ZUR GESCHICHTE DES NAMENS „GAS". 1.
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die Bergsucht (die die Bergleute befällt). 1 Bei gewissen Krank-heiten enthält der Harn ein Chaos, 2 . . . denn die Dünsteund Räuche der Sterne führen den Chaos auch ein in dieMineralien der Erden, 3 und so „speist der Chaos auch denStein", 4 und führt und nährt als chaos mineralis „die un-beweglichen Ding." 5
Im „Paramirum" selbst ist ebenfalls noch einige Male vomChaos die Rede: Luft und Feuer sind Chaos und Astra (d. i.Stoff der Sterne); 6 inmitten des (menschlichen) Leibes istChaos in der Hülle; 7 das Hertz wirft aus ... ein Chaos,. . . luftig und nit schwer, sondern ein leichter Geist; 8 subtilwie ein Chaos; 9 kein Chaos ist so klar und so subtil. 10
Allem Erwähnten zufolge kann kein Zweifel daran walten,daß der Ausdruck Chaos von Paracelsus herrührt, der be-kanntlich auf zahlreichen Gebieten Neuschöpfer einer ebensoumfangreichen wie willkürlichen Nomenklatur war, sowie daßParacelsus unter „Chaos" (vom griechischen xalvoo gähnen;bildlich: /äog = gähnende Leere) Luft, leichten Dunst, sub-tilen Geist verstand, kurz eben das, was wir jetzt Gas nennen;hieran darf der Mangel an Klarheit und Folgerichtigkeit ineinzelnen seiner Aussprüche nicht irre machen, um so mehrals Paracelsus, wie an vielen Stellen so auch hier, den Ein-fluß gewisser von ihm so heftig angefochtener antiker undarabischer Lehren niemals völlig abzustreifen vermochte, undzudem stets im Kampfe mit der Sprache liegt.
Van Helmont hat jedenfalls, vermutlich ohne bestimmteErinnerung, aus Paracelsus geschöpft, und sein „Gas" istauf das Wort „Chaos" zurückzuführen, das bereits ähnlich-oder gleichklingend ausgesprochen worden sein mag; sagt erdoch selbst an einer Stelle: „Solchen Dunst . . . habe ichGas genannt, weil er kaum verschieden ist vom Chaos der
1 Huser, Bd.I, S.645. 2 ebd., Bd. I, S. 745. 3 ebd., Bd. 1, S. 644; Bd.Il,
S. 112. 4 ebd., Bd. I, S. 780. 5 ebd., Bd. I, S. 773. 6 „Paramirum", S. 240.
7 ebd., S. 230. 8 ebd., S. 202, 210. 9 ebd., S. 218. 10 ebd., S. 217.