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ZUR GESCHICHTE DES NAMENS „GAS". 11.
geben müssen, daß seine vorher angeführten Lehrmeinungengenügend untereinander übereinstimmen, und daß man inihnen, ohne den sonstigen Wortlaut oder gar den Sinn zu ver-ändern, fast durchweg die Vokabel „Chaos" einfach durch„Gas" ersetzen kann. Im Hinblicke hierauf sagte ich inmeinem ersten Artikel, daß der Ausdruck Chaos (nämlich imSinne von Gas) zweifellos von Paracelsus herrühre; wennHerr Dr. Speter hierzu bemerkt, daß nach Zedlers „Uni-versal-Lexikon" von 1733 „Chaos" schon bei Anaximenesund anderen alten griechischen Philosophen vorkomme undmit /atvca (= gähnen) zusammenhänge, so darf ich um somehr versichern, daß mir dieser Umstand (wenn auch ausanderer Quelle her) nicht unbekannt war, als ich in der zweitenHälfte des nämlichen Satzes selbst darauf verwies, „daßParacelsus unter Chaos (von griech. -/uivco = gähnen; bild-lich -/uoq, = gähnende Leere) Luft, leichten Dunst, subtilenGeist verstand, kurz eben das, was wir jetzt Gas nennen."
Van Helmont (1577—1644) war, wie bekannt, demParacelsus an Bildung und Belesenheit weitaus überlegen,dabei aber ein durchaus unselbständiger und unklarer Geist,dessen Gesichtskreis überdies durch Mystizismus und ultra-montane Befangenheit nach vielen Richtungen hin arg ein-geschränkt wurde. Diesen Umständen ist es zuzuschreiben,daß ihm zwar gute Gedanken nicht fehlten und ihn „zueinigen sachlichen und formalen Fortschritten auf chemischemund chemisch-physiologischem Gebiete befähigten", 1 daß eraber, — sehr entgegen seinem eigenen, freilich ungewöhnlichausgebildetem Selbstgefühle —, weder in der Philosophie, nochin der Chemie, noch in der Medizin, etwas wirkliches Hervor-ragendes geleistet, oder dauernden Einfluß ausgeübt hat. Diephilosophischen Historiker erwähnen daher Helmont ent-
1 So äußert sich, im Verlaufe einer durchaus wohlwollenden Be-sprechung, Boruttau im „Archiv für Geschichte der Medicin" 1909,Bd. II, S. 301.