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JUSTUS UEBIG ÜBER ROBERT MAYER
Forschungen der ausgezeichnetesten Physiker und Mathema-tiker" erwähnt, aber keinen von diesen nennt, insbesonderenicht Helmholtz. Ich habe an anderer Stelle die einschlägigenleidigen Streitigkeiten über die Priorität betreff des Kraft-erhaltungsgesetzes behandelt, und gezeigt, daß Helmholtzdiese mit Unrecht für sich in Anspruch nahm; 1 daß ein Kron-zeuge wie Liebig zeitlebens die Priorität Mayers anerkannte,und (so viel man weiß) über anderweitige Behauptungen nie-mals auch nur ein Wort verlor, verdient deshalb besondereHervorhebung, weil noch neuerdings Koenigsberger in seinerausgezeichneten Biographie Helmholtz' 2 dem VerdiensteR. Mayers durchaus nicht genügend gerecht wird. Es istmit dem vorliegenden Tatbestande unvereinbar, das Prinzipvon der Erhaltung der Kraft ein Helmholtzsches, den Begriffvom konstanten Energievorrate des Weltalls „einen völligneuen, Helmholtz allein angehörigen" zu nennen, 3 sowie zubehaupten, auch R. Mayer sei zwar zum nämlichen Ge-danken gelangt, 4 aber „weniger allgemein und weniger klarbewußt" und „nicht durch wissenschaftliche Methoden", undsei „weit davon entfernt gewesen, ... die Richtigkeit . . . desGesetzes ... an allen damals bekannten Naturprozessen zuprüfen." 5 Die Abhandlungen R. Mayers von 1842 und 1845erweisen das gerade Gegenteil dieser Angaben, und daß Helm-holtz die Schrift von 1845 „Die organische Bewegung in ihremZusammenhange mit dem Stoffwechsel", — nach Moleschott„ein Werk von monumentalem Charakter, würdig des größtenund fruchtbarsten Gedankens, den das Jahrhundert zutagegefördert hat" —, weder als Physiologe noch als Physikerihrer vollen Tragweite nach zu durchschauen vermochte, sievielmehr ganz nebenbei mit wenigen Zeilen einer völlig nichts-sagenden Besprechung abtat, wird stets unbegreiflich erscheinen,
1 S. meine „Abhandlungen und Vorträge", a. a. O. 2 Braun-
schweig 1902ff. 3 ebd., Bd. 1, S. 79 und 208; Bd. 1, S. 89 und 213.
4 ebd., Bd. 2, S. 318; s. auch Bd. 2, S. 167. 5 ebd., Bd. 1, S. 82 und 87.