l, 2. von unren, ist der Abjaz: Ist^6 Haus so gebauet :c rveggeiassen , und ^rarrfolgenoen Abfäne liest man nun nachstehen-Was die Figur eincr Ebene anbelanget, so?°^issen einige ein regelmäßiges Viereck, andere ein^aglichtes, wieder andere eine eysormige, und et-liche eine runde Form an ; jedoch man hat sich andiese Formen nicht zu kehren ; sondern man kan^ in Anlegung der Ebene nach der Form des Bo-richten, und sollte man die Eoen^ an ihrenganzen mit Bäumen bepflanzen, um SwattenzuM>e„, so kan m n die Seiten durch unregelmäßiges^stanzen von Bäumen unterbrechen: denn ioarcausser der Ebene keine gute Aussicht, so ist es8Ut solche an ^eder Seite mit Bäumen bis ganz naheHin an das Haus zu besetzen, so, daß man bald imSchatten kommen könne, welches bey Heissem Wet-ter etwas sehr angenehmes ist: denn mangelt es bier-^n, so mögen wenige, wenn die Sonne wann schei-nt, hinausgehen.

Wenn in Bep^anzung der Ebene die BaumeUnregelmäßig gesetzet werden, so, daß einige netterhineinstehen als die übrigen, sie selbst aber nicht zue»ge zusammen gepflanzet werden, so machen sie einbesseres Ansehen , als wenn sie regelmäßig gesei-etwerden; auch wird es von guter W-rckung seyn,^enn Bäume verschiedener Arten schicklich mir ein-ander vermischet werden, wobey jedoch zu beobach-tn, daß man keine andere als solche bie^zu nehme,v>e^ ei?, gutes Ansehen haben , hoch , gerade und'Won daher wachsen, sonderlich da man sie in demHaue beständig vor Augen hat.

Viele haben hierzu die Linde gewählet, weil sieA regelmäßig wächst; weil aber die Blatter diesesSaumes öffrers ihre Farbe ändern, im Herbst bald^fallen, und im Garten viel Streu machen; auch,^vm Ende des Iulii an, diese Bäume eben keinbesonderes Ansehen haben; so verdienen sie, in-lnsehung solcher Plantaschen, eben keine Achtung»

III. Theil.

95

Unter den Bäumen die das Laub sal'en lassm,verdienet der Ulmeubanm, die Eiche, die Bucheund dieCastanie allen andern vorgezogen zu werden;indem sie ihre Blätter, bis spat in den Herbst, be-halten, und lauter h'erwachsende Bäume sind, so,daß sie also zu gegenwärtiger Absicht sehr wohl tau-gen

Wenn man unter diese Bäume, die das Laubfallen lassen, auch hin und wieder einige mit unter-mischet, so immergrün bleiben: so vermehren sol-che, sonderlich zu Winterszeit, die Schönheit derPlmttasche. Die besten Sorten würden hiezu senn,die Fichte des Lord 'Weymomdr;, die Silbertan-ne und die Pechranne, welche sta' ck wachsen, undgroße Bäume werden, da auch die zwey lezern ' or-ten allezeit poramidenförmig wachsen, so machen sieein sehr gutes Anseben, we-m sie mit den Bäumen,welche die Blätter fallen lasseu, gebörig vermischetwerden- Weil sie aber insgemnn ihre Aeste naheam Boden treiben, so soll man sie so sehen, daß siedie Aussicht, nach einem entlegenen Gegenstand,nicht hemmen.

Weil aber die meisten, so ihre Landsitze gerne schönhaben wo en , bald au 5 Schatten ver cmgen, f»pflanzen sie insgemein ibre Bäume zu nabe aneinan-der, so, dax es vffr schwer fällt, die Bäume, wennsie etwas beran gewal scn, ohne Nachtbeil des ge-machten Entwurfes, m Anse ung ihrer Menge, znvermindern Diesemnach soll man diejenin-m ?äu-me, we'. ve man stehen lassen will, zn erst pflanzen,hernach aber kan man einige andere, um batt'genSchatten zn haben, pflanzen, welcbe man nachge-hends wieder wegnebmen kan Wenn diejenigen,welche ihre Landhauser schön mache!, wollen, schonausgewachsene aume an dem Ort finden, ist essehr angenehm : denn diese mus man nicht ausrot-ten, wenn sie änderst stehen bleiben rönnen.

S. <!zNus.

EI? GNUBE ist ein ;n di sem Ende angeleg-tes Gebäude, um für eine Familie Eis aufzubehal-ten , damit MuN sich desselben im Sommer bedienenkönne.

Es sind dieselben in warmen Ländern vi."l ge-bräuchlicher als in Engcland, svn'e^licb aber inItalien, wo auch der geringste Mann, der einHaus mietbet, ni'it obne Keller oder Gnibe>' seynwird, um Eis darinnen zu halten- Da aber <eitkurzem der Gebrauch des E ses, iyEngei. nc>, vielgemeines geworden, als er ehedem gewesen, so giebtes auck jezt viel mehrere Eisgruben; und ob es gleichscheinen sollt«, es geboren dieselben nicht hieher, Kwird solches doch denemenigen nicht als unnöthjgvorkommen, welche betrachten, daß man derglei-chen Gebäude insgemein in den Gärten ani^et,und solche der Aufsicht des Gärtners überlässet.Diesemnach wird es nicht unschicklich seyn, wennich hier überHaupts eine Anweisung eebe, wa? fürein Ort hiezu auszuwählen; wie da? Gebäude an-zulegen , und mit dem Eis zu verfahren seye.

Was die Wahl des Ortes anbetrifft, wo dieEisgrube anzulegen wäre, so bat man vornehmlichdaraus zu sehen, daß man kiezu einen trockenen Bo-den wähle: denn wo es nas ist. da sc! melzt dasEis. Daher kan man überall, wo fetttr ^ öden ist,der gerne feucht bleibt, nicht vorsichtig geni'l' '"enn,daß man rings um das Gebäude herum das Wasseeabzuleiten suche: denn wenn es nahe dabei feuchtist, so entstehet davon ein Dunst, welcher allezeit,das Eis zu erhalten, hinderlich ist»

Aa Nebst