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ZUR GESCHICHTE DES NAMENS „GAS". II.
dem Eingeweyd brennt und ist ein Dunst; 1 so nun dieserBlost geschehen ist, ... so brennt der Dunst . . . wie einDunst vom Wein"; 2 „Diess (die Emission des Samens). . . kommt von einem dichten Blost"; 3 „Himlitzen (= Wetter-leuchten) ist ein Blust des Wetters und Strahls"; 4 „SolchWind ... ist ein Gebloß aus einem Stern"; 5 „Der Dunst,so aus dem Stern geht, blost . . . gleich als wenn Einer mitdem Maul an eine Wand blest." 6 Den Paracelsischen Schriftenalso entstammen Helmonts Blase und seine Blase der Ge-stirne, über welche „Flatus der Sterne" sich schon der treff-liche Sennert nicht wenig lustig macht! 7 Paracelsus wiederschöpfte das Wort vermutlich aus dem Volksmunde, vielleichtaus der ihm so vertrauten Sprache der Bergleute, denn diesenheißen die gewaltsam hervorbrechenden unterirdischen Gas-mengen noch heutzutage „Bläser". 8
Allem Dargelegten zufolge spricht also wohl die größteWahrscheinlichkeit dafür, daß Helmont wie Gas so Blas demParacelsus entlehnte, und daß „Gas" auf die von ihm selbstangedeutete Weise aus dem paracelsischen „Chaos" hervor-ging; die Thesen Herrn Dr. Speters, „Helmont hat, darüberbesteht kein Zweifel, das Wort Gas willkürlich geschaffen",und „daß er gerade an dieser Stelle den Vergleich zwischendem Dunste und dem Chaos der Alten zieht, ist rein zufällig",berücksichtigen, wie mir scheint, den Tatbestand nicht ge-nügend, auch kann, diesem gemäß, seine Betrachtung, „Hel-mont gibt nirgends an, welche Gesichtspunkte ihn bei dieserWortbildung geleitet hätten", nicht als durchschlagend, undseine Zustimmung zur Ableitung von Gas aus Ghoast nichtals gerechtfertigt gelten.
1 ed. Huser, Bd. I, S. 646. 2 Bd. II, S. 103. 3 Bd. 1!, S. 548.4 Bd. II, S. 96. 5 Bd. II, S. 102. 6 Bd. II, S. 103. ' a. a. O., S. 39.8 Dannenberg-Frantz, „Bergmännisches Wörterbuch" (Leipzig 1882),S. 61; im Englischen bedeutet noch jetzt Blast Windstoß, Schlagende Wetter,Explosion (daher to blast = sprengen), sowie Bluster Gebrause, Sturm-wind u. dgl.