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ZUR GESCHICHTE DES NAMENS „GAS". II.
weicht in sehr großen Mengen ein besonderer „wilder Geistund Dunst", der „Spiritus Sylvester"; diesen bisher unbekanntenDunst, der, solange seine Natur erhalten bleibt, weder inGefäßen aufgefangen, noch in sichtliche Gestalt übergeführtwerden kann, nenne ich mit einem neuen Namen „Gas".Beim Gären und Faulen, oft beim Einwirken einer Materieauf eine andere (z. B. des Essigs auf die Krebsschalen), zuweilenauch schon bei geringen stofflichen Veränderungen, entstehtgleichfalls Gas. 1 Unter den Arten des Gases, „deren Ver-schiedenheit die galenische Schule gar nicht kannte", sind,u. a. nach dem Traktat „De flatibus", zu nennen: Gas vento-sum (d. i. Luft oder Wind, durch den Blas der Sterne bewegt),Gas pingue, Gas siccum (das auch sublimatum geheißen wird),Gas fuliginosum (endimicum), Gas sylvestre (incoercibile, weiles sich nicht zu einer Substanz verdichten läßt), 2 ferner Gassulfureum, Gas uvae, Gas vini, Gas musti, Gas cerevisiae, Gasflammeum, Gas aethereum, Gas salium (d. i. Salzsäure), 3 usf.;solche gasartige Ausdünstungen und fremde Gase, z. B. derRuß von Flammen, häufen sich oft in den vielen Poren derLuft an, so z. B. erweist sich die Luft in Schächten und Kellernzuweilen als tödlich, weil sie mit mineralischem Gas überfülltist. 4 Manche mineralischen Wasser, z. B. das von Spaa,enthalten ebenfalls Gas sylvestre. 5
Auch der Lebensgeist (gas vitale) ist ein Gas, das dieNatur eines balsamischen Salzes hat, weshalb auch die Ge-rüche von Medizinen und Salben, die gleichfalls Gase sind,
beinahe das Opfer einer Vergiftung durch die Kohlendünste einer Wärnie-pfanne wurde (Rixner> S. 23)!
1 Hoefer, a. a. O., Bd. II, S. 137; Strunz, a. a. O. 2 Kopp, „Bei-träge zur Geschichte der Chemie" (Braunschweig 1875), Bd. IV, S. 150 ff.,156. — Thomson, „System der Chemie", üb. Wolff (Berlin 1805), Bd. I,S. 21. 3 Sommerhoff, „Lexicon pharmaceuto-chemicum" (Nürnberg 1701),zitiert bei Peters, „Mitteih zur Geschichte d. Medizin und d. Naturwissen-schaften", 1910, Bd. 9, S. 495. — Hoefer, a. a. O., Bd. II, S. 136ff. 4 Rix-ner, S. 81, 84; Hoefer, Bd. II, S. 137. 5 Hoefer, Bd. II, S. 137.